Treacher - Hibernation Of Death

Review von ReviewRalle vom 16.08.2026 (753 mal gelesen)
Treacher - Hibernation Of Death Die niederländische Band TREACHER wurde Anfang der 2020er Jahre gegründet und veröffentlichte am 29.05.2026 ihr Debütalbum "Hibernation Of Death", auf dem das Quintett recht schnörkellosen, aggressiven und direkt auf den Punkt runtergebrochenen Melodic Death Metal spielt, der durch Thrash- und Black Metal-Einschübe ergänzt wird. Der Bandname ist dabei ein Wortspiel aus Preacher und Treacherous - coole Idee, und geht gut von der Zunge. Das sehr moderne Artwork mag zur Musik nicht ganz so recht passen und den einen oder anderen Zuhörer vorab auf eine falsche Fährte führen oder möglicherweise sogar abschrecken, aber zum Glück kommt es ja mehr auf den Inhalt als auf die Optik an.

Die sieben Songs kommen zusammen auf eine sehr knappe Spielzeit von etwas weniger als 33 Minuten, aber zum Glück haben TREACHER auf unnötige Intros, Zwischenspiele und Outros verzichtet, nur um die Spielzeit zu strecken. Stattdessen gibt es ab Sekunde eins eben kernigen Melodic Death Metal auf die Ohren: Der Opener und Titeltrack geht mit einem starken Schlagzeug-Groove gut nach vorne los und lädt direkt zum Moshen ein. Neben starken Grooves regieren aber vor allem die Gitarren: Die mit ordentlich Tempo und sägenden Riffs bewaffneten Klampfen, gepaart mit den gut verständlichen und dennoch derben Growls und Screams, haben definitiv das Zepter in der Hand und bestimmen die Musik. Hier kommen auch die Einflüsse der anderen Genres am ehesten durch, denn die Saitenfraktion hat eine spürbare Thrash-Handschrift und auch die starken Gitarrensoli schielen über den Melodic Death Metal-Tellerrand hinaus. Die Black Metal-Einflüsse sind subtilerer Art: Der eine oder andere Scream lässt definitiv aufhorchen, und auch wenn das Schlagzeug mal so richtig Gas gibt und vor sich hin blastet, kommt man nicht umhin, an die eiskalte Tonkunst der skandinavischen 90er zu denken.

Die Produktion des Albums fängt die Mixtur auch gut ein, denn der Sound ist nicht zu glatt und modern, wie es das Artwork vermuten lassen könnte, sondern ist dreckig genug, um anzuecken und diese Grundaggressivität der Musik zu transportieren. Das passt auch zu den Songtiteln und eben zum Geist des Albums.

"Hibernation Of Death" ist sicherlich keine Neuerfindung des Genres und kein Album für die Ewigkeit, aber dennoch eine gute Bereicherung, denn die Musik macht Spaß, geht direkt ordentlich nach vorne, hat keinen einzigen Durchhänger zu verzeichnen, sondern hält die halbe Stunde über ein hohes Niveau. So kann man sich das Album gerne zwei- bis dreimal am Stück reinpfeifen - mehr braucht es manchmal auch einfach nicht.

7/10

Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Hibernation Of Death
02. Swallowed by the Night
03. Innocence Gone
04. Godforsaken
05. Slow Decay
06. Disease In Human Form
07. Religion Of The Blind
Band Website: treacherband.bandcamp.com/
Medium: Digital
Spieldauer: 32:49 Minuten
VÖ: 29.05.2026

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