The Hu - Hun

Review von derkleinekolibri vom 21.07.2026 (682 mal gelesen)
The Hu - Hun Örgöö, Nomyn Chüree, Ich Chüree und Niislel Chüree, das sind die ursprünglichen Namen der mongolischen Hauptstadt, die jetzt Ulaanbaatar (der Einfachheit halber häufig Ulan Bator geschrieben) heißt und die einzige Millionenstadt der Mongolei ist. Beachtenswert ist, dass der asiatische Staat gut viermal so groß wie Deutschland, gleichzeitig aber der am dünnsten besiedelte Staat der Erde ist.

In diesem 6.500 Kilometer von Deutschland entfernten Teil der Welt wurde vor einer Dekade ein neues Musikgenre geschaffen: der Hunnu Rock. Begründer sind THE HU, deren Kreativität 2019 vom National Public Radio (NPR), einem US-amerikanischen Rundfunk-Syndikat, entdeckt wurde und sich rasend schnell in der Welt des Metals verbreitete, als schließlich das NPR über die Geschichte der Band ausführlich berichtete.

Die achtköpfige Formation bringt nun schon ihr drittes Album heraus: "Hun", so lautet der schlichte Titel. Ab dem 24. Juli 2026 sind verschiedene Vinyl-Varianten, ein auf 500 Stück limitiertes, handnummeriertes Box-Set, CDs und dem heutigen Standard entsprechend auch alles digital erhältlich. Das Stück 'Lost Soul Feat. NOTHING MORE' ist leider nur in der digitalen Version des Albums erhältlich.

Ein unverkennbares Markenzeichen der Truppe ist der Kehlkopfgesang und das Einbringen folkloristischer Instrumente, deren fremdländische Namen hier euch zuliebe keine Erwähnung finden, genauso wie das Line-up, da die mongolischen Namen nur den Lesefluss beeinträchtigen würden. Dafür kann man davon ausgehen, dass die Jungs ihre Instrumente und Sangeskünste perfekt beherrschen, denn das Ergebnis ist eine wahre Pracht. Auch wenn hier niemand in der Lage sein wird, den Jungs sprachlich zu folgen, so spricht das Ergebnis des Zusammenklangs für sich. THE HU thematisieren Überlieferungen und Legenden ihres Landes. Durch die Wahl landestypischer Instrumente, die in Verbindung zu Gitarre, Bass und Schlagzeug gebracht werden, entsteht ein ureigener Sound, dem man sich kaum entziehen kann. Mit jeder Minute, die man den Klängen lauscht, steigt man tiefer in die Welt der Mongolen ein, ja, man scheint die geschichtlichen Hintergründe sogar fast zu erkennen. Besonders ansprechend ist das fast neunminütige, epische Stück 'Universe', denn hier wird man regelrecht hypnotisiert und spürt die Emotionen der Musiker am eigenen Leibe. Die Jungs gehen mit einer Leidenschaft zu Werke, der selbst frisch verheiratete Paare nur selten fähig sind. Die Kumulation dieser traditionellen Klänge mit heftigen Riffs und druckvollem Schlagzeug macht THE HUs Album "Hun" einzigartig.

Das Coverartwork ist nicht von schlechten Eltern. Es lässt sich einiges hineininterpretieren, sodass jeder Betrachter, der ein wenig Fantasie mitbringt, eine Vorstellung von der mongolischen Kultur gewinnt. Nicht ganz einfach, zugegeben, dafür aber sehr spannend. Genau wie die Musik, die noch stundenlang im Kopf verharrt, obwohl man längst abgeschaltet hat ...

Gesamtwertung: 8.5 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Warrior Chant
02. Lost Soul Feat. NOTHING MORE
03. The Men
04. Echoes Of My Father
05. Shadow
06. Horsemen
07. Greed
08. The Real You
09. Grey Hun
10. Universe
11. Second Face
Band Website:
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 50:30 Minuten
VÖ: 24.07.2026

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten