Shivered - Chains | |
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| Review von derkleinekolibri vom 05.11.2025 (421 mal gelesen) | |
Es sind noch keine zwei Jahre vergangen und schon gibt es vom Ein-Mann-Projekt SHIVERED ein neues Album, welches seit 2. November 2025 digital zur Verfügung steht. Mohammad Maki ist der Mann hinter SHIVERED, ein Multiinstrumentalist, dem es weitaus schwerer fällt, ein Album so zu gestalten, wie es in freien Ländern der Welt möglich ist. Seinem aktuellen Album gab er den bezeichnenden Titel "Chains". Eine Vision liegt dem Iraner schwer auf dem Magen: In einer apokalyptischen Zukunft prägen Tod und Zerstörung das Bild, Menschen hängen an Ketten und ein Massenselbstmord bedeutet das Ende der Menschheit. Die Ketten verkörpern Fiktion und Realität zugleich, der Menschen Kummer treibt sie in den Wahnsinn und führt schließlich zur endgültigen Zerstörung menschlichen Seins. Die acht Titel des Konzeptalbums befassen sich mit den vielen Facetten des Niedergangs, das Coverartwork schafft ein Abbild dessen, was der iranische Visionär denkt und fühlt.Was uns in den gut 50 Minuten erwartet, ist ein ordentlicher Brocken Gothic Doom Metal. Was beim Vorgängeralbum noch bemängelt wurde - eine leichte Dissonanz in Mohammad Makis Stimme - ist diesmal nicht mehr existent. Sowohl die cleanen als auch die rauchigen, rotzenden und growlenden Gesangsparts kommen trocken rüber und beeinflussen gekonnt die Atmosphäre jedes einzelnen Songs. Die im letzten Jahr auch angeprangerte latent vorhandene Monotonie der Songs ist ebenfalls Vergangenheit. Bereits mit dem Opener gelingt es dem Iraner, die Wehmut jener Menschen aus seiner Vision darzustellen. Düster klingende Gitarrenriffs und ein in Dunkelheit getauchtes Schlagzeug vertiefen die Empfindungen. Mohammads depressive Stimmlage ist das i-Tüpfelchen vom fast acht Minuten langen 'The Spiral'. 'Ruins Of Memories', das schon als Single vorab ausgekoppelt wurde, lebt von Gitarrenwänden und handelt von Menschen, die durch die zerstörte Welt wandern und sich rückbesinnen, wie schön doch das Leben einst war, als man noch Lust an eben diesem Leben hatte. Von Song zu Song hangeln sich kraftvolle Riffs, mal treibt das Schlagzeug, mal "verschleppt" es gekonnt die Musik, wie zum Beispiel bei dem sich wie leckerer Kaugummi hinziehenden 'The Last Winter'. Der Song 'Human Parasite' fällt durch ein spektakuläres, leider nur recht kurzes Gitarrensolo angenehm auf, das Gitarrenspiel an sich erhellt das Stück immens. Und da haben wir auch den bereits angedeuteten Unterschied zum 2024er Album, es gibt eben nicht nur die Düsternis. Klar, im Großen und Ganzen lebt das Album natürlich von dunkel-düster-deprimierenden Klängen, aber eben nicht nur. Und das macht es so spannend. Ein Schmankerl ist das die Verlorenheit in einer solchen visionären Welt zeigende Stück 'Rebirth In Wrath'. Hier scheinen alle Dämme zu brechen. Mohammad krächzt, growlt und shoutet in exzellenter Güte, dass es eine wahre Freude ist. Das Stück nimmt einem fast den Atem. Im zehnten Jahr des Bestehens ist es SHIVERED gelungen, das bisher beste Album einzuspielen, auch wenn "Chains" eine düstere Version zum Thema hat. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. The Spiral 02. Ruins Of Memories 03. Savor The Fade 04. The Last Winter 05. Human Parasite 06. Hanging Bloom 07. Rebirth In Wrath 08. Chains | Band Website: www.shivered.net/ Medium: Digital Spieldauer: 50:42 Minuten VÖ: 02.11.2025 |
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Es sind noch keine zwei Jahre vergangen und schon gibt es vom Ein-Mann-Projekt SHIVERED ein neues Album, welches seit 2. November 2025 digital zur Verfügung steht. Mohammad Maki ist der Mann hinter SHIVERED, ein Multiinstrumentalist, dem es weitaus schwerer fällt, ein Album so zu gestalten, wie es in freien Ländern der Welt möglich ist. Seinem aktuellen Album gab er den bezeichnenden Titel "Chains". Eine Vision liegt dem Iraner schwer auf dem Magen: In einer apokalyptischen Zukunft prägen Tod und Zerstörung das Bild, Menschen hängen an Ketten und ein Massenselbstmord bedeutet das Ende der Menschheit. Die Ketten verkörpern Fiktion und Realität zugleich, der Menschen Kummer treibt sie in den Wahnsinn und führt schließlich zur endgültigen Zerstörung menschlichen Seins. Die acht Titel des Konzeptalbums befassen sich mit den vielen Facetten des Niedergangs, das Coverartwork schafft ein Abbild dessen, was der iranische Visionär denkt und fühlt.

