Risingfall - Rise And Fall

Review von Opa Steve vom 22.11.2022 (224 mal gelesen)
Risingfall - Rise And Fall Ich fand es als junger Metal-Fan in den Achtzigern schon etwas wunderlich, als ich zum ersten Mal (in einer deutlich weniger kosmopolitischen Welt als heute) LOUDNESS hörte. Japan, was in Zeiten lange vor dem Internet für mich ganz weit weg war, hatte bei den heimischen Metal-Bands einen interessanten Slang, an dem man die japanischen Bands auch heute noch erkennt. So auch bei RISINGFALL. George Naruki Ito hat diesen Singsang in der Stimme, wozu natürlich auch passt, dass japanische Gesangsmelodien oft mal wilde Kapriolen über zwei Oktaven schlagen. Musikalisch bieten die Vier nur ganz wenig Zeitgenössisches, dafür aber eine Menge Retro Metal-Sounds zwischen Heavy und (seltenem) Speed. Der Retro-Charme kommt besonders bei 'Dancing In The Fire' hervor, wo sowohl bei Riff als auch Vocals gefühlt 4721 Bands Pate gestanden haben könnten. Nicht schlecht, aber in dieser Art so unglaublich oft schon gehört. Das ist so Musik, die man in der lokalen Szene mit einem Bier auf einem intimen Clubgig quer durch die Republik abfeiern kann. Wo es auch egal ist, wenn der Gesang in den hohen Ausbrüchen so manche Schäche zeigt. Schwächen sollten bei Studioalben allerdings nicht auftreten, auch wenn man seine Musik so authentisch wie möglich auf Silberling oder Vinyl-Pfannekuchen bannen möchte. Schon im Traditionsprogramm vor 40 Jahren wurde darauf geachtet, dass die Instrumente ordentlich gestimmt sind, und gute Produzenten hielten die Band mit einem offenen Ohr davon ab, zu peinliche Passagen abzuliefern. Was ich damit sagen möchte: Mit einem Produzenten von früher hätte man eine Nummer wie 'Rock Fantasy' nicht auf die Allgemeinheit losgelassen. Es klingt so käsig wie die verstimmten Gitarren zu Beginn, und die ausufernden "Hoohoohohohoo"-Passagen sind schon ein bisschen zum Fremdschämen. Bands, die damals so klangen, haben solche Songs heute im Giftschrank. Auch die Flöten in 'Arise In The Ashes' lassen zum Gesang hier und da mal den Gedanken aufkommen, ob "Rise Or Fall" als erster Longplayer (nach diversen EPs, Demos und Livescheiben) vielleicht ein bisschen leichtfertig zusammengestellt wurde. Da freut man sich direkt, wenn beim Titelsong endlich mal die Speed-Axt rausgekramt wird. Da ist es auch egal, dass die Twin-Guitars so berechenbar agieren, wie es nur geht, aber der Song geht wenigstens mal straight und ohne größere Kuriositäten über die Bühne.

RISINGFALL werden auch nach einigen Jahren ihrer Bandkarriere vermutlich auf einem Liebhaberposten für eine besondere Zielgruppe verharren. Die Konkurrenz ist allerdings weltweit zu stark, als dass sie weiter oben mitschwimmen könnten.

Gesamtwertung: 4.5 Punkte
blood blood blood blood dry dry dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Kamikaze
02. English Motor Biker
03. Dancing In The Fire
04. Rock Fantasy
05. Risingfall
06. Never Surrender
07. Arise In The Ashes
08. Master Of The Metal
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 35:44 Minuten
VÖ: 18.11.2022

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten