Sargassus - Vitruvian Rays

Review von Metal Guru vom 23.07.2025 (1469 mal gelesen)
Sargassus - Vitruvian Rays SARGASSUS wurden im Jahre 2020 von Teemu Leskinen und Matias Rokio gegründet (wer seit wann und warum welches Instrument spielt, gibt der beigepackte Zettel NICHT her), wenig später kam dann noch Matias Stenman (Gitarre, Stimme) hinzu. Die beiden Erstgenannten brachten es bei Bandgründung nicht nur auf 15 gemeinschaftliche Jahre kollektiven Krachens, sondern prägten auch von Anfang an SARGASSUS' Sound, Songwriting und Stil. Neuzugang Mertta Halonen (Bass) machte das Trio erst kürzlich zum Quartett, welches nun sein erstes Album vorlegt.

"Vitruvian Rays" heißt nach drei EPs und einer Single (innerhalb der letzten drei Jahre) SARGASSUS' erstes Volle-Länge-Werk, setzt sich aus neun neuen Stücken zusammen und rotiert exakt 49 Minuten. Der Infoflyer beschreibt die Scheibe stilistisch wie folgt (Zitat): "... be it progressive post-metal passages, aggressive blasting or doom-infused dynamic riffs, SARGASSUS is comfortable experimenting with their sound in any direction, unwilling to fit any conventional mold and bound to evolve ever further". Kurz: Stimmt! Lang: Stimmt auch, weil: Das Album wartet tatsächlich mit einer kaum kapierbaren Menge an Sounds, Songwritings und Stilen auf. Zum einen der Gesang: Pendelt permanent zwischen grottigem Grunzen, kehligem Krächzen und "richtigem" Sing-Sang - sehr oft, sehr viel und teilweise zeitgleich. DAS strengt an! Zum anderen die Instrumente beziehungsweise die Instrumentierung: Bässe ballern, bollern und braten, Drums dergeln, dreschen und dröhnen, Gitarren grundieren, picken und schredden. Ja, viele (zu viele?) anstrengende Akkorde, viele (zu viele?) stessige Stimmungen, viele (zu viele?) terrorisierende Tempi. Puh! Ein Blast-Intro führt direkt zum nächsten Melodie-Mittelteil führt direkt zum übernächsten Todes-Outro. Dahinter/daneben/davor: ambiente (= höchstwahrscheinlich von massiv effektierten Gitarren verursachte) Klangkaskaden. Dann plötzlich: ein derbes (aber effektives) Drumfill da, ein gekonntes (aber kurzes) Gitarrensolo hier, dann wieder rüdes Geriffe aller SARGASSUSer und so forter und so weiter. Die ganzen 49 Minuten! Hier passiert ja sooo viel in sooo kurzer Zeit, dass Mensch die Scheibe zwecks Begreifung des Komplettgehalts tatsächlich mehrfach (wie oft denn?) kauen/schlucken/verdauen MUSS ...

Weniger ist (beziehungsweise wäre) mehr - wird behauptet. Manchmal! Bezogen auf meine momentanen musikalischen Präferenzen und im Falle von SARGASSUS trifft diese Behauptung zu. Mit anderen Worten: "Vitruvian Rays" ist mir von allem zu viel: zu viel gesangliches Ab und Auf, zu viel instrumentelles Her und Hin, zu viel produktionstechnisches Hott und Hüh! Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: SARGASSUS sind mega Mucker, und "Vitruvian Rays" ist 'ne super Scheibe, aber die Finnen überfordern mich! Also, jetzt, im Moment, zur Zeit ...

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Spirit Of Gravity (3:58)
02. Carving The Veins Of God (5:51)
03. The Lone Idunn Grows In Shade (5:46)
04. Judgement Of The Four (6:05)
05. Pahat Veräjät (5:03)
06. On The Shoulders Of Atlas (4:36)
07. Vitruvian Rays (6:29)
08. Zealot (6:14)
09. Spirit Of Gravity (Single) (3:58)
Band Website: www.sargassus.com
Medium: CD, Digital
Spieldauer: 48:00 Minuten
VÖ: 13.06.2025

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