Danko Jones - Leo Rising

Review von Chaosswampchicken vom 23.11.2025 (526 mal gelesen)
Danko Jones - Leo Rising DANKO JONES, der Gitarrenvirtuose und Sänger aus Toronto, Kanada, begeistert seit 1996 mit energiegeladenem Rock. Zusammen mit John Calabrese am Bass und Rich Knox am Schlagzeug hat er eine der beständigsten und druckvollsten Bands des modernen Rocks aufgebaut. Mit EPs, Kompilationen, Live-Alben, Soloprojekten und Einzelveröffentlichungen ist "Leo Rising", das heute erschienen ist, bereits die 24. Veröffentlichung der Band seit 1998 - ein beeindruckender Beweis für Dankos unermüdlichen Einsatz und seine anhaltende Leidenschaft für Musik. Zusätzlich war er als Songwriter und Gastmusiker an zahlreichen Projekten beteiligt und zeigt damit eindrucksvoll, wie vielseitig er als Künstler agiert. Hören wir uns das gute Stück nun mal etwas genauer an.

Gewohnt energiegeladener Auftakt der Band


Der Auftakt mit dem punkigen und temporeichen 'What You Need' gelingt mühelos. Gewohnt energiegeladen lässt die Band die ersten Takte des Albums erklingen. Die Gitarren liefern bissige, treibende Riffs, während Danko Jones selbst mit seiner rauen und von Charakter geprägten Stimme singt und die Rhythmussektion den Track mit deutlichem Drang nach vorne treibt. Direkt im Anschluss kommt mit 'Diamond In The Rough' eine deutliche Hommage an KISS. Der Song setzt auf klassisches 70er-Jahre-Feeling, was man schon alleine am deutlich groovigen Klangkonzept merkt. Der Song entfaltet seine Wirkung vor allem in seinem eingängigen Refrain, der schnell im Kopf hängenbleiben wird. Abgerundet wird das Ganze mit einem kreativen und clever platzierten Solo von niemand anderem als dem Meister seines Faches - dem ehemaligen Leadgitarristen von MEGADETH - Marty Friedman. Dann folgt 'Every Day Is Saturday Night' - ein Track, der schon im Text den typischen DANKO JONES-Charme versprüht. Allein Zeilen wie "I say Mondays are now Fridays, Tuesdays are my birthday" lassen das Grinsen in seiner Stimme förmlich hörbar werden. Die Nummer ist eine mitreißende Hymne gegen Routine, eine Aufforderung, jeden Tag wie ein Wochenende zu leben. Die Strophen strotzen vor Selbstbewusstsein und unerschütterlicher Entschlossenheit, untermauert durch Lines wie "I can't be bothered by anybody who doesn't wanna go out and get it". Für diejenigen, die es ruppig und punkig brauchen, ist "I Love It Louder" ein Volltreffer. Der Track kombiniert rohe Energie mit der rebellischen Schlagseite der SEX PISTOLS: scharfkantige Riffs, aufpeitschende Chöre und ein Solo, das klingt, als hätte man die pure Attitüde der 70er in Strom gegossen. Der Refrain - "You love it loud / you love it loud / well, love it louder!" - entfaltet sich wie eine wilde, dreckige Arena-Hymne, die garantiert jede Crowd zum Kochen bringt. Trotz seines klassischen Punk-Appeals bleibt der Sound erstaunlich frisch und kraftvoll. Keine Spur von Retro-Müdigkeit - hier regiert pure, unverfälschte Lebensenergie. Ein Track, der zeigt, dass Punk nicht alt wird, solange er mit dieser Leidenschaft gespielt wird. Nicht jeder Song bleibt jedoch im Partymodus, und genau hier zeigt sich die Vielschichtigkeit von "Leo Rising". Mit 'I'm Going Blind' schlägt Danko Jones bewusst einen ernsteren Ton an. Der Song verlässt die energiegeladenen Rock'n'Roll-Pfade zugunsten eines introspektiven Blicks auf Fehler, Ernüchterung und die Art von Erkenntnissen, die immer zu spät kommen. Die zentrale Zeile "If hindsight is 20/20, I'm going blind" fasst diese Stimmung treffend zusammen: ein nüchternes Eingeständnis menschlicher Fehlbarkeit, das ohne Pathos auskommt und gerade deshalb so wirkt. Musikalisch bleibt der Track druckvoll, doch die leicht melancholische Note im Gesang gibt ihm ein besonderes Gewicht. Es ist ein Moment, der zeigt, dass DANKO JONES auch nach über zwei Jahrzehnten nicht davor zurückschreckt, persönliche Tiefen auszuloten.

