Double Crush Syndrome - Until One Of Us Dies

Review von Stormrider vom 27.06.2026 (540 mal gelesen)
Double Crush Syndrome - Until One Of Us Dies Es ist eine ganze Weile her, dass uns DOUBLE CRUSH SYNDROME mit einem Album beglückt haben. Aber wer dachte, dass der Berufsjugendliche Andy Brings und seine beiden Sidekicks sich irgendwie vielleicht doch aufgelöst haben, der wird mit "Until One Of Us Dies" eines Besseren belehrt. Denn die durch eine Crowdfundingaktion finanzierte und im Eigenvertrieb veröffentlichte Scheibe kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und liefert einen sehr lockeren Sommersoundtrack. Sein Motto scheint Andy direkt in den Opener 'It's A Trap' gepackt zu haben. "Don't grow up... it's a trap!" Wenn das mal kein passendes Lebensmotto ist, was dann?

Musikalisch gibt's direkt eine ordentliche Ladung Punk 'n' Roll auf die Ohren und spätestens nach zwei Minuten ist klar, dass das Album Spaß macht und genau mit diesem Spaß geschrieben wurde. 'Rome' hält danach das Tempo hoch, bevor 'Death Disco' um die Ecke kommt. Der Song wird ziemlich sicher so manchen Kuttenträger in Schnappatmung versetzen. Funkiger Disco-Beat, jede Menge "Uh uh uh uhuhus". Für eingefleischte True-Metaller vermutlich der direkte Weg in einen fiebrigen Albtraum. Ich muss aber zugeben, dass das Ding groovt wie blöd und mir mächtig Laune macht und zu den Albumhighlights zählt. Was man dem Album trotz aller immer wieder zur Schau gestellten eingängigen Simplizität aber attestieren kann ist, dass in den 33 Minuten eine Menge unterschiedlicher Elemente untergebracht werden. Der Titeltrack zum Beispiel nimmt das Tempo etwas raus, und im Refrain schleicht sich sogar eine Akustikgitarre ins Bild, sodass der Track hier eher wie ein entspannter Rocksong klingt, der sich heimlich mit Easy Listening angefreundet hat. Dazu ein schön klassisches Gitarrensolo.

Ein weiterer Farbtupfer, der dem Album fast schon ein wenig Urlaubsfeeling verleiht, ist 'Mi Corazon Salvaje'. Denn hier geht's plötzlich auf Spanisch weiter. Auch ein Novum für den ehemaligen SODOM-Gitarristen. 'Ain't It Funny' hingegen hält die liebgewonnene Tradition am Leben, dass Bassist Slick Prolidol einen Song auf jedem Album singt, und 'Free Hugs For Dictators' liefert vielleicht den Songtitel des Jahres. Das politische Augenzwinkern von Andy funktioniert zum Glück, ohne dabei den Moralapostel zu geben und gibt die nächsten Pluspunkte. "Until One Of Us Dies" ist eine extrem kurzweilige Angelegenheit und schafft es trotz der vielen Ausreißer doch, in sich konsistent zu bleiben. Man kann auch einfach Andys Zitat aus dem Promotext zitieren: "Wir machen einfach unser Ding, musikalisch und geschäftlich. Ohne Kompromisse. Dafür lieben uns die Fans, und wir sie." Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht, dass ihr reinhören solltet, wenn ihr Bock auf eine Gute-Laune-Sommerplatte habt!

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. It's A Trap
02. Rome
03. Death Disco
04. Mercury In Retrogade
05. Until One Of Us Dies
06. Mover And Shaker
07. Ain't It Funny
08. Mi Corazon Slavaje
09. Free Hugs For Dictators
10. Off With Her Head
Band Website: www.doublecrushsyndrome.de
Medium: LP
Spieldauer: 33:33 Minuten
VÖ: 05.06.2026

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