Reinforcer - Ice And Death

Review von ReviewRalle vom 22.08.2025 (789 mal gelesen)
Reinforcer - Ice And Death Es gibt wenig Dinge im Leben, auf die man sich so wirklich blind verlassen kann, aber deutscher Metal in traditioneller Form gehört sicherlich dazu. Das 2015 in Paderborn gegründete Quintett REINFORCER veröffentlicht am 22.08.2025 sein zweites Album "Ice And Death", das mit seinem Logo und Artwork schon schnell klarmacht, wohin die Reise hier geht. Teutonischer Heavy Metal, mit einem dezenten Hang zum Epic Metal.

REINFORCER liefern mit "Ice And Death" ein mit knapp 38 Minuten doch recht kurzes Album, hat aber auch den Vorteil, dass hier wirklich kein Füllmaterial zu finden ist, stattdessen liefert die Band durchgängig auf hohem bis sehr hohem Niveau ab und das bei einer Spielfreude, die einfach ansteckend ist.

Der Opener 'Heir Of The Bear' hätte nicht besser gewählt werden können, denn das kurze Drum und Bass-Intro ist einfach saucool. Die sich duellierenden Leadgitarren werten den starken Einstieg dann sogar noch ein wenig auf. Die Krone wird dem Song dann durch den hervorragenden Gesang aufgesetzt, die Stimme des Sängers Lasse ist wie für diese Art von Musik gemacht. Klar, druckvoll und leicht theatralisch, genau das bedarf's bei traditionellem Metal einfach. Was darf natürlich auch nicht fehlen? Richtig, ein Gitarrensolo zur Mitte des Songs, und auch das sitzt wirklich gut.

Weniger cool, aber dafür deutlich epischer, startet das folgende 'Dead Men Tell No Tales'. Der Song erinnert nicht nur wegen seiner Thematik an die Glanzzeiten von RUNNING WILD, wer genug vom Klamauk Piraten Metal hat, findet hier sein wahres Glück.

Mit einem starken Riff und Dualgitarren geht es beim dritten Song 'Skogamor' los, der Song strotzt nur so vor Kraft. Der Refrain ist so theatralisch, dass er auch auf einem BLIND GUARDIAN-Album eine gute Figur machen würde!

'The Witch Mayor' erinnert sehr an die glorreichen Tage des NWOBHMs der 80er Jahre, aber mit einem Schuss Epic Metal on top.

Mit Donnergrollen beginnt der Titeltrack 'Ice And Death', darauf folgt wieder ein klasse Riff und der markante Gesang. Die restlichen Instrumente stoßen erst nach gut 40 Sekunden dazu, interessanter und gelungener Ansatz, einen Song zu eröffnen. Hier ist es vor allem das Schlagzeug mit seinen fantastisch eingesetzten Doublebass-Attacken und cleveren Fills, das den Song auf ein richtig hohes Niveau hebt.

'The Piper' ist ein spannendes Lied mit einer interessanten Struktur und dem besten Solo des Albums. Generell überzeugt hier vor allem die Instrumental-Fraktion, da der Gesang verhältnismäßig spärlich eingesetzt wird.

'Five Brothers' wird dann wieder unter der Kategorie cool verbucht, die Nummer macht einfach Spaß und der Refrain ist ein wahrer Ohrwurm.

Richtig aufs Gaspedal wird bei 'House Of Lies' gedrückt, der treibendste und in positivem Sinne auch hektischste Song des Albums.

Das abschließende 'Bring Out Your Dead' nimmt sich im Intro viel Zeit, um Stimmung aufzubauen, fährt das Tempo deutlich zurück und glänzt mit hervorragendem Gesang. Eine düstere Heavy Metal-Hymne schließt das Album mehr als würdig ab.

Abschließend muss hier auch die grandiose Produktion einmal ganz klar gelobt werden. Jedes Instrument (und ja, das gilt auch für den Bass) ist jederzeit gut wahrzunehmen und dennoch thront der Gesang kristallklar über allem. "Ice And Death" drückt einen bei höherer Lautstärke richtig in den Sitz!

Was soll man hier noch groß sagen? Wer die alten Helden wie BLIND GUARDIAN und MANOWAR zu seinen Lieblingsbands zählt, aber auch moderne Genrevertreter wie HAMMERKING oder LORDS OF THE TRIDENT feiert, sollte sich REINFORCER mal ganz dringend genauer anschauen. Ein wahres Genre-Highlight.

9/10

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Heir Of The Bear
02. Dead Men Tell No Tales
03. Skogamor
04. The Witch Mayor
05. Ice And Death
06. The Piper
07. Five Brothers
08. House Of Lies
09. Bring Out Your Dead
Band Website: https://reinforcer.de/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 37 Min. 40 Minuten
VÖ: 22.08.2025

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