Jethro Tull - Aqualung live - 2025 Remaster | |
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| Review von Metal Guru vom 19.11.2025 (1920 mal gelesen) | |
JETHRO TULL gründeten sich 1968 als just another British Blues Rock-Band, allerdings MIT (in Rock'n'Roll-Kreisen zu damaliger Zeit völlig unorthodoxer) Querflöte. Anfangs als Quartett mit Standardbestückung (Mick Abrahams - E-Gitarre, Ian Anderson - Flöte/Stimme, Clive Bunker - A-Schlagzeug, Glen Cornick - E-Bass) unterwegs, kickte Sänger/Stehflötist Anderson direkt nach der ersten Platte "This Was" (1968) Abrahams raus und übernahm ab der zweiten Scheibe "Stand Up" (1969) sowohl das kompositorische als auch das konzeptionelle Ruder. Nach dem Drittling "Benefit" (1970) folgte, was TULLs viertes (und vieler Kritiker Meinung nach angeblich erstes "Konzept"-)Album "Aqualung" (1971) werden sollte. Jenes vor Mehrdeutigkeit, Politik, Religion, Sozialkritik und Wortwitz nur so strotzende Werk katapultierte die Band um den späteren Lachs-Züchter Anderson an die Spitze nicht nur britischer Art Rock-Charts. Aus "Art" wurde "Progressive", aus dem alten Jahrtausend das neue, und aus JETHRO TULL wurde eine Art Zirkusattraktion: too old to rock'n'roll, too young to die (siehe hierzu auch TULLs '76er-Album selben Namens). Irgendwann im Jahre 2004 haben Anderson und Konsorten "Aqualung" in seiner Gesamtheit (ja, tatsächlich jedes noch so kleine Fitzelchen des Originals) nicht nur auf diverse Bühnen dieser Welt gebracht, sondern das Ganze auch noch professionell aufgenommen UND veröffentlicht. Ob DAS vor 20 Jahren notwendig war beziehungsweise 20 Jahre später sinnvoll ist (oder eben nicht), muss jeder TULLer/jede TULLerin selbst entscheiden. Da ich davon ausgehe, dass DIE (= mehr TULLer/minder TULLerinnen) sowieso sowohl das '71er-Original als auch die '05er-Liveversion - in welcher Form auch immer - ihr/sein Eigen nennen, muss folgende Frage erlaubt sein: Bietet das vorliegende '25er-Remaster auch nur irgendeinen Bonus (= Alternativ-Versionen, Outtakes, Remixes oder sonstige Zusätze), auch nur irgendeinen Kaufanreiz?"Aqualung Live 2025 Remaster" ist - sad but true - exakt, was der Albumtitel beschreibt: Just another Wiederveröffentlichung des 2005 erschienenen Live-Albums. Darauf enthaltene Songs wie 'Aqualung', 'Locomotive Breath' oder 'My God' SIND - keine Frage - (nicht nur TULL-)Klassiker. Eine (wie eigentlich immer) gut eingespielte Bandinkarnation spielt das komplette Originalalbum runter - nicht mehr und nicht weniger. Positiv: Anderson flötet und klampft gewohnt routiniert/souverän/virtuos, trifft auch viele (der originalen Sanges-)Töne, Martin Barre (= der beste Gitarrist, der Anderson je "passieren" konnte) ist noch mit von der TULLschen Partie, und Parttimer Andrew Giddings (Keyboards), Jonathan Noyce (Bass) und Duane Perry (Drums) waren ohne Zweifel eine der besten TULL-Besetzungen. Trotz dieser relativ "normalen" Rockbesetzung hinterlässt die vorliegende Live-Version einen reichlich akustischen Eindruck. Viel (auch Block-)Flöte, viel akustische Gitarre, viel Mandoline, viel Klavier - ist DAS (noch) Rock'n'Roll oder (schon) Folk? Negativ: Die '25er-Neuauflage verfügt gegenüber der '05er-Erstveröffentlichung über absolut überhaupt keine Boni. Einzig Track No. 8 ('Hymn 43') wird anfänglich in einer komplett umarrangierten Form dargeboten (hab' auch ich zuerst NICHT erkannt), bevor's dann letztlich DOCH ins Original kippt. Ja, so in etwa hätte ICH mir das gesamte Album beziehungsweise dessen "Neuauflage" gewünscht. Aber nein, Mr. Anderson (= als ebenso cleverer Geschäftsmann wie auch genialer Musiker) scheint sich auf seine alten Tage mehr für seine