Transatlantic - The Final Flight: Live At L'Olympia

Review von Metal Guru vom 28.02.2023 (2650 mal gelesen)
Transatlantic - The Final Flight: Live At L'Olympia TRANSATLANTIC sind Neal Morse (Ex-SPOCK'S BEARD, NEAL MORSE BAND, solo), Mike Portnoy (Ex-ADRENALIN MOB, Ex-DREAM THEATER, Ex-WINERY DOGS, LIQUID TENSION EXPERIMENT, THE SONS OF APOLLO, whatever), Roine Stolt (Ex-KAIPA, Ex-KARMAKANIC, Ex-THE TANGENT, THE AGENTS OF MERCY, THE FLOWER KINGS, THE SEA WITHIN, solo) und Peter Trewawas (KINO, MARILLION) plus - as "touring member" only - Ted Leonard (Ex-ENCHANT, SPOCK'S BEARD) - eine sogenannte "Super-Group" also. Der nicht immer und schon gar nicht überall auftretende "Synergy-Effekt" (= alle Teile ergeben in Summe "mehr" als deren bloße Addition), funktioniert hier perfekt: Die super Gruppe spielt neo-progressive Mucke aus einem anderen - absoluten? - Universum! DAS bedeutet Songlängen von halben oder NOCH mehr Stunden! Aber nicht nur: Auch Balladen, "Fast-Hits" und Mitsing-Material säumen TRANSATLANTICs Weg 'Across The (Musical) Universe'. Wer allerdings auf Metal (und nichts als Metal) steht, WIRD enttäuscht: TRANSATLANTIC spielen KEIN metallisches Material - es wird NICHT gedoomt/gegrindet/gespeedet, NICHT gegrunzt/gekeift/geröchelt, NICHT getötet/vernichtet/zerstört. Als Vertreter des sogenannten "Neo-Progs" sind (waren?) TRANSATLANTIC die kompetentesten, möglicherweise melodischten, vielleicht virtuosesten von allen.

"The Final Flight - Live At L'Olympia" besteht aus drei Audio-CDs (beziehungsweise fünf Vinyls) und einer Video-BluRay. DIE liegt mir (als MP3-Empfänger) NICHT vor, also kann ich "nur" hören, nix sehen. Zelebriert wird TRANSATLANTICs letzte Studio-Produktion "The Absolute Universe" (die im coronal komplett verseuchten 2021 tatsächlich in zwei verschiedenen Versionen als "Forevermore" und "The Breath Of Life" rausgehauen wurde) in Gänze - scheint seit einigen Jahren nicht nur unter Proggern irgendwie "Mode" zu sein. Im vorliegenden Fall und zusammen mit einigen "Stage-Favourites" reden wir von fast 170 Minuten gesanglich grandioser, harmonisch herausfordernder, kompositorisch komplexer, melodisch magischer, rhythmisch raffinierter Ultra-Unterhaltung. Um's kurz zu machen: Viel besser geht's meiner bescheidenen Meinung nicht, aber ICH bin ja auch "Abiturienten-Mucker", ICH bin ja auch "alt" - ein geriatrischer Prog-Head mit entsprechenden Vorlieben (ELP, GENTLE GIANT, GENESIS, JETHRO TULL, KING CRIMSON, RUSH, UK, YES). Während CDs 1 und 2 "The Absolute Universe" mehr oder minder 1:1 reproduzieren, bietet CD No. 3 drei altbekannte "Hits" des transatlantischen Vierers beziehungsweise Fünfers: 'The Whirlwind Medley' (= das auf lapidare 35 Minuten gekürzte 80-Minuten-Magnum-Opus aus dem Jahre 2009), die Dreiviertel-Schunkel-Ballade 'We All Need Some Light' (inklusive "Audience Participation") und not least (but last?) das 'Final Medley' - der Titel sagt alles! Ja, wenn's DAS hier tatsächlich gewesen sein sollte, verlassen TRANSATLANTIC die Bühnen der progressiven Musikanspannung mit einem Mega-Bang, einem Super-gaU (= größtmögliche akustische Unterhaltung), einem Vier- beziehungsweise Fünffach-Wumms. Wie gesagt: Besser geht (live) nicht ...

Was soll man sagen - zu Super Groups im Allgemeinen, zu TRANSATLANTIC im Besonderen, zu "The Final Flight - Live At L'Olympia" im Speziellen? Vielleicht dies: Vier begnadete Musiker und Sänger (plus ein fünfter ebenso begnadeter Musiker und Sänger) zelebrieren ihren letzten Output in Gänze plus einige Publikumskracher in Auszügen. DAS machen sie erwartungsgemäß professionell, routiniert und virtuos. Aber braucht Diverse/Frau/Mann "The Final Flight - Live At L'Olympia"? Hm, wer alle offiziellen TRANSATLANTIC-Scheiben unter'm Schrank stehen, hinter'm Regal rotten oder auf'm Bett bleiern hat und saubere Studio- generell legeren Live-Performances vorzieht: NO! Wer allerdings (wie der Rezensent) davon ausgeht, dass "da eh nix mehr kommt" - der oder die MUSS dieses "Final Statement" (inklusive BluRay!) abgreifen. Neun Blutstropfen einzig und allein aufgrund der auf Dauer doch reichlich an die Substanz gehenden Video-Effekte ...

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
CD 1 (48:13)
01. The Absolute Universe Intro (01:52)
02. Overture (07:21)
03. Reaching For The Sky (05:39)
04. Higher Than The Morning (05:10)
05. The Darkness In The Light (05:25)
06. Take Now My Soul (03:53)
07. Bully (02:11)
08. Rainbow Sky (03:06)
09. Looking For The Light (04:15)
10. The World We Used To Know (09:21)

CD 2 (49:27)
11. Mike Portnoy Intro (03:21)
12. The Sun Comes Up Today (05:22)
13. Love Made A Way (Prelude) (02:23)
14. Owl Howl (06:41)
15. Solitude (05:37)
16. Belong (03:18)
17. Lonesome Rebel (02:47)
18. Can You Feel It (03:09)
19. Looking For The Light (Reprise) (04:59)
20. The Greatest Story Never Ends (03:55)
21. Love Made A Way (07:55)

CD 3 (72:12)
22. The Whirlwind Suite (34:56)
23. Neal Morse & Roine Stolt Intro (02:39)
24. We All Need Some Light (06:18)
25. The Final Medley (28:19)
Band Website: www.transatlanticweb.com/
Medium: CD + digital
Spieldauer: 169:52 Minuten
VÖ: 17.02.2023

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten