VII Vitium - VII Vitium

Review von derkleinekolibri vom 29.11.2025 (404 mal gelesen)
VII Vitium - VII Vitium VII VITIUM haben weder etwas mit Akkus noch mit irgendwelchen Medikamenten zu tun. VII VITIUM sind italienische Dark Occult-Rocker - oder besser gesagt ein Drei-Mann-Projekt -, die mit einigen Gastmusikern ein sehr eigenwilliges Album zustande gebracht haben: "VII Vitium". Das Dreiergespann (bestehend aus Daniele Laurenti, Giampi Tomezzoli und Daniele Pedrollo) überließ Daniele Domini sowohl das Verfassen des Konzepts als auch sämtlicher Texte. Alle drei Musiker sind ebenfalls in weiteren Bands beschäftigt. Die sieben Todsünden, Habgier, Hochmut, Neid, Trägheit, Völlerei, Wollust und Zorn, die bekanntlich eine traditionelle christliche Auflistung von Lastern sind, werden thematisch ohne Schönfärberei behandelt.

Der Einstieg ins Album mit 'Superbia - Lucifero (Ft. John Goldfinch - Dario Vicariotto)' weckt große Erwartungen, die 'Avarizia - Mammona (Ft. Joe Fè - Luca Gregori - Dario Vicariotto)' anschließend erfüllen kann. Die darke Seite des Trios tritt hier deutlich hervor. So langsam findet man sich auch mit der italienischen Sprache ab, die halt doch schwerer als Englisch ins Ohr geht. In allertiefstem Gewand lässt 'Lussuria - Osmodeo (Ft. Alessandra Trinity Bersiani)' den Hörraum regelrecht erbeben. Was die Membranen der Lautsprecher hier an tiefen Tönen verarbeiten müssen, ist nicht ohne. So viel sei schon mal verraten: besser wird's nicht mehr. Und da sind wir auch schon beim vierten Stück 'Invidia - Leviatan (Ft. David Cremoni)', das wie ein laues Lüftchen nichtssagend an einem vorüberweht. Auch die eingesprenkelten Folk-Elemene können den Song nicht aufwerten. Danach nervt 'Gola - Belzebù (Ft. Daniele Donini - Lisa Bonacquisti - Melissa Bonacquisti)' mit Beschwörungsformeln, deren Inhalt äußerst schwer zu verstehen ist. Nur die Basstrommel hält das Stück am Laufen. Von einem Sänger kann man ohnehin nicht sprechen, eher von einem Dämonen, der todeslüsterne Flüche mit räudiger Stimme von sich gibt. Hat man diese siebeneinhalb Minuten der letztgenannten beiden Stücke überstanden, bricht vollkommen unerwartet ein bockstarkes Metal-Gitarren-Gewitter los und lässt einen ungläubig staunen. Allerdings sinkt das Niveau nach nicht einmal einer Minute wegen des von Sandra Silver vorgetragenen Pseudo-Gesangs ganz erheblich. Immerhin stimmt die Gitarrenarbeit bei 'Ira - Amon (Ft. Sandra Silver - Dario Vicariotto - John Goldfinch)' und lässt so etwas wie düsteres Metal-Feeling aufkommen (färben da etwa die uralten BLACK SABBATH aus ihrer Hochphase ab?), sodass man nicht total enttäuscht ist. Oh, Schreck! Was kommt nun? 'Accidia - Belfagor (Ft. Joe Fe - Luca Gregori - Dario Vicariotto)' muss wohl von NDW-Stücken inspiriert worden sein. Das melodische Treiben verwirrt einen, glücklicherweise gibt man dem Geschehen Gitarrenklänge mit auf den Weg, die strange klingen. Erneut ist es Sandra Silver, die mit ihrem Nicht-Singsang dem Song 'Septem (Ft. Sandra Silver - David Cremoni)' den Todesstoß versetzt. Gut, dass das Album danach zu Ende ist. Ups ...

Erschreckend, dass ein paar Songs verdammt gut sind, der Rest sich dem aber nicht angleichen kann. Empfiehlt man nun "VII Vitium" oder rät davon ab? Klanglich ist jedenfalls nichts auszusetzen, dafür nerven aber besonders die Strecken des Nicht-Gesangs erheblich. "My Kingdom Music" haben jedenfalls keine Mühen gescheut, sich von anderen Veröffentlichungen in der Musikwelt abzuheben. Gut, "VII Vitium" digital erwerben zu können, ist keine Besonderheit. Dafür gibt es aber drei verschiedene Vinylvarianten: Die auf 33 Exemplare limitierte Deluxe Edition, die außer einem 12-seitigen Booklet auch noch ein DIN A2-Poster beinhaltet, ist die aufwändigste und zugleich kostenspieligste Ausgabe. Das zweitteuerste Produkt wird in einer Auflage von 100 Stück als Marble Red Vinyl angeboten. Für den kostenbewussten Ottonormalverbraucher stehen ebenfalls 100 Alben in schwarzem Vinyl zur Verfügung.

Nun liegt es an euch. Das Konzept des Albums ist schon interessant und die Musik natürlich Geschmackssache ...

Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Superbia - Lucifero (Ft. John Goldfinch - Dario Vicariotto)
02. Avarizia - Mammona (Ft. Joe Fè - Luca Gregori - Dario Vicariotto)
03. Lussuria - Osmodeo (Ft. Alessandra Trinity Bersiani)
04. Invidia - Leviatan (Ft. David Cremoni)
05. Gola - Belzebù (Ft. Daniele Donini - Lisa Bonacquisti - Melissa Bonacquisti)
06. Ira - Amon (Ft. Sandra Silver - Dario Vicariotto - John Goldfinch)
07. Accidia - Belfagor (Ft. Joe Fe - Luca Gregori - Dario Vicariotto)
08. Septem (Ft. Sandra Silver - David Cremoni)
Band Website:
Medium: LP, Digital
Spieldauer: 39:15 Minuten
VÖ: 31.10.2025

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