A.A. Williams - Solstice | |
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| Review von Damage Case vom 17.06.2026 (408 mal gelesen) | |
Bislang lief A.A.WILLIAMS bei mir unter der Kategorie "düstere Klaviermusik" in einer Liga mit TORI AMOS. Und das bedeutete, dass ich diese Art Musik zwar respektiere, sie aber in meinem Leben eigentlich keinen Platz hat. Williams' Corona-Coveralbum "Songs From Isolation" fand ich zwar okay, aber nicht wirklich mitreißend. Als mich dann aber erst die Schwedin LOUISE LEMÓN mit ihrem 2024er Düster-Monument "Lifetime Of Tears" in die pure Sprachlosigkeit klimperte und ich kurz darauf von CHELSEA WOLFE mit "She Reaches Out To She Reaches Out To She" und dessen Vorgängeralben in einen dunklen Sog gezogen wurde, erfuhr ich düstere Musik mit Frauen-Gesang nochmals ganz neu. Nicht, dass ich nicht zuvor bereits schon FRAYLE, THE DEVILS BLOOD und (DOLCH) zugetan war und DOOL wie alles mit, von und über die gottgleiche Beth Gibbons innig liebe - doch meine Offenheit kannte nur einen kleinen Spalt, durch den nur alle paar Jubeljahre diese Art von Musik zu mir durchzudringen vermag.Und so lauschte ich direkt nach Erscheinen per Bandcamp mäßig neugierig ob der wohlwollenden Pressestimmen in "Solstice" rein. Was so nicht wirklich stimmt, denn bereits beim ersten Hördurchgang des Openers 'Poison' kamen mir nach nicht einmal 60 Sekunden ob des völlig ohne Vorbereitung überwältigend hereinkommenden Refrains beinahe die Tränen. Wie ein perfekter Einwechselspieler im Fußball ist dieses Album direkt ohne Anlaufzeit präsent und netzt ein. Als mir dann am Ende des Songs die flirrenden Gitarren unweigerlich DOOL ins Gedächtnis riefen, war ich gefangen und gab dem Album gleich drei Durchgänge am Stück. Ja, die Britin hat nicht die Stimmgewalt einer Raven Van Dorst. Und sie wird auch nie so variabel einzig mit der Kraft ihrer Stimme die komplette Palette verzweifelter bis niederschmetternder Gefühle heraufbeschwören können wie es (nur!) Beth Gibbons kann. Aber ihr nicht allzu variables Organ ist ein Ohrenschmeichler, eindringlich und angenehm zugleich. Zudem hat sie ihr Songwriting deutlich verbessert und es zugelassen, dass Gitarren in vielen Momenten übernehmen, die auf früheren Alben eher dem Klavier vorbehalten waren. Ach, und das simpel, aber effektvoll arrangierte Cover ist ebenfalls zum Niederknien. Fazit: Mit ihrem dritten Album erzielt A.A.WILLIAMS mit "Solstice" einen qualitativen Quantensprung. Mehr Gitarren bedeuten mehr Dynamik, mehr Traurigkeit, mehr Epik, mehr Emotionen, mehr Pathos - mehr von allem. Und damit schon sehr nah dran an einem perfekten Album für Fans der dunklen getragenen (Post-)Rockmusik. Vielleicht wächst hier ein Pendant zu einem anderen Gott seiner dunklen Musikwelt heran. Gemeint ist David Eugene Edwards aka WOVENHAND. Anspieltipps: Wer die riffgewaltige Dynamik von DOOL liebt, wird 'Poison', 'Just A Shadow' oder auch 'Outlines' verehren. Getragene, aber zu keiner Zeit langatmige Songs wie 'Hold It Together' und 'The Gentle Harm' besitzen ein unfassbares Gespür für den Moment: den Moment des Zuhörens. Als ob die Songwriterin genau planen würde, was sie mit diesen Noten in den Ohren, Gehirnen und Herzen ihrer Zuhörerschaft erreichen will (und es zumindest bei mir schafft). Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Poison 02. Wolves 03. Little By Little 04. Hold It Together 05. Outlines 06. I've Seen Enough 07. The Veil 08. Just A Shadow 09. It Won't Rain Forever 10. Breathe 11. The Gentle Harm | Band Website: Medium: CD, digital Spieldauer: 58:13 Minuten VÖ: 05.06.2026 |
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Bislang lief A.A.WILLIAMS bei mir unter der Kategorie "düstere Klaviermusik" in einer Liga mit TORI AMOS. Und das bedeutete, dass ich diese Art Musik zwar respektiere, sie aber in meinem Leben eigentlich keinen Platz hat. Williams' Corona-Coveralbum "Songs From Isolation" fand ich zwar okay, aber nicht wirklich mitreißend. Als mich dann aber erst die Schwedin LOUISE LEMÓN mit ihrem 2024er Düster-Monument "Lifetime Of Tears" in die pure Sprachlosigkeit klimperte und ich kurz darauf von CHELSEA WOLFE mit "She Reaches Out To She Reaches Out To She" und dessen Vorgängeralben in einen dunklen Sog gezogen wurde, erfuhr ich düstere Musik mit Frauen-Gesang nochmals ganz neu. Nicht, dass ich nicht zuvor bereits schon FRAYLE, THE DEVILS BLOOD und (DOLCH) zugetan war und DOOL wie alles mit, von und über die gottgleiche Beth Gibbons innig liebe - doch meine Offenheit kannte nur einen kleinen Spalt, durch den nur alle paar Jubeljahre diese Art von Musik zu mir durchzudringen vermag.
