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Die Vinyl-Manufaktur (Teil 1)

Ein Artikel von derkleinekolibri vom 08.11.2022 (158 mal gelesen)
Wir wissen, es gibt unter euch jede Menge Vinyl-Fans. Habt ihr schon mal was von Art Vinyl, Filled Vinyl, Hologramm Vinyl, Liquid filled Vinyl oder Sand & Glitter filled Vinyl gehört? Noch nicht?

Dann wird es aber Zeit und deswegen wollen wir euch heute etwas ganz Besonderes vorstellen:

In Pforzheim hat es sich ein begeisterter Vinyl-Fan zur Aufgabe gemacht, Schallplatten zu veredeln. Farbige und Picture Discs waren ihm nicht genug. So überlegte er sich etwas, dem man ganz schnell anheimfallen kann, wenn man, so wie ich, seit fast fünfzig Jahren ununterbrochen Vinyl kauft, mal mehr, mal weniger. Letzteres war eigentlich nur der Fall, als meine beiden Kinder in den 90er Jahren das Licht der Welt erblickten.

Wir haben beide über einen sehr langen Zeitraum viele Gespräche geführt und etliche E-Mails ausgetauscht, bis wir dieses hoffentlich interessante Interview endlich fertig hatten.

Zuviel möchte ich im Vorfeld nicht verraten, aber es wird um eine besondere Form der Veredelung von Schallplatten gehen, bei der aus zwei einseitig bespielten Vinyls eine neue geschaffen wird, in die man Flüssigkeiten und andere Materialien einbringt, so dass beim Bewegen dieser speziellen Scheibe ihr Inneres immer sein Aussehen verändert.

Wessen Interesse ich nun geweckt habe, der möge mit dem Lesen des ersten Teils unseres Interviews beginnen.

Wer noch tiefer eintauchen möchte, der findet auf dieser Webseite nicht nur Informationen, sondern auch klasse Bilder: vinyl-manufaktur.de.

imgrightLos geht's:

Nico, wann und wo wurdest du geboren?

Nico: Moin. Ja, ich bin ein DDR-Kind, made in Karl-Marx-Stadt. Heute auch unter dem Namen Chemnitz bekannt. Und das Ganze war dann 1983.

Wie hast du deine Kindheit verbracht und hattest du schon vor der Schule irgendwelche Hobbies?

Nico: Das ist eine sehr gute Frage, über die ich tatsächlich erst einmal nachdenken musste, da es ja jetzt doch schon etwas her ist. Aber ja, ich hatte meine Kindheit in einem typischen DDR-Hinterhof mit vielen anderen Kids verbracht und dabei natürlich schon in jungen Jahren angefangen, immer wieder den Vogel durch Streiche und andere Aktionen abzuschießen. Ansonsten bin ich doch schon recht früh mit Musik in Kontakt gekommen und mir auch sehr früh sowohl die linke als auch rechte Szene angeschaut, da beide Gruppierungen in Chemnitz damals doch recht dominant waren. Beide Gruppierungen sind einem auf dem Weg zur Schule, in der Freizeit in den Jugendhäusern und auch so begegnet. Aufgrund des damaligen Hypes um Inline-Skates war ich damals noch recht mutig und bin neben Bergen auch viel in der Halfpipe mit den Dingern gefahren. Alles natürlich ohne Helm und irgendwelchen anderen Schutzmaßnahmen. Heute undenkbar (grinst). Nachdem in Chemnitz dann so ungefähr mit 12 Jahren mein größtes Hobby war, Nazis zu ärgern und das eigentlich täglich und dadurch natürlich auch öfters mal eine drauf bekam, hat mich meine Mutter gepackt und wir sind in das beschauliche Bad Wildbad im Schwarzwald gezogen, wo ich dann direkten Anschluss an die örtliche Punk- und Skate-Szene erhielt und dann mit dieser ein Jugendhaus aufgebaut habe, welches heute noch aktiv ist. Das war dann auch die Zeit, in der ich im Musikgeschehen aktiv wurde.

Welche Schule hast du besucht und welchen Schulabschluss hast du in der Tasche?

Nico: Ich hab erst einmal dank meiner Null Bock- und No Future-Einstellung den Hauptschulabschluss gemacht (bitte frage nicht nach der Abschlussnote, sie war sehr knapp!) und nach meiner ersten Ausbildung zum Forstwirt und einem Jahrgangsbestenzeugnis hab ich dann noch die Realschule nachgeholt. Für mehr hat es dann am Ende leider doch nicht gereicht, da ich recht früh Vater wurde.

Hast du studiert? Wenn ja, was? Oder hast du eine Berufsausbildung direkt nach der Schule gemacht? Und wenn ja, welche?

Nico: Zuerst habe ich mal den Forstwirt gemacht, damit ich überhaupt mal etwas in der Tasche habe und im tiefen Schwarzwald hat man mit einem Hauptschulabschluss eigentlich kaum eine andere Perspektive. Später hatte ich dann das Glück, noch eine Umschulung zum Industriekaufmann zu machen, was mir im Prinzip auch zu meinen diversen Selbstständigkeiten verholfen hat.

Wann hast du begonnen, Musik nicht nur nebenbei zu hören, sondern mit voller Aufmerksamkeit?

Nico: Tatsächlich schon mit 12 Jahren und zwar jede Form des Punks. Hauptsächlich aber Deutschpunk. Damals gab es noch richtig gute Labels und Bands und dem ein oder anderen sind sicherlich Bands wie TUT DAS NOT, WOHLSTANDSKINDER, BOXHAMSTERS oder ...BUT ALIVE ein Begriff. Aber auch DIE ÄRZTE und DIE TOTEN HOSEN dürfen natürlich zum Einstieg in die Szene nicht fehlen. Dann hatte ich ja noch das Glück, in die ganze Crossover-Zeit hineingefallen zu sein. Na ja, irgendwann mit 14 oder 15 Jahren wollte ich dann eigentlich auch aktiv Musik machen und bin tatsächlich an allen Instrumenten gescheitert. Ich hab einfach keinen Rhythmus im Blut und kann nicht wirklich singen, also wurde der Gedanke dann recht schnell begraben. Bis ich auf eine Gruppe Leute gestoßen bin, die hier und da Konzerte und Parties organisiert haben. Das war der Startschuss für meine ganze Laufbahn in der Musikszene.

Weißt du noch, welches deine erste Anlage war?

Nico: Ha, ha, ha, ja. Das war von Otto oder Quelle eine Anlage, wo alles in einem Block war. Ich meine, es war Universum.

Hast du noch Kassetten gehört und selbst aufgenommen?

Nico: Mit Kassetten bin ich faktisch groß geworden und das war damals ja die einzige Möglichkeit, an Musik zu kommen, denn Schallplatten waren für mich unbezahlbar und die CD noch eher ein Exot unter den Medien. Wie so ziemlich alle habe ich mir recht viel beim Radio aufgenommen und dann bis zum Ausleiern gehört.

To be continued ...

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