Grailknights - Forever

Review von Chaosswampchicken vom 17.11.2025 (390 mal gelesen)
Grailknights - Forever Zum siebten Mal steigen die GRAILKNIGHTS aus Grailham City herab, um die Menschheit mit ihrer Mischung aus Witz, Power und Metal vor dem Untergang zu bewahren. Auf ihrem neuen Album "Forever" zeigen die deutschen Comic-Metal-Helden, dass sie ihr Konzept perfektioniert haben: Eine explosive Kombination aus mitreißendem Power Metal, klassischen Rock-Hooks und einer ordentlichen Portion theatralischer Superhelden-Energie. Elf Songs lang stürzen sich die fünf Musiker kopfüber in ihr eigenes farbenfrohes Universum - rasant, humorvoll und mit erstaunlicher musikalischer Präzision.

Die Tracks bleiben kurz, knackig und pointiert, genau so, wie man es von der Band kennt.
Vor allem in Japan genießt die Band schon länger Kultstatus, doch auch hierzulande haben sie mit ihrem "Grail Gym" auf Festivals immer wieder bewiesen, dass ihr Mix aus Show, Story und Schwermetall bestens funktioniert. Auch ich konnte mit dem Konzept schon vor längerem Bekanntschaft machen; bei einem Konzert im Schlachthof Wiesbaden wurden wir plötzlich dazu aufgerufen, unsere Muskeln zu stärken, und haben zusammen ein paar Übungen gemacht. Es war anders aber unglaublich funny und ich habe mir auch noch das Gym am nächsten Tag gespart. Drei Jahre nach dem gefeierten "Muscle Bound For Glory" steht die Band nun erneut vor der Herausforderung, diesen Meilenstein zu übertreffen – und "Forever" hat alle Zutaten, um genau das zu schaffen. Es ist ein Album, das die Quintessenz des GRAILKNIGHT-Sounds einfängt: hymnisch, verspielt, energiegeladen und zugleich so eingängig, dass man unweigerlich mitfiebern muss. Mit diesem Werk beweisen die Superhelden einmal mehr, dass sie nicht nur Helden in Spandex sind, sondern auch Meister darin, Spaß, Storytelling und Metal zu einem einzigartigen Erlebnis zu verbinden.

Hier wird nicht lange gezögert, GRAILKNIGHTS steigen sofort mit Energie ein.

Schon der knackige Einstieg mit 'Yes Sire' macht unmissverständlich klar, worauf die Band abzielt: Ein schnelles, mitreißendes Metal-Stück, sich bewegend zwischen SERENITY und BEAST IN BLACK, ausgestattet mit einem Refrain, den man schon beim ersten Hören mitsingen möchte. Zwar ist der Track mit seinen knapp zweieinhalb Minuten erstaunlich kurz, doch genau darin liegt auch seine Wirkung - ein explosiver Auftakt, der keine Sekunde vergeudet. Wer die GRAILKNIGHTS schon live erlebt hat, weiß: Die Truppe nennt ihre Fans liebevoll den "Battlechoir", und wenn die Superhelden ihren Schlachtruf ausstoßen, antwortet das Publikum geschlossen mit einem donnernden "Yes Sire!". Genau diese Energie erklärt der Opener - ein Song, der offensichtlich fürs Live-Setting geschrieben wurde und dort garantiert wie eine Bombe einschlägt. Mit diesem Stück hat die Band den perfekten Startpunkt für ihr neues Album geschaffen. Besonders stark im Fokus stehen diesmal auch die triumphalen, fast schon opernhaften Keyboard-Elemente; Songs wie 'Weekend Ninja' und 'Grail Gym' sind gute Beispiele dafür. Während ersterer mit ein wenig ALESTORM-Charme daherkommt, feuert letzterer eine Hymne im BATTLE BEAST-Stil ab - natürlich inklusive der rauen, bardenhaften Stimme von Sir Optimus Prime. Die Gitarrenfraktion um Count Cranium und Sovereign Storm unterstützt das Spektakel mit kernigen Riffs und melodisch durchdachten Leads, die den Kern der Musik der GRAILKNIGHTS perfekt einfangen.

