Sweet - Sweetlife

Review von derkleinekolibri vom 12.09.2025 (1512 mal gelesen)
Sweet - Sweetlife Zwischen 1971 und 1982 veröffentlichten SWEET neun Studioalben. Der Titel des neunten dieser im Studio eingespielten Alben entsprach dem damaligen Zustand der Band: "Identity Crisis". Brian Connolly war ebenso wie schon bei "Cut Above The Rest" (1979) und "Waters Edge" (1980) nicht mehr mit an Bord. Zwei Jahrzehnte nach "Identity Crisis" kehrten SWEET mit einer neuen Besetzung zurück und veröffentlichten ein neues Studioalbum: "SWEETLIFE". Dem Trend der damaligen Zeit folgend, wurde "SWEETLIFE" nur als Compact Disc unters amerikanische Volk gebracht. Erst 2013 erschien ein Reissue auf dem europäischen Markt. Bis 2016 dauerte es, bis man endlich auch ein limitiertes blaues Vinyl im Vereinigten Königreich kaufen konnte, was ich dann auch mit Freuden erwarb. Es waren ursprünglich 11 Songs, denen man lauschen konnte. Wie von vielen SWEET-Fans gewünscht, kommt "SWEETLIFE" nun sowohl als CD wie auch als Vinyl erneut in den Handel, und zwar am 12. September 2025. Der CD hat man noch einen 12. Song spendiert: 'Do It All Over Again (Again And Again Mix)'.

"SWEETLIFE" hat alles, was ein gutes SWEET-Album im letzten Jahrtausend ausgemacht hat. Selbst ohne Brian Connollys Stimme sind die Songs nur schwer von jenen zu unterscheiden, als er noch der Mann am Mikrofon war. Ebenso fantastisch ist der für die "Süßen" typische "Chorgesang" gelungen. Der Start mit dem Titelsong öffnet ein Tor in die Vergangenheit der Band, durch das man unweigerlich mit Gänsehaut eintritt. 'Sweetlife' hätte ebenso gut auf eines der 70er-Jahre-Alben gepasst. Vollkommen anders ertönt dann der Höhepunkt des qualitativ hochwertigen Longplayers: Ein starker Bass trifft auf abgefahrenes Riffing und das Ende des Songs 'Do It All Over Again' wird meisterlich in die Länge gezogen - oder besser gesagt: irgendwie gekonnt "zerhackstückelt". 'Everything' ist zwar nicht sonderlich rockig, dafür regt es die Mitsingfraktion an. 'Leap Of Faith' könnte dann den gemeinen Metaller erzürnen, driftet das nette Stück doch ein wenig in die Pop-Ecke ab. Eine Entschädigung folgt sofort: 'You're Crazy' macht seinem Titel alle Ehre; bombastisch geht es mit sanftem Gesang in die nächste Runde. 'Never Say Forever' lässt verliebte Herzen dahinschmelzen und berührt für einige Minuten ganz arg die Seele. Das epische, mit klassischen Elementen versehene 'Airheads' präsentiert dann eine weitere Seite von SWEET, die sie nur selten zuvor zeigten. 'So Far So Good' beginnt sodann mit Gesang, der mich stark an jene SWEET-Konzerte in den 70ern erinnert, denen ich beiwohnen konnte. Gerade hier kommt die SWEETsche Vielstimmigkeit zur Geltung. Und dann steht euch eine große Überraschung bevor: 'Everybody Wants To' fetzt dem Hörer die Ohren weg. Wer hätte schon erwartet, dass SWEET wie eine Mischung aus IRON MAIDEN und MANOWAR klingen können, ohne dabei ihre Eigenständigkeit zu verlieren? Beantwortet diese Frage selbst! Doch noch ist das Ende nicht erreicht: 'Neon Psychedelia' hat den musikalischen Charakter von QUEENs 'Hammer To Fall', gesangsmäßig stehen aber eindeutig SWEET auf der Bühne. 'Sweetlife Overunderture' strahlt eine Form von Bedrohlichkeit aus, als stolziere man in eine Märchenwelt voller blutrünstiger Hexen und Zauberer. Mit diesem Song war 2002 das Album zu Ende. Auf der jetzt erhältlichen CD kann man sich noch den bereits erwähnten Bonus 'Do It All Over Again (Again And Again Mix)' anhören, der ein würdiges Ende von "SWEETLIFE" darstellt.

"SWEETLIFE" ist das bisher einzige Album, dass den hohen künstlerischen Standard vom 1978er "Level Headed" erreicht - nein, sogar übersteigt.

Ein Muss für jeden SWEET-Fan!

Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Sweetlife
02. Do It All Over Again
03. Everything
04. Leap Of Faith
05. You're Crazy
06. Never Say Forever
07. Airheads
08. So Far So Good
09. Everybody Wants To
10. Neon Psychedelia
11. Sweetlife Overunderture
12. Do It All Over Again (Again And Again Mix)
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 58:20 Minuten
VÖ: 12.09.2025

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