Sweet - Sweet Fanny Adams Revisited

Review von derkleinekolibri vom 06.08.2025 (1532 mal gelesen)
Sweet - Sweet Fanny Adams Revisited SWEET ... SWEET ... SWEEET ... und nochmal SWEET ... Metalville veröffentlicht in kurzen Abständen unglaublich viel Material der fünfmaligen Otto-Gewinner (3x Gold, 2x Silber) von Deutschlands dereinst größter Musikzeitschrift BRAVO. Viele der Schätze, die noch in Andy Scotts Archiven lagern, kann man mittlerweile käuflich erwerben. Nun schickt man das von SWEET-Fans sehr begehrte Album "Sweet Fanny Adams Revisited" an den Start. Zwischen 2010 und 2012 schnitt man in verschiedenen Ländern Shows der Band mit und veröffentlichte dieses Live-Dokument 2013.

Andy Scott hatte das Ruder in die Hand genommen und hervorragende Musiker um sich herum versammelt. Brian Connolly und Mick Tucker lebten ja schon lange nicht mehr. So war es Pete Lincoln, der als Bassist SWEET seine Stimme verpasste und damit sehr nah an Brian Connollys "Qualität" heranreichte. Bruce Bisland trommelte, als gäb's kein Halten mehr. Tony O'Hora spielte Gitarre und Keyboard und ist sogar bei einem Titel als Leadsänger zu hören. Andy Scott schließlich übernahm seinen üblichen Posten als Leadgitarrist und fungierte ebenfalls bei einem Stück als singender Frontmann. Die Wiederveröffentlichung erfolgt am 8. August 2025 und (Sammler aufgepasst) neben der CD wird es auch zum ersten Mal ein Vinyl geben. Auch wenn die Originalbesetzung auf nur ein Mitglied zusammengeschrumpft ist, so haben die Ersatzleute hervorragende Arbeit geleistet. "Sweet Fanny Adams Revisited" gibt genau jenen Spirit wieder, den ich bereits in den 70ern und 80ern bei einigen SWEET-Konzerten verspürte. Schon alleine die "choralen" Gesangsparts, wie sie nur von SWEET zu hören waren, sind perfekt intoniert worden. Man könnte meinen, man wäre drei Jahrzehnte in die Vergangenheit gereist.

Die Stimmung des Publikums wurde gut eingefangen. Bereits am Anfang hört man Sprechchöre, die "We want SWEET!" skandieren. Bevor nach gut 80 Sekunden zum ersten Mal Pete Lincolns Stimme ertönt, haben Schlagzeug und Saitenfraktion die Menge schon auf Touren gebracht. Einen ersten Höhepunkt erlebt man mit 'The Six Teens', da dringt die härtere Seite der Bubblegum-Rocker an die Oberfläche. Nie als Single ausgekoppelt und auch so gut wie nie im Radio gespielt, lassen die Jungs mit 'AC-DC' ein Hard Rock'n'Roll-Stück allererster Güte auf die Menge los. Auch wenn viele SWEET-Fans schon älteren Semesters sind, hierbei lassen sie sich nicht die Gelegenheit zu einem Circle Pit entgehen, den man sonst eher bei anderen Stilrichtungen erwartet. Bei 'Fox On The Run' erklingt dann nicht nur des Sängers Stimme, sondern auch zig andere von vor der Bühne. Andy Scotts Fingerfertigkeit wird bei 'Set Me Free' besonders deutlich. Das Publikum nimmt das Malträtieren seiner Gitarre dankend an. Den Schlusspunkt setzen SWEET mit einem ihrer größten Hits überhaupt: 'Ballroom Blitz'. Selbst Brian Connollys zeitweise stimmliche "Entgleisungen" werden gekonnt in Szene gesetzt. Stünde jemand außerhalb des Saales, würde diese akustische Täuschung ihn dazu verleiten, anzunehmen, dass Brian Connolly auf der Bühne stände. Was fordern die Zuschauer am Ende des Stücks? "Zugabe! Zugabe! Zugabe!" Da war man wohl in einem deutschsprachigen Land unterwegs, als man diesen Titel mitschnitt ...

Kurzum: Dieses Livealbum macht riesigen Spaß! Es ist eine Sternstunde des Bubblegum Rocks!

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Sweet F. A.
02. Heartbreak Today
03. The Six Teens
04. Restless
05. No You Don't
06. Into The Night
07. AC-DC
08. Fox On The Run
09. Set Me Free
10. Ballroom Blitz
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 49:12 Minuten
VÖ: 08.08.2025

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