The Scepter - Shadows In The Tower

Review von Stormrider vom 07.09.2026 (630 mal gelesen)
The Scepter - Shadows In The Tower Kanada, klassischer Heavy Metal, ein oldschooliges Coverartwork und Jean-Pierre Abboud am Mikro. Da weiß der geneigte Kuttenträger und KIT-Gänger schon ungefähr, wo die Reise hingeht, ohne dass er vorher einen Ton gehört haben muss. Und THE SCEPTER liefern auf ihrem Debütalbum "Shadows In The Tower" auch ziemlich exakt das, was man erwartet. Vom Start weg wird klar, dass es hier nicht um Innovation oder die Neuerfindung des metallischen Rades geht, sondern dass man den klassischen Metal und die 80er hochleben lässt.

'Riding Out' eröffnet die Platte mit hohen Vocals, knackigem Riffing und feinen Twin-Leads. Ein fetterer Refrain hätte dem Track zwar gutgetan, aber dennoch ein solider Auftakt. 'Where Art Thou' ist dann extrem hörbar von MAIDEN beeinflusst. Und THE SCEPTER machen sowieso keinen Hehl daraus, dass sie den alten Helden huldigen. Wer bei 'Dunes' in der Eröffnungszeile ein BLIND GUARDIAN Deja Vu hat, der ist damit bestimmt nicht alleine. Der Track könnte auch auf "Tales From The Twilight World" stehen und würde eine gute Figur machen. Aber auch 'Protector Of The Skies' legt ordentlich Tempo an den Tag, während 'Burn Bundy Burn' und 'Taarakian Blood' eher die epische Seite der Band offenbaren. Wer noch weitere Einflüsse sucht, der wird schnell bei HELLOWEEN, RIOT oder auch mal ein wenig RUNNING WILD landen. Alles nicht sonderlich überraschend, sodass THE SCEPTER ein wenig die Eigenständigkeit fehlt und man immer wieder das Gefühl hat, dass man das doch schon kennt. Aber hey, das ist im Metal ja oft eher auch ein Qualitätsmerkmal, oder nicht? Das was die Jungs aus Ottawa machen, das machen sie aber eben auch aus Überzeugung und so ist das Gesamtprodukt stimmig, die erdige, leicht räudige Produktion, die aber auch nicht nach Proberaum klingt, passt gut zum Material. Die beiden Gitarristen Josh Collins und Morgan Walsh liefern doppelstimmige Gitarrenharmonien am laufenden Band, während Jean-Pierre mit seinem Timbre gewohnt souverän durch Stories führt. Was dem Album leider fehlt, das sind die großen Refrains. Also genau das, was alle Referenzen in Perfektion können oder vielleicht besser damals konnten, denn auch die tun sich ja heute eher schwer mit schnell zugänglichen und knackig auf den Punkt gespielten und gebrachten Refrains. So ist am Ende kein Skipkandidat unter den acht Tracks, aber es ist leider auch keine wirkliche Hymne dabei, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht, wenn nach nicht mal dreißig Minuten ein seichter Pianoausklang den Hörer entlässt.

Für traditionsbewusste Metaller lohnt sich ein Hör aber natürlich trotzdem, denn in Summe ist dass alles mehr als solide, aber eben ohne in Richtung des ganz großen Wurfes.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Riding Out
02. Where Art Thou
03. Protector Of The Skies
04. Drink On
05. Burn Bundy Burn
06. Dunes
07. Taarakian Blood
08. Shadows In The Tower
Band Website:
Medium: CD
Spieldauer: 29:15 Minuten
VÖ: 24.07.2026

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