Jess By The Lake - Human | |
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| Review von derkleinekolibri vom 23.09.2026 (539 mal gelesen) | |
Seit gut zwei Wochen ist das analoge Machwerk "Human" von JESS BY THE LAKE physisch als Vinyl, Compact Disc und Cassette sowie digital erhältlich. Die Arbeiten begannen bereits 2019, vier Jahre später bannte man die Musik direkt eingespielt auf einem Magnetband. Um das Produkt schließlich auf die Menschheit loszulassen, vergingen weitere drei Jahre. Dafür hält man jetzt ein sehr spezielles Album mit neun Stücken und einer Laufzeit von 42 Minuten und 22 Sekunden in den Händen - sofern man es nicht als Download erworben hat, was "Human" absolut unwürdig ist. Man mag über die Musik streiten, aber in jedem der Songs steckt eine Menge Herzblut, und wer sich die Mühe macht genau hinzuhören, wird der vielen Emotionen gewahr, die aus den Lautsprechern regelrecht zu fließen scheinen.Allerfeinste Klanggespinste hat das musikalische Team um Jasmin Lempinen gewoben, zugeschnitten auf eine äußerst wohlklingende weibliche Stimme, die von sanft bis druckvoll sämtliche Nuancen beherrscht. Doch damit nicht genug, auch den Saiteninstrumenten werden höchst akzentuierte Töne entlockt. Da rollen sich einem keinesfalls die Fußnägel auf, ganz im Gegenteil, Altersfalten werden förmlich geglättet, wenn man sich auf die außergewöhnlichen Klangkonstellationen einlassen kann. Je öfter man JESS BY THE LAKEs zweites Album durchlaufen lässt, desto intensiver entfaltet sich dessen Inhalt. Der Albumtitel wurde nicht willkürlich gewählt. Menschliche Schicksale werden lyrisch in feine Lyrik umgesetzt, die Bestimmung der Menschheit erhält hier kein nebulöses Sprachrohr, sondern höchste Wertschätzung, da man direkt alles anspricht und auch die Liebe nicht vergisst (siehe zum Beispiel die Textzeile aus 'The Shame': "... it's never too late to love"). Glaubwürdigkeit wird hier groß geschrieben, man nimmt der Akteurin ihre Worte zu 100 Prozent ab. Wer aber denkt, der Longplayer bestünde nur aus hochkarätigen Textpassagen, der irrt gewaltig. Nach den ersten fünf Stücken wird dem Hörer längst klargeworden sein, dass der Gitarrist ein akribischer Meister seines Fachs sein muss. Was Sampo Leksis den sechs Saiten seines Instruments entlockt, ist Hochkultur in reinster Form. Und dann steht plötzlich das sechste Stück 'Falling Under' auf dem Spielplan. Ein nordirischer, euch sicher wohlbekannter Mann namens Robert William Gary Moore wäre gewiss bereit gewesen, diesem Blues-Hammer Platz auf einem seiner genialen Alben einzuräumen, hätte er nicht schon vor über 15 Jahren das Zeitliche gesegnet. 'Falling Under' führt einen ins Reich der Träume. Hier gilt: Augen zumachen und einfach genießen! Schöner kann Blues Rock nicht sein! Einen weiteren musikalischen Hochgenuss hat man sich für das Ende aufgehoben: 'Holy Grove' nimmt erst langsam etwas Fahrt auf, verwöhnt einen mit feinem Gitarrenspiel, weckt die Gemüter und wird zu einem nicht enden wollenden Ohrwurm, der locker damit klarkommt, minutenlang auf Gesang zu verzichten. Was bleibt da noch übrig? Genau, ein waschechter Ohrgasmus, dem man sich nur allzu gerne hingibt und der einen dazu verleitet, die neun Stücke erneut zu hören. Das jahrelange Warten auf ein Lebenszeichen von JESS BY THE LAKE hat sich gelohnt. "Human" lässt mich in einen Blutrausch verfallen und wird zu meinem persönlichen Favoriten des Monats September im Jahre 2026 ... Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Jaleihou 02. Wandering Kind 03. Lonely Boy 04. Sister 05. Alive 06. Falling Under 07. How Could You Tell 08. The Shame 09. Holy Grove | Band Website: www.facebook.com/jessbythelake/ Medium: CD, LP, MC, DL Spieldauer: 42:22 Minuten VÖ: 11.09.2026 |
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Seit gut zwei Wochen ist das analoge Machwerk "Human" von JESS BY THE LAKE physisch als Vinyl, Compact Disc und Cassette sowie digital erhältlich. Die Arbeiten begannen bereits 2019, vier Jahre später bannte man die Musik direkt eingespielt auf einem Magnetband. Um das Produkt schließlich auf die Menschheit loszulassen, vergingen weitere drei Jahre. Dafür hält man jetzt ein sehr spezielles Album mit neun Stücken und einer Laufzeit von 42 Minuten und 22 Sekunden in den Händen - sofern man es nicht als Download erworben hat, was "Human" absolut unwürdig ist. Man mag über die Musik streiten, aber in jedem der Songs steckt eine Menge Herzblut, und wer sich die Mühe macht genau hinzuhören, wird der vielen Emotionen gewahr, die aus den Lautsprechern regelrecht zu fließen scheinen.
