Forsmán - Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur

Review von Dead_Guy vom 04.08.2026 (497 mal gelesen)
Forsmán - Brenndar Rústir & Fuðrandi Fjörur Mit ihrer EP 'Dönsum I Logans Ljóma' aus dem Jahre 2021 konnte die Band FORSMAN eine deutliche Duftmarke innerhalb der islänischen Black Metal-Szene setzen. Die vergleichsweise junge Band, die ausnahmsweise nicht aus den bekannten Personen besteht, die sonst in jeder Band dort mitwirken, hat einerseits den landestypischen Stil in ihrer DNA aufgenommen, hat aber gleichzeitig genug eigene Elemente wie kleinere, rockige Momente oder Post-Nuancen eingebaut. Das mag zwar nicht besonders individuell sein, die Qualität und Leidenschaft mach(t)en dieses Defizit mehr als wett.

Nun gibt es fünf Jahr später das Debüt, was dieses Mal nicht bei Van Records veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zum Label hat sich die musikalische Ausrichtung nicht wirklich verändert, noch immer gibt es latent technischen Black Metal, wie man ihn von dieser Insel gewohnt ist, mit den typischen Dissonanzen angereichert. Dabei wirkt das ganze Material weniger finster und undurchdringlich, wie es beispielsweise SVARTIDAUDI taten, sondern alles ist energischer und gleicht mehr einem Vulkanausbruch als abgründigen Katakomben. Gleich im Opener 'Drottinn Fyrirgefur Allt' gibt es überraschende Death Metal-Einflüsse, die später auch noch (aber dezenter) ihren Weg in diesen musikalischen Lavastrom finden. Das Energielevel bleibt dabei überwiegend im oberen Bereich der Skala, trotzdem schafft man es, das Tempo geschickt zu variieren, Geballer bleibt dabei selbstredend die Hauptzutat. Das Material mag dabei recht linear und wenig abwechslungsreich wirken, die Kniffe liegen mehr im Detail, wenn postige Zwischentöne sachte im Hintergrund agieren, wenn es in seltenen Momenten gar hymnisch wird und rauer Klargesang sich durch das sonstige Getose wagt oder wenn das Album statt heimatlicher Zitate traditionellere Töne aus dem restlichen Skandinavien anklingen lässt.

Ein gutes Werk und für ein Debüt mehr als beachtlich. Ich muss fairerweise aber auch sagen, dass ich, was den Stil angeht, auch ein wenig blind vor Liebe bin beziehungsweise leicht zu begeistern - und gerade da es in letzter Zeit ein wenig still um dieses Land und seinen Black Metal geworden ist, bin ich froh, dass er wieder so fulminant auf der Bildfläche erscheint. Diese Brachialiät gepaart mit musikalischen Know-how, diese Dissonanzen und die sinistre Stimmung, das entzückt mich halt jedes Mal aufs Neue und wer einen Einstieg in diesen Bereich braucht, der bekommt hier ein vergleichsweise einsteigerfreundliches Werk präsentiert, dessen Qualität sich nicht hinter der anderer Bands aus Island zu verstecken braucht.


Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Drottinn Fyrirgefur Allt
02. Svartir Svanir
03. Andvana
04. Valdníðsla
05. Kynjamyndir
06. Lof Mér Líf þitt Að Taka
07. Hræ Hins Almáttuga
08. Barmafylltar Fjöldagrafir
Band Website:
Medium: CD, LP, MC, D
Spieldauer: 44:17 Minuten
VÖ: 26.06.2026

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