Aquilla - Sentinels Of New Dawn

Review von derkleinekolibri vom 01.11.2025 (490 mal gelesen)
Aquilla - Sentinels Of New Dawn Die Marsianer greifen die Erde an! Viele Menschen sind auf der Flucht. Im Hafen eines kleinen amerikanischen Städtchens liegt ein großes Personenschiff vor Anker und hat alle Ladeluken geöffnet. Hunderte von Flüchtlingen drängen sich, um noch rechtzeitig an Bord zu gelangen. Plötzlich ertönt ein markerschütterndes Geräusch, das die Aufmerksamkeit der angsterfüllten Menschen auf einen Hügel hinter dem Städtchen lenkt. Alle schauen in diese Richtung und erblicken eine erste der dreibeinigen Kampfmaschinen der Marsianer. Panik ergreift die Massen und jeder möchte noch unbedingt an Bord des Schiffes gelangen. Bevor die Tripods das Hafengelände erreichen, gelingt es dem Kapitän, noch rechtzeitig abzulegen und die Flucht über Wasser zu ergreifen. Um das Passagierschiff zu schützen, setzt sich das Kampfschiff "Thunder Child" zwischen Angreifer und Flüchtlinge. Doch es hat keine Chance und verglüht im unbarmherzigen Feuer der Tripods.

Mit einem fast identischen Geräusch beginnt das zweite Album "Sentinels Of New Dawn" der polnischen Heavy Speed Space Metal-Band AQUILLA. Thematisch ist man auch nicht weit entfernt vom 1898 von H. G. Wells beschriebenen "Krieg der Welten". Die Band erzählt eine eigens erdachte Geschichte der letzten auf der Erde weilenden überlebenden Menschen, die im Weltall einen Planeten zum Fortbestand der Menschheit erreichen wollen. Der Kampf erstreckt sich zwischen blutrünstigen Söldnern, Weltraumpiraten und durchgeknallten Tech-Aristokraten. Deutlich wird hier der Bezug zum derzeitigen Geschehen auf unserer Erde. Die Bandmitglieder gaben sich Namen, die der zukünftigen Schlacht um die Menschheit angemessen erscheinen: Captain Paradox (Gesang), Hippie Banzai (Bass), Jaspar De Phaser (Rhythmusgitarre), Kris Invader (Leadgitarre) und Pete Slammer (Schlagzeug).

Das Quintett fackelt nicht lange und nimmt verdammt viel Fahrt auf. Die von Bass, Gitarren und Schlagzeug erzeugte Geräuschkulisse ähnelt der vieler Metal-Klassiker früherer Zeiten, denen man spacige Anteile einverleibt hat. Captain Paradox' Stimme zeichnet sich durch Vielschichtigkeit aus. An einigen Stellen (besonders bei 'Battalion 31') könnte man meinen, Klaus Meine hätte das Mikrofon ergriffen und eine Kostprobe seines Könnens beigesteuert. Auch instrumentelle Parts dürften ihren Ursprung bei den SCORPIONS finden, auch wenn sie grandios abgeändert und gehärtet wurden. Mal softig, mal rockig, das Gitarrenspiel nimmt jeden mit auf die Reise in die Weiten des Alls. Und wenn der Bassmann und der Schlagzeuger einen Song gemeinsam starten, ist der erste Höhepunkt des Albums geboren: 'Technocrats' Tyranny' ist ausdrucksstark und kraftvoll, ruppige Riffs und ein feines Solo lassen Gänsehautmomente entstehen, denen man sich nicht entziehen kann. 'The Prophet' setzt noch ein Quäntchen obendrauf und wird zur Nummer Eins des Longplayers "Sentinels Of New Dawn". Das Stück ist eines der schnelleren - das sehr komplexe Riffing geht durch Mark und Bein und ein filigranes Gitarrensolo zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Einen atmosphärischen Schlussstrich bildet 'Sentinel's Fate', das dummerweise plötzlich wie abgehackt zu Ende geht.

AQUILLA haben sich bei "Sentinels Of New Dawn" für ein martialisches, von kämpfenden Lebewesen in Rüstungen beherrschtes Cover entschieden. Wer sich für den Kauf eines Albums entscheidet, kann zwischen CD, LP, MC und einer digitalen Variante wählen.

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. The Chronicles
02. Creed Of Fire
03. Plunder & Steel
04. Mountains Of Black Sleep
05. Battalion 31
06. The Curse Of Mercurion
07. Technocrats' Tyranny
08. Bound To Be King
09. The Prophet
10. Sentinel's Fate
Band Website:
Medium: CD, LP, MC, Dig
Spieldauer: 49:23 Minuten
VÖ: 31.10.2025

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