Devastated - Beyond The Black Seas

Review von ReviewRalle vom 29.08.2026 (617 mal gelesen)
Devastated - Beyond The Black Seas Die 2017 ins Leben gerufene deutsche Groove/Death-Metal-Band DEVASTATED veröffentlichte am 28.08.2026 ihre vierte EP „Beyond The Black Seas“. Das Artwork der EP fügt sich gut in den Stil der vorherigen zwei EPs ein und passt zum gesamten Erscheinungsbild der Band. Meinen Geschmack trifft es nicht ganz, aber es ist eigenständig und hebt sich dadurch aus der Masse hervor. Dass die Band ihrem Design treu bleibt, respektiere ich, denn gut gemacht sind die Artworks allesamt.

Die sechs Songs kommen auf eine Gesamtspielzeit von etwas weniger als 19 Minuten. Dementsprechend kurz und knackig fallen die einzelnen Tracks aus, was bei diesem Genre aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Cool ist, dass die EP bilingual gestaltet ist – es gibt also deutsche und englische Songs auf die Ohren. Das sorgt für angenehme Abwechslung und hält bei Laune. Auch wenn der englische Teil überwiegt, ist die Positionierung der beiden deutschen Lieder gegen Ende gut gewählt.

Anbrennen lassen die vier Mannen jedenfalls nichts, denn mit 'Cruelty' legt die EP einen wuchtigen Start hin. Der Song beginnt mit einem schweren Riff und dezentem Drumming. Doch anstatt direkt Fahrt aufzunehmen, werden Tempo und Härte erst einmal gedrosselt. Das kommt unerwartet, passt aber gut – vor allem, wenn dann mit dem ersten Scream ordentlich angezogen wird. Ein cleveres Songwriting, das sich durch den gesamten Track zieht. Nicht unbedingt eine Nummer für den Moshpit, aber definitiv zum Mitgrölen und Anheizen, weshalb er sich hervorragend als Opener eignet. Im letzten Drittel bietet 'Cruelty' neben einer Vollgasattacke an der Doublebass auch ein schmissiges Solo.
Weiter geht es mit dem Titeltrack. Dieser beginnt langsam und baut sich bedrohlich – dem Namen entsprechend – auf, um dann wie eine Monsterwelle über einen einzubrechen. Man kann bemängeln, dass der Build-up etwas zu lange dauert, aber sonst lässt sich dem Lied nicht viel vorwerfen. Das Stück wälzt im kräftigen Midtempo über den Zuhörer hinweg und punktet mit einer starken Gesangsperformance. Der Breakdown am Ende knallt ebenfalls noch einmal richtig. Mit 'Facing The Fear' folgt ein kurzer, aber intensiver Ritt. Hier ist alles kompakter gehalten: weniger Build-ups, weniger Atmosphäre, dafür mehr auf die Mütze. Das Konzept geht auf und sorgt für gelungene Abwechslung.
'In Letzter Instanz' ist ein atmosphärisches Zwischenstück, das politisch klar Stellung gegen Rechts bezieht und eine tolle Überleitung zum folgenden 'Faust' darstellt. Dieser Song prescht im hohen Tempo nach vorne und bietet die intensivste Gesangsperformance der ganzen EP – was gut und gerne an der deutschen Sprache liegen mag. Zur rohen, aggressiven Grundstimmung der Musik und zur Message des Liedes passt das wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Der abschließende Track 'Immortal Sin' rundet die EP mehr als ordentlich ab. Er schlägt stilistisch die Brücke zu den ersten beiden Stücken, womit der Bogen zum Beginn der EP clever gespannt wird.

Abschließend verdient auch der Sound Anerkennung: Die Produktion klingt kräftig, druckvoll und trotzdem roh, was vor allem den Gitarren und der starken Gesangsleistung gut zu Gesicht steht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band diese Leistung zukünftig auch in ein vollwertiges Album bündeln kann.

Für diesen gelungenen und kurzweiligen Spaß gibt es eine 8/10.

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Cruelty
02. Beyond The Black Seas
03. Facing The Fear
04. In Letzter Instanz
05. Faust
06. Immortal Sin
Band Website: wearedevastated.bandcamp.com/
Medium: Digital
Spieldauer: 18:40 Minuten
VÖ: 28.08.2026

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