Mit 'Necronomicon' und 'Mighty Metal Maiden' liefern sie zwei weitere Nummern, die mit einem starken und mitreißenden Rhythmus, cleveren Lead-Soli und Refrain genau das bedienen, was ihre Fangemeinde hören will. Selbstverständlich darf auch die obligatorische Ballade nicht fehlen. 'Animated Love' übernimmt hier diesen Part - sie ist warm, eingängig und mit dezenten, atmosphärischen Keyboardelementen, die den Song nicht überladen, sondern ihm genau den Hauch Magie geben, den eine GRAILKNIGHTS-Ballade braucht, um ihre emotionale Wirkung zu entfalten. Man bekommt sofort das Gefühl, dass die Jungs die kreative Freiheit genießen, die so eine Superheldenwelt mit sich bringt.


In 'Powerlift' setzen sie auf futuristische, fast robotische Vocals, die an eine ungewöhnliche Mischung aus STYX und ORDEN OGAN erinnern. Der federnde Midtempo-Groove dürfte live einschlagen wie eine Granate, sobald der Song regelmäßig im Set auftaucht. Für 'In The Eyes Of The Enemy' holt die Band sich mit Chiara Tricarico von MOONLIGHT HAZE prominente Unterstützung ins Boot. Ihre strahlenden, hohen Vocals verleihen dem Stück zusätzliche Tiefe und heben den Song klar aus dem Albumfluss hervor. Trotz all der starken Melodien, der eingängigen Refrains und einer insgesamt wirklich stimmigen thematischen Gestaltung bleibt am Ende das Gefühl, dass den Kompositionen doch das gewisse Etwas fehlt. Es sind solide, gut durchdachte Songs, die im Moment hervorragend funktionieren, sofort ins Ohr gehen und die Handschrift der GRAILNIGHTS klar erkennen lassen - doch jener Funken, der aus guten Stücken zeitlose Klassiker formt, zündet diesmal nicht vollständig. Diese unverwechselbare Note, die ein Album über Jahre hinweg im Gedächtnis verankert, blitzt zwar hier und da auf, entfaltet sich aber nicht so, dass sie das Gesamtwerk in jene obere Liga hebt, in der Songs zu Hymnen und Alben zu Legenden werden. Aber das muss das Werk auch nicht, denn in sich und seinem Kosmos, funktioniert es genau so.

Fazit:

Ernsthaftigkeit hat im Universum der GRAILKNIGHTS traditionell eher wenig Platz. Stattdessen dominieren hier von der ersten Sekunde an Partystimmung, überdrehte Superhelden-Ästhetik und kraftvoller Power Metal. Das neue Album "Forever" setzt diese Linie konsequent fort und wird dank des bewusst überzeichneten Konzepts zu einem gut zugängigen Album, das auch neue Fans anlockt sowie die eingesessenen Fans zufrieden stellt. Musikalisch orientiert sich die Band zum Teil an Genregrößen wie zum Beispiel GLORYHAMMER, behält jedoch ihre eigene, unverkennbare Handschrift bei. Live entfaltet sich das Gesamtkonzept ohnehin am besten - spätestens wenn der "Battlechoir" im Chor "Yes Sire!" brüllt und der grün gewandete Frontmann Goblins verdrescht. Zwar fehlt mir hier oder da das schon erwähnte gewisse Etwas, aber super unterhalten wurde ich trotzdem.

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Yes Sire
02. Grail Gym
03. Necronomicon
04. Weekend Ninja
05. In The Eyes Of The Enemy
06. Snow In Bordeaux
07. Grailforce One
08. Mighty Metal Maiden
09. Animated Love (exkl. Jewel Case-CD)
10. Powerlift
11. Forever
12. Super Trouper (ABBA-Cover / Bonustrack nur CD-Digipak/Vinyl)
Band Website: www.grailknights.de
Medium: CD
Spieldauer: 35:48 Minuten
VÖ: 17.10.2025

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