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1782 - 1782

Review von Zephir vom 13.06.2019 (1360 mal gelesen)
1782 - 1782 Am 13. Juni 1782 wurde im Schweizer Kanton Glarus eine der letzten Hexenhinrichtungen vollzogen - der Fall der Dienstmagd Anna Göldi gilt gemeinhin als die letzte "legale" Hinrichtung wegen Hexerei in Europa. Diesem grausigen Thema widmet sich das Duo 1782, erst vergangenen Dezember gegründet von Marco Nieddu und Gabriele Fancellu. Die beiden spielen der hingerichteten Göldi und vielen weiteren Leidensgenossinnen zu Ehren einen kargen Doom mit 70er-Jahre-Anstrich, dessen ersten Silberguss sie gemäß der Thematik ebenfalls mit "1782" betitelten.

Die Musik kommt extrem minimalistisch aus mit Gitarre, Bass und Vocals von Nieddu sowie Drums und Backing Vocals von Fancellu. Die acht Tracks schleichen sich drohend verhalten und oftmals sehr Stoner-like durch die schwere Thematik; sich hypnotisierend oder wie hypnotisiert wiederholende Riffs vernebeln die Sinne und lassen die weit entfernt verfremdet erklingenden, halb geschrienen Vocals noch fremder, noch entfernter klingen, alldieweil der Bass in tiefsten Tiefen schnarrt. Zu ihrem Label Heavy Psych Sounds, das auf Stoner und Sludge spezialisiert ist, passen 1782 damit ausgezeichnet - und Labelgründer Gabriele Fiori (BLACK RAINBOWS) spielt im Track 'She Was A Witch' selbst eine Solo-Gitarreneinlage.

Besonders gruselig wird es im Titeltrack '1782', als gegen Ende eine Hammond-Orgel im 60er-Jahre-Stil losorgelt (Verantwortlicher: ein Gastmusiker namens Nico Sechi), was dem trotz seiner Kargheit recht filmisch anmutenden Album einen grotesken Anstrich verleiht: Wie aus der Zeit gefallen wirkt das Opus, das sich mit einem zum Glück aus der Zeit gefallenen Thema in künstlerischer Freiheit auseinandersetzt. Die Hammond-Orgel gibt es dann noch einmal im PINK FLOYD-Cover 'Celestial Voices', das sich nahtlos in das Album fügt und dieses in stimmiger Akkordfolge beschließt.

Auch wenn Anna Göldi anno 1782 offiziell nicht als Hexe, sondern als Giftmörderin verurteilt und selbst wenn sie ihren gewaltsamen Tod nicht durch Feuer, sondern mit dem Schwert erlitt: Die Schwere der Angelegenheit mindert sich dadurch mitnichten. Nieddu und Fancellu widmen sich alledem ohne Effekthascherei oder unangemessener Verklärung.

Empfohlen wird "1782" Fans von BLACK SABBATH oder auch ELECTRIC WIZARD.

Gesamtwertung: 6.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Intro (...To The Church)
02. Night Of Draculia
03. The Spell (Maleficium Vitae)
04. She Was A Witch (feat. Gabriele Fiori)
05. Black Sunday
06. Oh Mary
07. 1782
08. Celestial Voices (PINK FLOYD-Cover)
Band Website: www.facebook.com/1782doom
Medium: CD
Spieldauer: 39:00 Minuten
VÖ: 24.05.2019

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