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Crom Dubh - Firebrands And Ashes

Review von Humppathetic vom 19.06.2019 (2638 mal gelesen)
Crom Dubh - Firebrands And Ashes Jetzt habe ich aber mal ein Problem. Ich weiß nicht, wie ich dieses Review anfangen soll. Vielleicht damit, dass Ván Records immer wieder gut dafür ist, interessante Bands unter Vertrag zu nehmen und sie der (relativ, für Black-Metal-Verhältnisse) breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen? Oder damit, dass die Band, um die es hier geht, nämlich CROM DUBH, passenderweise aus England kommt, das (relativ gesehen) zwischen Norwegen und Irland liegt, was man zufällig auch in der Musik wiedererkennt? Oder lieber doch mit was ganz Trivialem, nämlich damit, dass das Logo der Band äußerst unleserlich und doch wunderschön ist? Ich weiß es nicht. Du, werter Leser, darfst dir das also aussuchen. Ich mache solange mal mit der Musik und der Band weiter. CROM DUBH gibt es nunmehr seit 2003, und nach ein paar Besetzungswechseln hat man es seit 2015, also dem Jahr des Erscheinens ihrer ersten Scheibe "Heimweh", geschafft, ein konstantes Line-up zu haben, was der Progression der Gruppe und der ihr eigenen Musik sicherlich mehr als nur zugutekommt. Interessanterweise jedoch unterscheiden sich "Heimweh" und "Firebrands And Ashes" auffällig. Das Debüt, noch in der DIY-Variante aufgenommen und produziert, kam mit verwaschenen Gitarren und einem klaren 90er-Jahre-Vibe um die Ecke, während sich auf dem diesjährigen Tonträger nicht nur die Produktion professionalisiert hat (so man es denn so nennen will), sondern auch der Stil verändert wurde. Black Metal ist das noch ganz sicher, aber eben Pagan Black Metal. Und ich kann mir vorstellen, was jetzt für Emotionen bei manchen von euch reflexartig hochkochen:"Ach, nee! Bloß kein Pagan Black! Das ist doch alles Tavernen-Geschunkel mit Bierzelt-Texten vom Niveau einer Helene Fischer!" Und ihr habt mit dieser Reaktion leider oftmals Recht. Bands aus den Kategorien Pagan, Folk und/oder Viking stürzen bei ihrem selbstverschuldeten Seiltanz häufig in die nicht enden wollende Schlucht aus Bierseligkeit und banaler, manchmal Fremdscham induzierender Blödheit - und das kommt von einem Herrn, der sich solche Musik zumindest betrunken auch mal geben kann. Aber CROM DUBH schaffen es, diese Felsen zu umschiffen und eben keine erwartbare Havarie hinzulegen.

Das allein heißt allerdings natürlich noch lange nicht, dass das Album auch gut ist. Und da entsteht in mir eine unangenehme Ambivalenz, die sich so unglaublich schwer in Worte kleiden lässt. Daher versuche ich mich mal an so etwas Ähnlichem wie einer Track-by-Track-Analyse. Nach dem Intro 'Boreal' marschieren die vier Männer auch schon los, und das in einer Art, wie sie für den Vorgänger bezeichnend war und auch für dieses Werk sein wird. Treibend, im Mid-Tempo angesiedelt, lässt man seine Riffs lange wirken und scheut sich nicht davor, Wechsel im Riffing erst recht spät im Song zu platzieren. Nichtsdestotrotz geht man hier aber auch nicht den Weg von BURZUMs 'Dunkelheit' oder URFAUSTs 'Verflucht Das Blenden Der Erscheinung' - im Klartext: Man gönnt dem Hörer schon noch Abwechslung. Und das klappt für die ersten drei Songs auch ziemlich gut (wenngleich das Hauptriff von 'Last Dust' knapp an einem Plagiat vorbeirauscht). Stampfend und angenehm zurückhaltend präsentieren sich die Engländer hier, wie sie es auch schon auf "Heimweh" taten. Keine Spielereien, keine Fisimatenten, einfach ehrlicher, geradliniger Pagan Black.

Nur muss ich leider auch sagen, dass nach dem großartigen und für mich das Highlight bildenden 'Ram In A Thicket' ein wenig der Saft raus ist. Sowohl 'Burning' als auch 'Astride The Grave' vermögen es nicht, in mir etwas zu bewegen, und der Rausschmeißer 'Endless Night' fungiert eben als genau das: Als Rausschmeißer, der zur Hälfte Song und zur Hälfte episches Outro ist oder zumindest sein will.

Daher haben wir nach der tollen ersten Scheibe, die für mich, ganz subjektiv, auch besser produziert war (wer die verwaschenen Gitarren à la NARGAROTH oder FROZEN SHADOWS kennt, weiß, was ich meine), nun ein Werk, das da nicht ganz herankommt. Ganz sicher kein Rohrkrepierer, aber stringenteres Songwriting wäre wünschenswert. Und bis zum nächsten Album warte ich gespannt. Angefixt wurde ich zumindest.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood dry dry dry dry
Trackliste Album-Info
01. Boreal
02. Firebrands And Ashes
03. Last Dust
04. Ram In A Thicket
05. Burning
06. Astride The Grave
07. Endless Night
Band Website: www.facebook.com/cromdubhmetal/
Medium: CD, LP
Spieldauer: 43:11 Minuten
VÖ: 14.06.2019

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19.06.2019 Firebrands And Ashes(6.5/10) von Humppathetic

23.03.2015 Heimweh(8.0/10) von grid

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