Mellowdeath - Mellowdeath

Review von Metal Guru vom 04.12.2025 (626 mal gelesen)
Mellowdeath - Mellowdeath MELLOWDEATH (die Band/das Duo/die Formation/die Gruppe/das Projekt): Isabel Merten (Bass, Xylosynth) und Sara Neidorf (Schlachzeuch). Zwei Berliner Mädels plus Gäste: Marco Bianciardi (Gitarre auf '1772', 'Verfolgungsjagd' und 'Verhallt'), Rachel Glassberg (Synthesizer auf 'Demon Slither', 'Omacore' und 'Wermut'), Matt Hollenberg (Gitarre auf 'Atemlos'), Florian Juncker (Posaune auf 'Demon Slither' und 'Krankenstation'), Hekla Magnusdottir (Theremin auf 'Trotziges') und Jackie Perez Gratz (Cello auf 'Omacore'). So weit, so strange ...

"Mellowdeath" (das Album): Nach ihrer Debüt-EP "Deadly Stares" (2018) MELLOWDEATHs erstes "richtiges" Volle-Länge-Werk. Zehn Stücke in 38 Minuten und 18 Sekunden. Komplett instrumental. Bass und Schlagzeug sind - wer hätte im mellowdeathen Zusammenhang anderes erwartet - die dominanten Instrumente. Der Bass spielt da 'nen abenteuerlichen Akkord (fast immer durch Chorus/Flanger "angefettet"), hier 'n anstrengendes Arpeggio (fast überall mit Delay/Doubler "verdickt"), dann plötzlich 'ne schroffe Single-Note-Linie (generell mit Distortion/Overdrive zersetzt). Das Schlachzeuch kracht, scheppert, thrasht sich dazu einen zurecht, dass mir nicht etwa Angst und Bange, sondern vielmehr heiß ums Herz (und andere Körperteile) wird. Im anfänglich amorph erscheinenden Durcheinander kristallisieren sich im Laufe diverser Kompletthörungen Ablauf/Konstrukt/Ordnung heraus. Ja, selbst krumme (ungerade?) Taktarten werden exekutiert, was entweder auf Kalkül/Können/Kunst oder auf überhaupt nix hindeutet. YOU decide! Alle anderen (Instrumente) ergänzen, fügen hinzu, komplettieren. Cello/Posaune/Synthesizer beispielsweise doppeln/trippeln/unisonieren, gelegentliche Gitarren schwanken auf der Suche nach passenden (= nicht störenden?) Akkorden zwischen Endzeit à la TOM WAITS und federverhalltem Rockabilly-Gerumpel, während das temporäre Theremin (mit entsprechender Hallwolke, versteht sich) "spooky" Atmosphären verbreitet. Doch, DAS klingt schon recht spannend hier und Spaß macht's (zumindest mir) auch. Hätte nicht schlecht Lust, bei den Mädels mitzumachen. Aber die brauchen ja keinen alternativen Basser, keinen konkurrierenden Klampfer, keinen schlagfertigen Schlachtermeister. Schade ...

Der Bandname verspricht (zumindest mir) dumpfen/molligen/sanften Tod. Hält "Mellowdeath" (meiner Meinung nach) dieses Versprechen? Hm, irgendwie ja und nein. Da steht (Zitat No. 1) "... for fans of BREADWINNER, DOCTOR NERVE, EARTH, MAN OR ASTRO MAN?, SARATTMA, SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM, SONS OF RA, STINKING LIZAVETAS, TERA MELOS" - nie von nix gehört, allesamt unbekannt. Als grobe Genre-Einordnung nennt das Begleitschreiben Musikstile wie (Zitat No. 2) "... Nightmare Jazz, Avant Jazz, Jazz Fusion". Wie bitte, Albtraum Jazz? Na, DAS ist ja mal 'ne (neue?) Richtung!

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Demon Slither (4:05)
02. Omacore (3:04)
03. Krankenstation (3:25)
04. 1772 (5:12)
05. Atemlos (4:24)
06. Wermut (4:30)
07. Verfolgungsjagd (2:33)
08. Metal Country (4:17)
09. Verhallt (3:45)
10. Trotziges (3:03)
Band Website:
Medium: CD, digital
Spieldauer: 38:18 Minuten
VÖ: 14.11.2025

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