Sinner - Boom Bang Goodbye | |
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| Review von baarikärpänen vom 30.07.2026 (605 mal gelesen) | |
Wir wissen ja nicht, ob ein gewisser Matthias Lasch, der da 1982 vom Coverfoto des Erstlings seiner Band, verziert mit 80er-typischem Schnäuzer, runterblickt, schon ahnen konnte, dass er im Jahr 2026 immer noch kräftig in der Szene mitmischt, aber genau jetzt das finale Statement mit eben jener Band und dem passend betitelten "Boom Bang Goodbye" abliefert. Klar, die Rede ist hier von keinerem Geringeren als Mat Sinner und seiner Truppe. Und wir wollen mal festhalten, dass wir alle heilfroh sind, dass es Mat Sinner anscheinend wieder sehr gut geht. Ebenfalls festhalten wollen wir, dass der gute Mat all die Jahre immer an SINNER festgehalten hat, auch wenn sich die riesengroßen Erfolge nie eingestellt haben. Dafür hatte und hat er aber mit PRIMAL FEAR eine Truppe am Start, die es seit 1997 immerhin auf satte 15 Studioscheiben bringt, wovon viele sogar auf den vorderen Plätzen der Charts zu finden waren. Nicht zu vergessen auch das sehr erfolgreiche "Rock Meets Classic"-Projekt, welches die Hallen füllt. SINNER waren trotzdem immer da und haben in schöner Regelmäßigkeit Alben veröffentlicht, die (zumindest mich) nie enttäuscht haben. Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit SINNER in Form des Songs 'Danger Zone' erinnern. Sowas wie der typische SINNER-Signature-Sound. Metal Archives listet SINNER unter Heavy Metal, was so eigentlich nicht so recht stimmt. Melodie war immer wichtig im SINNER-Sound, weswegen ich es eher unter Melodic Metal einsortiert hätte, gerne auch Hard Rock. Im Gegensatz zu so vielen anderen Bands, die auf über 40 Jahre im Geschäft zurückblicken können, haben SINNER immer abgeliefert und waren eine verlässliche Konstante. Und das soll jetzt wirklich ein Ende haben?Wir werden es bestimmt in vielen kommenden Interviews lesen, warum Mat Sinner das Kapitel mit "Boom Bang Goodbye" jetzt beendet. Vielleicht will der gute Mann ja auch einfach nur mal kürzer treten. Verdient hätte er es sich auf jeden Fall. Und letztendlich bleibt die Zeit ja auch vor einem Matthias Lasch aus Baden Württemberg nicht stehen. Also noch mal alle Kräfte gebündelt, Freunde und ehemalige Mitstreiter aktiviert und eingeladen. Denn wenn das schon das letzte Album sein soll, dann das machen, was diese Band verdient hat: sich mit einem großen Knall verabschieden. Genau das ist SINNER mit "Zack Bumm Aus Die Maus", ähhhh "Boom Bang Goodbye" recht gut gelungen. Wobei der "Knall" hier nicht bedeutet, dass SINNER mit neuen Härterekorden Adieu sagen. Aber dazu gleich mehr. Was aber knallt, ist die Liste an illustren Gästen, die sich auf "Boom Bang Goodbye" tummeln. Matthias "Don" Dieth darf noch mal solieren in einem Song, das Mikro teilen sich mit Mat Sinner unter anderem Ronnie Romero (singt gefühlt ja überall, vielleicht sogar bei Celine Dion in Las Vegas?), Michael Bormann, Björn "Speed" Strid, Sascha Krebs, Erik Mårtensson und tatsächlich auch Michael Sadler (SAGA). Dass alle Kollaborationen problemlos funktionieren, ist dann auch mal posiiv zu vermerken und gehört sich ja auch so für ein Abschiedsalbum. Man will ja schließlich gut in Erinnerung bleiben. Dass man sich bei der Covergestaltung ruhig etwas mehr Mühe hätte geben können, mag ein kleiner Wermutstropfen sein. Aber wer weiß, vielleicht finden andere das ja ganz prima, so wie es ist. Schlussendlich kauft ja keiner ein Album wegen der üppigen Credits im Booklet/Innenhülle oder weil man einen neuen Wandschmuck haben möchte. Es geht um die Musik. Und im Falle von "Boom Bang Goodbye" natürlich auch um die Texte. Die waren Mat Sinner so wichtig, dass sie sogar komplett im Vorabdownload-Paket für Presse und Magazine enthalten sind. Kommt auch nicht so oft vor. Wenn der gute Mat Sinner an 1982 denkt und an das Debut von SINNER, "Wild 'N' Evil", und sich dann anschaut, wo er als Künstler im Jahr 2026 steht, dann ist ein Albumopener mit dem Titel 'Dreams Can Come True' sicher sehr gut gewählt. Unterstützt wird Sinner hier vom Brasilianer Renan Zonta und der Song selbst ist SINNER so wie man sie kennt und liebt. Geht gut nach vorne und kann mit einem schönen Chorus punkten. 'Wait' mit Michael Bormann ist ein feiner Rocker, ebenfalls wieder mit einem Chorus, der sofort zündet, und hier mit einer schönen Textzeile wie "I don't wanna wait, till heaven's calling my name, it's easier said than done ...", die ganz sicher autobiographische Züge trägt. 