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Memory Garden - 1349

Review von derkleinekolibri vom 04.02.2022 (982 mal gelesen)
Memory Garden - 1349 Nach acht Jahren Pause entschieden sich MEMORY GARDEN dafür, ein Konzeptalbum herauszubringen, das nicht weit entfernt von ihren Wurzeln beheimatet sein würde. Doom Metal trifft auf Power Metal, eine nicht immer funktionierende Gratwanderung, doch dem schwedischen Quintett, das bereits auf fünf großartige Longplayer zurückschauen kann, ist es gelungen, eine Symbiose besonderer Art auf den Weg zu bringen. Gepaart außerdem mit den klassischen Elementen des Heavy Metals entstand ein Album, das sich keinesfalls hinter seinen Vorgängern verstecken muss.

Bereits die ersten Töne entreißen den Hörer der Wirklichkeit, in der er lebt. Schnell taucht er in jenes Zeitalter ein, welches man sich heute kaum noch vorstellen kann. Warum just zu diesem Zeitpunkt ein Album über das erste Auftreten der Pest in Europa eingespielt wird, vermag man nur erahnen, lässt es doch großen Spielraum für Mutmaßungen jedweder Art. Je mehr man sich mit den einzelnen Titeln beschäftigt, desto intensiver spürt man, dass hier nicht nur einfach ein paar Gitarrenriffs auf ein Schlagzeug, einen Bass sowie eine Stimme treffen, sondern dass man in mühevoller Kleinarbeit versucht, nein, es geschafft hat, komplizierte Musikstücke zu kreieren. Sicher, an der ein oder anderen Stelle hakt es ein wenig, so mag man auf der einen Seite ein mehrfach gesungenes "La, la, la" durchgehen lassen, aber so richtig passend ist es auf der anderen Seite nicht für diese Art von Musik.

Stefan Berglund ist es zu verdanken, dass er mit seiner anpassungsfähigen Stimme jedem Song eine besondere Stimmung verleiht, sodass man der Band auch abnimmt, sich mit der Geschichte, die sie zum Besten geben, beschäftigt zu haben. Schön, wenn Musik nicht nur gemacht wird, um das eigene Ego zu befriedigen.

Ein erster Höhepunkt ist erreicht, wenn 'Distrust' die Trommelfelle unserer Ohren umschmeichelt. Die Wirkung des Songs nimmt noch zu, wenn man sich Kopfhörer aufsetzt und eine musikgerechte Lautstärkeeinstellung wählt. Dann wird einem auch bewusst, wie verschachtelt manch ein Song ist. Bereits zu diesem Zeitpunkt steht fest, ein Durchlauf wird nicht reichen, um all die Besonderheiten herauskitzeln zu können. Dass man bei 'The Flagellants' etwas theatralisch wird, nimmt man den Jungs nicht übel. Es ist und bleibt eben eine Gratwanderung, die sie hier erfolgreich absolvieren.

Besonders ins Ohr geht 'The Messenger'. Das Stück ist so komplex, da muss schon eine Desoxyribonukleinsäure zum Vergleich herhalten, damit man versteht, welch musikalisches Potenzial notwendig ist, so etwas auf die Beine zu stellen. Die Gastsängerin Josefin Bäck, die schon der 'Marion' vom 1993er Demo ihre Stimme verlieh, tut ihr Übriges zum Gelingen der Musikstücke. Ohne ihr gelegentliches gesangliches Engagement würde dem Album etwas fehlen, so als würde man Rühreier ohne Eier machen.

Auf ähnlich hohem Niveau und deswegen ebenfalls erwähnenswert sind noch 'The Empiric' und 'Blood Moon'. Den Rausschmeißer sieht man gar nicht als solchen, denn mit Sicherheit hat man längst Maßnahmen getroffen, um "1349" in heavy rotation zu genießen. Das gelingt natürlich nur mit der CD-Variante. Bei der Vinyl-Variante, bestehend aus zwei Schallplatten, die es dankenswerterweise ebenfalls zu kaufen gibt, muss man sich etwas anderes einfallen lassen, um den musikalischen Genuss nicht enden zu lassen.

Für welches Format man sich auch entscheidet, man macht mit dem Erwerb des sechsten Albums von MEMORY GARDEN keinen Fehler.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Shallow Waters 4:35
02. Pariah 6:07
03. Distrust 6:30
04. Rivers Run Black 7:47
05. The Flagellants 5:35
06. The Messenger 4:21
07. The Empiric 4:55
08. 1349 4:57
09. Blood Moon 6:39
Band Website: www.facebook.com/memorygardenofficial
Medium: CD, 2 LPs
Spieldauer: 51:28 Minuten
VÖ: 17.12.2021

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04.02.2022 1349(8.0/10) von derkleinekolibri

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