'Hot Fox' klingt wie ein ein spannungsgeladener Stilmix zwischen THE WHITE STRIPES und ELECTRIC SIX - roh, tanzbar, und mit einer unglaublichen Anziehungskraft. Der Song lebt von seiner unverschämten Coolness, einem treibenden Groove und dieser ganz eigenen DANKO JONES-Attitüde, bei der man unweigerlich mitgeht, mit Kopf oder dem ganzen Körper - egal - Hauptsache Bewegung. Das Trio zeigt hier sein ganzes Können: musikalisch punktgenau, spielerisch locker, und doch mit einer Präzision, die man nur erreicht, wenn man seit Jahrzehnten zusammenspielt. Was simpel klingt, ist in Wahrheit perfekt ausbalanciert - ein enorm wirkungsvoller Rocksong, der direkt zündet. Mit 'It's A Celebration' folgt dann der vielleicht klarste Beweis dafür, warum DANKO JONES seit knapp 30 Jahren zu den beständigsten Rock-Acts gehört. Der Song klingt, als wäre er ihnen einfach aus der Hüfte gefallen - selbstbewusst, direkt und mit einem Refrain, der allein schon für volle Clubs sorgt. Man spürt sofort, wie sehr die Band von ihren zahllosen Tourneen geprägt ist: Kein unnötiger Ballast, kein Schnickschnack, nur die Essenz dessen, was live und laut funktioniert. Sie haben das MOTÖRHEAD-Prinzip - schreiben, aufnehmen, wieder auf die Straße - perfektioniert und in die Moderne übertragen. Aus dieser unerschütterlichen Routine entstehen Songs, die nicht konstruiert, sondern gelebt wirken. Und genau das macht 'It's A Celebration' zu einem dieser Tracks, die ganz selbstverständlich im Set bleiben werden.

Sänger Danko zeigt in 'Pretty Stuff' eine seiner stärksten vokalen Performances und bewegt sich hörbar in Richtung Alice Cooper. Mit rauem Timbre und nahezu bellender Intensität treibt er den Song voran, dessen eingängige Melodie sich hartnäckig im Gehör festsetzt. Ein dreckiger, ungeschliffener Rock'n'Roll-Moment, der schon mit dem ersten Riff zündet. 'Gotta Let Go' eröffnet mit einem verzerrten Gitarrenriff und einem trocken walzenden Bass. Die Band verfällt hier spürbar in eine RAMONES-ähnliche Spiellaune, die sich in Tempo, Direktheit und Attitüde niederschlägt. Ein kurzer, druckvoller Schlag in die Magengrube - im besten Sinne. Mit 'I Can't Stop' bleibt das Trio im Vorwärtsgang. Stakkatoartige Gitarren, kantige Breaks und abrupt ins Mikro gespuckte Textzeilen sorgen für ein Stück, das sich wie eine Mischung aus SPRINGSTEEN und MELLENCAMP im Highspeed-Modus anfühlt - nur mit Gitarren, die tief aus den Sümpfen gezogen wurden. Zum Abschluss liefert die Band mit 'Too Slick For Love' einen letzten Volltreffer. Der Song verbindet einen schwer groovenden Metal-Blues-Vibe mit einer der überzeugendsten Gesangsleistungen des Albums. Danko wirkt hier, als hätte jemand ihn herausgefordert zu beweisen, wie viel stimmliche Kraft wirklich in ihm steckt - woraufhin er lässig antwortet: "Hold my beer". Ein finaler Höhepunkt für "Leo Rising".

Fazit


Auch wenn DANKO JONES mit "Leo Rising" das Rad nicht neu erfinden, ist das Album trotzdem mit einer Menge großartigen Songs vollgepackt. Danko, John Calabrese und Rich Knox präsentieren ein fokussiertes, leidenschaftliches und durchgehend starkes Album. Es reiht sich mühelos in die beeindruckende Diskografie der Kanadier ein und zeigt einmal mehr, warum die Band in ihrem Segment seit Jahren den Takt vorgibt.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
1. What You Need
2. Diamond In The Rough
3. Everyday Is Saturday Night
4. I Love It Louder
5. I'm Going Blind
6. Hot Fox
7. It's A Celebration
8. Pretty Stuff
9. Gotta Let It Go
10. I Can't Stop
11. Too Slick For Love
Band Website: www.dankojones.com
Medium: CD, digital
Spieldauer: 37:58 Minuten
VÖ: 21.11.2025

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