Gallhammer - Ill Innocence

Review von Opa Steve vom 28.09.2007 (4101 mal gelesen)
Gallhammer - Ill Innocence Woah, in Zeiten der Überproduktion und ProTools kann es nur eine wirklich spektakuläre Änderung geben: die Wiederentdeckung des LoFi, des Drecks, des Gegenteil allen Schönen, der Freude am Untergang. Bei 3 japanischen Mädels Ende 20, die true mit Chains'n'Leather'n'Spikes posen und sich Black Metal auf die Fahnen geschrieben haben, denkt man erst: ei jo, da springt jemand auf den Zug auf und lässt sich als asiatischer Exot verkaufen. Dass diese Mädels kein gehyptes Industrieprodukt sind, fällt dem kundigen Fan aber schon beim Betrachten der bisher recht wenigen Pressefotos auf. Steht da doch eine Göre im CELTIC FROST Shirt (OK, sowas bekommt man hin), aber die andere wirbt doch tatsächlich für AMEBIX! Neee, hier steckt kein Management dahinter. AMEBIX kannte damals vor 20 Jahren keine Sau, und heute erst recht keine. Und GALLHAMMER haben AMEBIX tatsächlich verinnerlicht, und die frühen depressiven Crust-Einflüsse mit aktuellem Black Metal gemischt. Herausgekommen ist ein Bastard voller Krankheit, Primitivität und einer Riesenportion akustischen Schmutzes und geschickt als Stilmittel eingesetzten Dilettantismus. Melodie sucht man vergeblich, die Mädels röcheln unmenschlich, und die Stimmung ist durchweg auf dem Nullpunkt. Nihilismus in seiner befreiendsten Form. Der kriechende Opener ist purer morbider Horror, 'Speed Of Blood' eifert dem 80er-Extrem-Undergroundmetal nach, 'Delirious Daydreamer' erinnert von seiner Disharmonie an die genialen DAISY CHAINSAW. Akustikgitarren gibt es überraschenderweise bei 'Ripper The Gloom' zu hören, welches (genau wie 'Slog') nichts anderes als ein völlig depressives Intermezzo darstellt. 'Killed By The Queen' rotzt in bester britischer HC-Manier der 80er und dürfte live zu teuflischen Moshpits führen. Mit knarzigem Black Thrash wird der Endspurt eingeläutet, der mit 'Long Scary Dream' den Schulterschluss zum horrormäßigen Opener sucht. Als Bonus gibt es noch die Demo-Versionen von 'Speed Of Blood' und 'At The Onset...', welche sich bis auf's Arrangement eigentlich überhaupt nicht von den fertig "produzierten" Versionen unterscheiden. Selten klang Primitivität so eindrucksvoll, auch wenn man eine Weile braucht, um die heutigen Hörgewohnheiten zu durchbrechen.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01 At The Onset Of The Age Of Despair
02 Speed Of Blood
03 Blind My Eyes
04 Delirious Daydreamer
05 Ripper The Gloom
06 Killed By The Queen
07 Song Of Fall
08 Ashes World
09 Slog
10 Last Scary Dream
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 50:25 Minuten
VÖ: 24.09.2007

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