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Mirror - Pyramid Of Terror

Review von baarikärpänen vom 28.06.2019 (2999 mal gelesen)
Mirror - Pyramid Of Terror Da schlag doch einer lang hin! Ausgerechnet aus dem sonnigsten Teil des Mittelmeeres, Zypern, um es genau zu sagen, kommt eine Kapelle aus dem Quark, die den frühmetallischen Spirit von foggy and rainy Great Britain aufgesogen hat, wie es selbst die Briten seit Jahren nicht mehr hinbekommen haben. Okay, fairerweise sei angemerkt, dass die erste Version von MIRROR rund um Mainman und Bassist Tas Danazoglou in London beheimatet war. Was den Guten wieder nach Zypern gebracht hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist letztlich aber auch vollkommen egal, denn die neue, rein zypriotische Ausgabe von MIRROR langt auf dem zweiten Langeisen "Pyramid Of Terror" aber mal so richtig hin. Leck mich fett! Wo andere was von "true" faseln, sich zum Retter des traditionellen Stahls erklären, hat Danazoglou eine ganz genaue Vision. Und die setzt er 1:1 um. Keine Kompromisse, kein Nonsens. Hier wird das Eisen auf althergebrachte Weise geschmiedet, so wie es sein soll. Sicher, das machen unzählige andere Kombos auch, aber MIRROR kauft man zu jeder Sekunde ab, dass sie mit vollem Herzblut hinter dem stehen, was sie auf den Hörer loslassen. Kein Kalkül, sondern bodenständige Ehrlichkeit.

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Die Zutaten, derer sich MIRROR bedienen, sind, wie sollte es bei dieser Spielart des Metals auch anders sein, bekannt. Die Jungs dürften das ein oder andere Ohr bei den ersten beiden Scheiben von IRON MAIDEN oder bei BLACK SABBATH zu Zeiten von Tony Martin riskiert haben. Was aber nicht heißt, dass nicht auch stilprägende Bands von jenseits des Atlantiks ihre Spuren im Sound hinerlassen haben. Hier sei vor allem MANILLA ROAD genannt. Bei denen haben sich MIRROR das epische Element ausgeborgt. Am deutlichsten rauszuhören auf 'Apollo Rising', eine geschickte Vermischung von SABBATH und MANILLA ROAD. Dagegen sind der Opener 'Pyramid Of Terror' und 'I Am The Freak' nach vorne gehende Banger vor dem Herrn. Die offensichtlichsten Verbeugungen vor den frühen Leistungen der eisernen Jungfrau finden sich auf 'Secrets Of Time' und 'Running From The Law'. Falls jetzt jemand die Hand hebt und meint sagen zu müssen, dass das alles ja auch nur mäßig spannend ist, der darf die Tatze gleich wieder runternehmen. Denn das "Wie" ist auf vorliegender Scheibe das Entscheidende. MIRROR sind das Authentischste, was mir in den letzten Monaten zu Ohren gekommen ist. Wer den Geist der frühen Jahre so gekonnt in Songs gießt, die traditionellen Metal aus jeder Pore schwitzen, vor dem darf man schon mal den Hut ziehen. Und es sind letztendlich auch die Feinheiten, die den Unterschied ausmachen. Wenn eine Hommage an MAIDEN wie 'Running From The Law' mit jeder Menge URIAH HEEP aufgepeppt wird und es auch noch passt wie Arsch auf Eimer, dann ist das ganz großes Kino. Apropos Kino: 'Black Magic Tower' mit seinen Helden-Chören klingt so, als ob MIRROR dem Soundtrack eines B-Klassen-Monumentalschinkens über die Fahrten des Odysseus einer metallischen Frischzellenkur unterzogen hätten. Das daraus ein Song wird, der dich mitnimmt, das muss man ja auch erst mal auf die Kette bekommen. Dazu gesellt sich dann auch noch die Stimme von Sänger Jimmy Mavromatis, die völlig eigenständig klingt. Bei der Suche nach Vergleichen bin ich gerade mal auf David Byron (ebenfalls URIAH HEEP) gestoßen. Und selbst der Vergleich hinkt ein wenig. Am besten selber mal reinhören. Dass MIRROR "Pyramid Of Terror" einen Sound jenseits vom Pro Tool-Overkill spendiert haben, ist den Jungs auch hoch anzurechnen.

Fakt ist, dass seit MIDNIGHT RIDER, die sich eher den Anfängen von JUDAS PRIEST gewidmet haben, keine andere Band so tief in die Geschichte des frühen traditionellen Metals eingetaucht ist und trotzdem den modernsten Ansprüchen genügt. Das alleine ist ja schon mal eine Kunst, an der andere krachend scheitern. Der einzige Wermutstropfen wird sein, dass es sich MIRROR mit ihrer Mucke höchstens in einer kleinen aber feinen Nische, weitab vom Mainstream, gemütlich machen werden. Sei es, wie es ist. Der dem musikalischen Fast Food zugeneigte Hörer wird anderweitig was finden, was ihn befriedigt, der Gourmet greift hier zu, und am besten gleich beim Vinyl. Denn das Artwork von "Pyramid Of Terror" alleine rechtfertigt schon jeden einzelnen Cent.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood blood dry
Trackliste Album-Info
01. Pyramid Of Terror
02. I Am The Freak
03. Secrets Of Time
04. Masters Of The Deep
05. Running From The Law
06. Apollo Rising
07. Black Mafic Tower
08. Nitocris
09. The Last Step Down
Band Website: www.facebook.com/mirrorheavymetal/
Medium: CD
Spieldauer: 40:59 Minuten
VÖ: 28.06.2019

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28.06.2019 Pyramid Of Terror(9.0/10) von baarikärpänen

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