'Leave It All Behind' und 'Are You Ready', beide mit Ronnie Romero, sind auch wieder typische SINNER-Tracks der gehobenen Güteklasse. Dass ausgerechnet das von Björn "Speed" Strid gesungene 'Are You Ready' bei mir nicht recht zünden will, finde ich etwas schade. Mir ist der Song leider zu austauschbar, owohl er doch eigentlich ganz catchy geworden ist. Eine Spur zu viel AOR unter den Sound gemischt? Gilt leider auch für das von Erik Mårtensson bravourös eingesungene 'Born To Run'. Wobei ich festhalten möchte, dass beide Stücke absolut keine Lückenfüller oder verzichtbar sind. Sie fügen sich schon gut ins Gesamtbild ein. 'Hellbreaker', wieder mit Ronnie Romero, zieht die Härteschraube dann wieder an und gehört für mich vor allem mit den kraftvollen Riffs zu den Highlights auf "Boom Bang Goodbye". Vom balladesken (und keltisch klingenden) Beginn von 'Turn The Page' sollt man sich nicht täuschen lassen, denn der Song entwickelt sich schon schnell zu einem veritablen Rocker, der vor allem von der tollen Leistung von Michael Sadler profitiert. 'Road To Remember' (mit Michael Bormann) und 'Under The Moonlight' (mit Sascha Krebs) sind dann wieder SINNER pur, Songs, für die man die Band einfach mögen muss. Mit 'Power' haben SINNER den perfekten Rauswerfer für ihre "Abschiedsvorstellung" gefunden. Nicht nur durch Magnus Karlsson, sondern auch musikalisch ein kleiner Querverweis zu PRIMAL FEAR, auch ein "Schaut her, SINNER mögen jetzt Geschichte sein, aber mit PRIMAL FEAR geht's weiter". SINNER haben nie zur absoluten Speerspitze in Sachen Metal aus Deutschland gehört, aber wen stört das schon? Dafür waren SINNER vor allem immer eines, nämlich grundehrlich. Selbst in Zeiten, in denen so manche Kapelle kopf- und ziellos umherschwankte, wo das Festhalten an zu der Zeit nicht mehr angesagter Musik eigentlich einem (musikalischen) Selbstmord gleichkam, sind sich SINNER weitgehend treu geblieben. Genau dafür wurden und werden sie geschätzt und geliebt. Dass die Reise, die 1982 mit "Wild 'N' Evil" begann, jetzt nach 42 Jahren mit "Boom Bang Goodbye" beendet ist, mag schade sein, aber man sollte die Entscheidung von Mat Sinner respektieren und vielleicht einfach mal den (imaginären) Hut vor diesem Mann ziehen. Sicher, "Bang Boom Goodbye" mag seine sentimentalen Momente haben, die beschränken sich aber im Wesentlichen auf die Texte. Musikalisch macht dieses Album vor allem eines: es rockt! Und genau das ist auch der Grund, warum die Scheibe ihre wohlverdienten achteinhalb Punkte eintütet. Macht's gut SINNER, die Zeit mit euch war toll! Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Dreams Can Come True 02. Wait 03. Leave It All Behind 04. All Night Long 05. Are You Ready 06. Born To Run 07. Hellbreaker 08. Turn The Page 09. Road To Remember 10. Under The Moonlight 11. Power | Band Website: www.sinner.rocks.de Medium: CD Spieldauer: 42:55 Minuten VÖ: 31.07.2026 |
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Wir wissen ja nicht, ob ein gewisser Matthias Lasch, der da 1982 vom Coverfoto des Erstlings seiner Band, verziert mit 80er-typischem Schnäuzer, runterblickt, schon ahnen konnte, dass er im Jahr 2026 immer noch kräftig in der Szene mitmischt, aber genau jetzt das finale Statement mit eben jener Band und dem passend betitelten "Boom Bang Goodbye" abliefert. Klar, die Rede ist hier von keinerem Geringeren als Mat Sinner und seiner Truppe. Und wir wollen mal festhalten, dass wir alle heilfroh sind, dass es Mat Sinner anscheinend wieder sehr gut geht. Ebenfalls festhalten wollen wir, dass der gute Mat all die Jahre immer an SINNER festgehalten hat, auch wenn sich die riesengroßen Erfolge nie eingestellt haben. Dafür hatte und hat er aber mit PRIMAL FEAR eine Truppe am Start, die es seit 1997 immerhin auf satte 15 Studioscheiben bringt, wovon viele sogar auf den vorderen Plätzen der Charts zu finden waren. Nicht zu vergessen auch das sehr erfolgreiche "Rock Meets Classic"-Projekt, welches die Hallen füllt. SINNER waren trotzdem immer da und haben in schöner Regelmäßigkeit Alben veröffentlicht, die (zumindest mich) nie enttäuscht haben. Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Begegnung mit SINNER in Form des Songs 'Danger Zone' erinnern. Sowas wie der typische SINNER-Signature-Sound. Metal Archives listet SINNER unter Heavy Metal, was so eigentlich nicht so recht stimmt. Melodie war immer wichtig im SINNER-Sound, weswegen ich es eher unter Melodic Metal einsortiert hätte, gerne auch Hard Rock. Im Gegensatz zu so vielen anderen Bands, die auf über 40 Jahre im Geschäft zurückblicken können, haben SINNER immer abgeliefert und waren eine verlässliche Konstante. Und das soll jetzt wirklich ein Ende haben?
