Adamantis - Reforged

Review von Metal Marcus vom 16.03.2025 (14668 mal gelesen)
Adamantis - Reforged ADAMANTIS kommen aus den USA, haben sich im Jahre 2016 gegründet und sich seitdem dem epischen Heavy Metal verschrieben. Wenn ihr bei dem Begriff "epischer Heavy Metal" an fette Keyboard-Passagen und opulente Chöre denkt, denn seid ihr genau die Zielgruppe, die ADAMANTIS NICHT ansprechen möchte. Epische Momente ergeben sich hier aus der geschmackvollen Melodienführung durch die Gitarren sowie durch Chor-Ansätze, die man in dieser Form auch mit einer fünfköpfigen Besetzung live reproduzieren kann. Nach "Far Flung Realm" (2020) und der EP "The Daemon's Strain" (2022) steht anno 2025 mit "Reforged" das dritte Werk bereit, um Anhängern des traditionellen Metals mit Ausflügen in epische Welten die Freudentränen in die Augen zu treiben.

Für den Opener 'Ride For Ruin' hat man sich prominente Verstärkung an der Solo-Gitarre dazu geholt: Jeff Loomis. Doch im Ernst, das wäre gar nicht von Nöten gewesen, denn dieser Song ist für die Band auch so die perfekte Visitenkarte: Entweder packt dich die stark an MAIDEN-erinnernde Eröffnung sofort, oder wahrscheinlich nie. Durchzogen von feinen Riffs, geschmackvoll erhabenen Melodienbögen und vorgetragen von einer Stimme, die mich sehr an John Bush erinnert, reiten ADAMATIS hier eher in den Sieg als in den Ruin. Nicht ganz so treffsicher zeigt sich Song No. 2, welcher gleichzeitig auch eine Single war: 'Steelclad' kommt im Refrain dann doch etwas zu einfallslos daher, um sich ans Hitufer zu retten, aber live dürfte diese Nummer wirklich gut funktionieren. Bevor man als viertes Lied das Titelstück 'Reforged' aus dem Hut zaubert und reichlich MANOWAR-Vokabular im Gepäck hat, gönnt man uns zuvor eine kurze Pause mit dem grad mal 90-sekündigen Instrumental 'Funeral For A King'. Zweistimmige Gitarrenleads sorgen für dicke Atmosphäre. Die Zutaten sind nun bekannt, und es ändert sich "nur noch" die Länge der Songs und eventuell auch mal das Tempo, in dem sie vorgetragen werden. Zieht man das Instrumental ab, so besteht der reguläre Teil des Albums aus sechs Songs bei einer Spielzeit von etwas mehr als 35 Minuten. Die CD beinhaltet noch einen sechsminütigen Bonustrack und bringt das Album in dieser Form auf knappe 42 Minuten Spielzeit. Die Zeit vergeht wie im Fluge, und wer seine Freude an Musik hat, die epische Momente mit Melodienläufen der Gitarre erzeugt, der ist hier goldrichtig aufgehoben.

Was der Scheibe überaus gut zu Gesicht steht, ist der zwar basische, aber dennoch in den richtigen Momenten druckvolle Sound. Mix und Mastering des Albums wurden von Henrik Udd übernommen, dessen Dienste auch schon von HAMMERFALL oder POWERWOLF in Anspruch genommen wurden. Was man aus meiner Sicht allerdings noch einen Ticken besser hätte machen können, ist der Bass-Sound. Es gibt Momente, in denen der Bass eine wichtige Rolle einnimmt und daher auch sehr deutlich zu hören ist. An diesen Stellen kommen unweigerlich Assoziationen zu IRON MAIDEN auf. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn man den Bass-Sound ständig so antreffen könnte, was den Songs noch einen zusätzliche Kick verleihen würde. Doch das ist wahrlich Jammern auf hohem Niveau. Textlich widmet man sich Fantasy-Welten, beschränkt sich aber nicht bloß auf Tolkien. So ist im Song 'The Sailor On The Seas Of Fate' die Rede von Tanelorn, was auf Michael Moorcock zurückgeht und auch von BLIND GUARDIAN schon thematisch beackert wurde.

Mögt ihr epischen Heavy Metal? Wenn ja, dann solltet ihr dieser Band aus den USA auf jeden Fall eine Chance geben! Wenn ihr jetzt allerdings auf Keyboards und Drachenlyrik hofft, dann seid ihr auf dem Holzweg. An einigen Stellen erinnert die Band an IRON MAIDEN, hat dafür aber in Summe in meinen Ohren einen viel epischeren Ansatz. Sänger Jeff Stark erinnert mich an John Bush und überzeugt mit kraftvoller und eigenständiger Stimme. Was man der Platte ankreiden könnte, ist die etwas kurze Spielzeit, sowie den Umstand, dass die Single 'Steelclad' das Album in meinen Ohren nicht wirklich gut repräsentiert, da sämtliche übrigen Songs mich mehr ins Herz treffen. Leichten Abzug gibt es noch für den manchmal etwas verloren gehenden Bass, der (wie man an diversen Stellen hören kann) das Klangspektrum erweitern kann, wenn er gut hörbar ist. In Summe kommen wir damit aber auf 8,5 sehr solide Punkte und eine klare Empfehlung für jeden Fan traditioneller Klänge und zweistimmiger Gitarrenleads.

Anspielempfehlungen: 'Ride For Ruin', 'The Sailor On The Seas Of Fate' und 'The Fall Of Asterius'

8,5 wackere Schwerter

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Ride For Ruin (feat. Jeff Loomis) (5:19)
02. Steelclad (4:15)
03. Funeral For A King (1:32)
04. Reforged (5:30)
05. The Sailor On The Seas Of Fate (6:18)
06. Time Of Contempt (4:58)
07. Gates Of Miklagard (7.48)
08. The Fall Of Asterius (CD bonus track) (6:04)
Band Website: www.facebook.com/adamantisband
Medium: CD
Spieldauer: 41:42 Minuten
VÖ: 07.03.2025

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