The Sade - Nosturna

Review von Stormrider vom 17.11.2022 (174 mal gelesen)
The Sade - Nosturna Mir waren THE SADE bis dato kein Begriff, und ich habe so das Gefühl, dass sie sich mit ihrem aktuellen Werk, "Nocturna", auch genauso schnell aus meinem Gedächtnis verabschieden, wie sie kurzfristig auf dem Rezensionstisch gelandet sind. Zwar vermag der Opener, 'Sinner', noch mit einem sehr tanzbarem Groove zu punkten, der an die SISTERS OF MERCY und in den Vocals sehr stark an THE 69 EYES erinnert, aber abgesehen davon, dass sich die Knie direkt in Bewegung setzen, bleibt von dem Track auch nach mehrmaligem Hören nichts hängen. Das ist so ein typischer Song, wie er in den dunklen Tanztempeln zwischendurch eingestreut wird, um mal ein wenig durchschnaufen zu können. Die Masse wird sich weiterbewegen und die Tanzfläche nicht verlassen, aber sie wird den Song eben auch nicht abfeiern. Und das lässt sich fast problemlos auf alle Tracks münzen. 'End Of Time' hat einen klassischen Handclapbeat und 'No Mercy' klingt nochmal wie die HELSINKI VAMPIRES, nur mit mehr Synthies. Natürlich darf in dem Genre auch eine obligatorische Ballade mit einfachster Pianounterlegung nicht fehlen. Und so wird sie mit 'King And Queen' auch geliefert. Erinnern tut man sich nach dem Hören genau an: Nichts. 'Lullaby' funktioniert ebenfalls als das, was der Titel suggeriert und ist ein ausgesprochenes Narkotikum, was gleichsam für die ersten fünf Minuten von 'Long Live Death' gilt. Vielleicht versucht man den Hörer schön einzudämmern, ehe man mit einem ganz netten Gitarrensolo aufwartet. Da wird dann auch die originäre musikalische Herkunft der Italiener deutlich. Denn sie kommen gar nicht aus dem Dark Rock oder Gothic, sondern eigentlich aus dem Hard Rock. Und dass sie das Rocken eigentlich ganz gut draufhaben, zeigt das gallopping Riffing in 'Another Prayer'. Dennoch bleibt am Ende einfach zu viel Durchschnitt und es gibt keine richtigen Höhepunkte, die man herausheben könnte. Und wenn dieser Durchschnitt dann noch in eine dünne Produktion gehüllt wird, der es an Punch und Durchschlagskraft fehlt, ist das Material eben schnell wieder vergessen.

Ob "Nocturna" nun eine echte musikalische Umbesinnung, ein Experiment oder eine Coronadepression ist? Man weiß es nicht so genau. Was man aber mit Sicherheit sagen kann, das ist, dass es im Dark Rock einfach reihenweise Bands gibt, die trotz Grabesstimmung eine tanzbare Atmosphäre hinbekommen und deren Songmaterial nicht nur für die Zeit des aktiven Hörens im Ohr bleibt. Für mich ist "Nocturna" nette Hintergrundbeschallung für einen Herbstnachmittag, wenn man sowieso in melancholischer Stimmung ist und Molltöne dieses Gefühl noch verstärken sollen, ohne die Aufmerksamkeit allzu sehr zu beanspruchen.

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Sinner
02. End Of Time
03. No Mercy
04. Guilty
05. King And Queen
06. Oracle
07. Lullaby
08. She Dies
09. Long Live Death
10. Another Prayer
11. Flatline
12. Drama
13. Reflection
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 39:23 Minuten
VÖ: 28.10.2022

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