Famous Strangers - Famous Strangers

Review von baarikärpänen vom 22.08.2026 (633 mal gelesen)
Famous Strangers - Famous Strangers "Das ist es, was die Band aus Edmonton so besonders macht. Von Heavy Metal und Hard Rock bis hin zu innigem Blues,..."

"Es wird nicht versucht, sich in eine Form zu pressen - da ist nur das Bekenntnis zu rohen Emotionen, Authentizität und einem Storytelling, das den Hörer auf der gesamten Reise begleitet."

- aus dem Promoschreiben -

Dass im Promoschreiben, aus welchem die obigen Zitate stammen, auch noch was von "metaphysisch" schwadroniert wird, macht die Sache mit den Kanadierinnen und Kanadiern von FAMOUS STRANGERS wirklich auch nicht besser. Sowas erwarte ich vielleicht von einer pseudointellektuellen Band aus dem Black Metal, vielleicht Metalcore, aber nicht unbedingt bei einer Truppe, die sich (angeblich) dem Heavy Metal verschrieben hat.

FAMOUS STRANGERS existieren seit 2023 als Band, die Musikerinnen und Musiker kennen sich aber schon viel länger und haben bereits vorher schon zusammen gearbeitet. Während der COVID-Pandemie, noch ohne Sängerin Amanda Kiernan, verzichtete man weitgehend, an eigenem Material zu arbeiten und präsentierte sich als reine Classic Metal-Coverband. Da ist nun wirklich nichts Verwerfliches dran, scheint aber leider bis zum selbstbetitelten Debüt von FAMOUS STRANGERS verinnerlicht worden zu sein, denn ähnlich einem Auftritt einer Coverband, wo schon mal JUDAS PRIEST direkt auf JOURNEY folgt, klingt das dann auch auf dem Album.

Herrje, es tut mir in gewisser Weise in der Seele weh, wenn ich wenig Berauschendes über den Erstling einer neuen Band sagen kann. Ich kann mir schon vorstellen, wie viel Herzblut da drin steckt und es ist ja auch, um es mal zu sagen, nicht jeder der sieben auf der Scheibe vertretenen Songs ein Reinfall. Dass viele Hörer mit vielen verschiedenen Geschmäckern aber je nach eben jenem persönlichen Geschmack einen anderen Song als Highlight auswählen werden, zeigt, wie unorganisch "Famous Strangers" geworden ist. Die ersten beiden Stücke vermischen Modern Metal mit ursprünglichem Metal, was mir persönlich auch wegen der im Sound dominanten Drums nicht sonderlich gut gefällt. Warum Amanda Kiernan, eine ansonsten tolle Sängerin, hier nicht auf diese unpassenden Growls verzichtet, keine Ahnung. 'Please Her' möchte gerne mit einer bluesigen Note punkten, wirkt aber letztlich unausgegoren. Ganz krude wird es bei der Metalcore Light-Anbiederung 'As Your Leader'. 'Desires' dagegen ist mein glasklarer Favorit auf diesem Album, Amanda klingt schön kratzbürstig auf diesem formidablen Banger, der dazu noch gut nach vorne losgeht. 'Far From Home' beginnt ähnlich wie 'Desires', zerfasert aber danach leider. Tja, und dann wäre da noch das fast neuneinhalbminütige 'Rain'. Was FAMOUS STRANGERS geritten hat, diesen "Song" auf diese Scheibe zu packen, da darf gerätselt werden. Ich habe nichts gegen Blues an sich und man muss gestehen, dass einzig allein Amandas Stimme hier noch was zu retten vermag, aber schon wegen der dissonant/schiefen Gitarren ist hier wenig von Silberstreif am Horziont zu sehen.

Es ist aller Ehren wert, wenn eine neue Band versucht, dem Heavy Metal neues Leben einzuhauchen, auf ausgelatschte Stukturen verzichten möchte, um das eigene Material spannender zu machen. Nur, dann sollte, nein muss, man auch mit dem entsprechenden Songmaterial aufwarten, welches frisch aber auch kompakt klingen sollte. Das ist hier leider nicht der Fall und einzig und allein die durchaus vorhandenen musikalischen Fähigkeiten der Beteiligten retten "Famous Srangers" noch auf eine Wertung von fünf Punkten.

Gesamtwertung: 5.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Fire Inside
02. Ghost Of Men
03. Please Her
04. As Your Leader
05. Desires
06. Far Away From Home
07. Rain
Band Website:
Medium: LP, Digital
Spieldauer: 34:59 Minuten
VÖ: 21.08.2026

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