schmaler werdende Brieftasche/weniger für seine auch nicht zahlreicher werdenden Fans zu interessieren. Wiederveröffentlicht lieblos Altes, weil geiles Neues nicht mehr "geht". Ich sach' nur: Oh, what a shame! Mr. Andersons eigener Meinung nach handelt es sich weder beim damaligen Original-Album um ein "Konzeptwerk" noch meiner bescheidenen Meinung nach beim vorliegenden ReRelease um ein sogenanntes "Must Have". Warum? Die Performances der damaligen Band sind ganz sicher solide, aber Andersons heutzutage kaum noch zu ertragende (Sing?)Stimme zeigte selbst vor 20 Jahren schon die eine oder andere Ausfallerscheinung (= ersticktes "Pressen" speziell bei höheren Tönen, spontane Modifikationen von Melodie und Phrasierung, Weglassen ganzer Zeilen). Okay. Aber absolut überhaupt gaaar keine Alternativ-Versionen, keine Outtakes, keine Remixes oder keine sonstigen Zusätze machen "Aqualung Live 2025 Remaster" nicht attraktiver, nicht besser, nicht kaufanreizender. Im Ernst: Wer soll sich DAS Teil in DER Version aus welchem Grund und wofür (außer für die hauseigene TULL-Sammlung) zulegen? - ohne Wertung - | |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Aqualung (2025 Remaster) (7:54) 02. Crosseyed Mary (2025 Remaster) (4:33) 03. Cheap Day Return (2025 Remaster) (1:42) 04. Mother Goose (2025 Remaster) (5:37) 05. Wondring Aloud (2025 Remaster) (1:58) 06. Up To Me (2025 Remaster) (3:35) 07. My God (2025 Remaster) (8:26) 08. Hymn 43 (2025 Remaster) (4:20) 09. Slipstream (2025 Remaster) (0:58) 10. Locomotive Breath (2025 Remaster) (5:18) 11. Wind-Up (2025 Remaster) (6:39) | Band Website: www.jethrotull.com Medium: CD Spieldauer: 51:00 Minuten VÖ: 21.11.2025 |
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JETHRO TULL gründeten sich 1968 als just another British Blues Rock-Band, allerdings MIT (in Rock'n'Roll-Kreisen zu damaliger Zeit völlig unorthodoxer) Querflöte. Anfangs als Quartett mit Standardbestückung (Mick Abrahams - E-Gitarre, Ian Anderson - Flöte/Stimme, Clive Bunker - A-Schlagzeug, Glen Cornick - E-Bass) unterwegs, kickte Sänger/Stehflötist Anderson direkt nach der ersten Platte "This Was" (1968) Abrahams raus und übernahm ab der zweiten Scheibe "Stand Up" (1969) sowohl das kompositorische als auch das konzeptionelle Ruder. Nach dem Drittling "Benefit" (1970) folgte, was TULLs viertes (und vieler Kritiker Meinung nach angeblich erstes "Konzept"-)Album "Aqualung" (1971) werden sollte. Jenes vor Mehrdeutigkeit, Politik, Religion, Sozialkritik und Wortwitz nur so strotzende Werk katapultierte die Band um den späteren Lachs-Züchter Anderson an die Spitze nicht nur britischer Art Rock-Charts. Aus "Art" wurde "Progressive", aus dem alten Jahrtausend das neue, und aus JETHRO TULL wurde eine Art Zirkusattraktion: too old to rock'n'roll, too young to die (siehe hierzu auch TULLs '76er-Album selben Namens). Irgendwann im Jahre 2004 haben Anderson und Konsorten "Aqualung" in seiner Gesamtheit (ja, tatsächlich jedes noch so kleine Fitzelchen des Originals) nicht nur auf diverse Bühnen dieser Welt gebracht, sondern das Ganze auch noch professionell aufgenommen UND veröffentlicht. Ob DAS vor 20 Jahren notwendig war beziehungsweise 20 Jahre später sinnvoll ist (oder eben nicht), muss jeder TULLer/jede TULLerin selbst entscheiden. Da ich davon ausgehe, dass DIE (= mehr TULLer/minder TULLerinnen) sowieso sowohl das '71er-Original als auch die '05er-Liveversion - in welcher Form auch immer - ihr/sein Eigen nennen, muss folgende Frage erlaubt sein: Bietet das vorliegende '25er-Remaster auch nur irgendeinen Bonus (= Alternativ-Versionen, Outtakes, Remixes oder sonstige Zusätze), auch nur irgendeinen Kaufanreiz?