Black Magnet - Megamantra

Review von derkleinekolibri vom 24.07.2025 (1274 mal gelesen)
Black Magnet - Megamantra "Ich hab da mal was", hieß es früher in der Sesamstraße, und eine geheimnisvolle männliche Gestalt öffnete ihren Mantel, um irgendwelche geheimen Dinge anzupreisen. Auch ich hab da mal was, das ich liebend gerne den Frauen und Männern präsentieren möchte: das aktuelle Album "Megamantra" von BLACK MAGNET!

BLACK MAGNET startete 2018 als Soloprojekt des Multiinstrumentalisten James Hammontree. 2020 erschien das Debütalbum "Hallucination Scene". Während das zweite Album "Body Prophecy" in Planung ging, wuchs BLACK MAGNET zu einem Trio heran. Und nun, wenn am 25. Juli 2025 "Megamantra" der Öffentlichkeit vorgestellt wird, werkeln vier Leute bei BLACK MAGNET und spielen auch live vor Publikum.

Legt man die Schallplatte auf, sollte man behutsam mit dem Lautstärkeeinsteller am Verstärker umgehen, denn der erste Track, passend mit dem Titel 'Wound Signal' versehen, birgt lediglich Geräusche, die dann unvermittelt in ein brachiales Gewitter übergehen, sobald 'Endless' beginnt. Das sich energetisch noch um ein Vielfaches steigernde musikalische Geschehen könnte man wie folgt beschreiben: Man nehme (in alphabetischer Order) DEPECHE MODE, EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, MINISTRY, NINE INCH NAILS und VNV NATION, gebe alle zusammen in einen Topf, mixe die unterschiedlichen Musikstile in variierenden Längen und das, was dabei herauskommt, sind neun Songs, denen man nicht unbedingt den gleichen Interpreten anmerkt. Die Themen Eintönigkeit und Langeweile kann man hier getrost ad acta legen. Es hämmert, donnert, dröhnt und stampft unablässig, derbe Riffs und bösartiger Gesang bis hin zu nicht mehr zu verstehendem, aber positive Emotionen weckenden Geschrei und ein Drumspektakel fesseln die Hörerschaft vor den Lautsprechern. Vollkommen unabwendbar ist am Ende der Neustart des leider nicht einmal 26 Minuten langen Albums. BLACK MAGNET können sich getrost als Mitbegründer des New Wave Of American Industrial Metals bezeichnen.

'Null + Void' und 'Better Than Love' sind bestens dafür geeignet, die verstaubten Lautsprechermembranen freizublasen. Doch selbst diese hervorragenden Stücke sind nichts im Vergleich zu 'Spitting Glass'. Hier baut sich eine Klanglandschaft auf, die die größten Tempelanlagen der Welt locker ausfüllt und gleichzeitig für das Pulverisieren selbiger verantwortlich ist.

Das Coverartwork erinnert an meinen Physikunterricht in den 70er Jahren, dem ich immer aufmerksam folgte. Allerdings hätte ich beim bloßen Betrachten des Covers niemals mit einem solch höllisch aufspielenden Album gerechnet. Man sollte eben nichts auf Äußerlichkeiten geben ...

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Wound Signal
02. Endless
03. Better Than Love
04. Spitting Glass
05. Coming Back Again
06. Null + Void
07. Night Tripping
08. Birth
09. Smokeskreen
Band Website: www.facebook.com/blckmgnt
Medium: LP, Digital
Spieldauer: 25:33 Minuten
VÖ: 25.07.2025

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