OFF GRIEF - The Grief Tapes | |
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| Review von ReviewRalle vom 15.06.2026 (661 mal gelesen) | |
Die deutsche Post Black Metal-Band OFF GRIEF ist ein noch sehr unbeschriebenes Blatt in der Szene, so unbeschrieben, dass es mir schwergefallen ist, ein genaues Gründungsjahr zu finden, denke aber, mit 2022 liege ich richtig. Das Quartett veröffentlichte am 26.03.2026 ihr erstes Lebenszeichen in Form einer EP, die sich "The Grief Tapes" nennt. Das Artwork stellt eine idyllische, unberührte Naturfotografie dar, auf der auch das schicke Bandlogo nicht negativ auffällt. Gab es so natürlich schon oft im Black Metal, einen Innovationspreis holt man damit also nicht, geht aber dennoch einfach immer.Was direkt positiv auffällt ist der Sound der EP, denn das Ding klingt weder nach einem oldschooligen Demo noch nach einer modernen Produktion, sondern bewegt sich irgendwo in der Mitte, da das ganze als Live-Recording aufgenommen wurde. Dadurch ist der Sound eben weniger perfekt, dafür aber ehrlicher und natürlich auch direkter. So was geht natürlich nur, wenn man auch weiß, was man macht und das wissen OFF GRIEF offensichtlich. Gerade das etwas rumpelnde und dumpfe Schlagzeug sowie der erdige Bass kommen gut zur Geltung, die Gitarren indes sägen ordentlich. Aber über allem thront der Gesang, der ist in seinen harschen Vocals variabel und nimmt sich den Raum, den er braucht. Einzig die Becken klirren manchmal etwas arg, aber vielleicht geht das auch nur mir so. Die vier Songs auf "The Grief Tapes" bringen es auf solide 23 Minuten und liefern das ab, was man sich von einer Post Black Metal-Veröffentlichung erwartet. Eine packende Atmosphäre, düstere Grundstimmung, eine eindringliche und mitreißende Gesangsperformance, Melodien mit Widerhaken und dazu eben ein passendes Rhythmus-Fundament mit gelegentlichen Knüppelorgien. Ein bisschen merkwürdig ist jedoch sowohl der Ein- als auch der Ausstieg der EP, denn mit 'Kullgruve' geht es mit einer Knüppelorgie in den ersten 90 Sekunden los, dann folgt ein Fadeout und das Lied beginnt deutlich ruhiger und atmosphärischer erneut und braucht dann auch etwas Zeit, um sich wieder aufzubauen. Das wirkt bei jedem Durchgang etwas merkwürdig, dennoch ist 'Kullgruve' ein guter Song, der vor allem mit einer sehr melancholischen Leadgitarre und den starken Vocals überzeugt. 'Where The World Ends' hat dann im letzten Drittel einen Fadeout, bevor es dann für circa eine Minute noch einmal auf die Nuss gibt. So ganz erschließt sich mir der Sinn davon nicht, dennoch ist auch das ein guter Song und hier kommen besonders die Doublebass-Parts gut rüber. 'Castle Of Grief' ist ein ziemlich klassischer Post Black Metal-Song, der die DNS des Genres verinnerlicht hat und jeden Genre-Fan mit Leichtigkeit abholen sollte. Die Stimmungs- sowie Tempowechsel sitzen, die Emotionen kommen an, hier hat alles Hand und Fuß, gepaart mit dem eigenständigen Sound kommt da genau die richtige Laune auf. Wer Post Black Metal ob seiner etwas zurückhaltenden Art und der gewollten Langatmigkeit nicht mag, darf es gerne mal mit 'Swallow My Lies' versuchen: Der Song ist genreuntypisch keine vier Minuten lang, geht direkt in die Vollen und wartet mit einem ziemlich kraftvollen und coolem Hauptriff auf, das schon ziemlich ungewöhnlich für das Genre ist. Das bringt auf jeden Fall frischen Wind sowie eine angenehme Leichtfüßigkeit mit sich und lässt aufhorchen. Alles in allem ist "The Grief Tapes" ein mehr als rundes und solides erstes Lebenszeichen mit vielen sympathischen Ecken und Kanten. OFF GRIEF sollte man auf jeden Fall auf dem Schirm haben und "The Grief Tapes" auschecken, wenn man sich im Post Black Metal heimisch fühlt. Der ein oder andere findet hiermit vielleicht ein Genre-Kleinod. 7/10 Gesamtwertung: 7.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Kullgruve 02. Castle Of Grief 03. Swallow My Lies 04. Where The World Ends | Band Website: offgrief.bandcamp.com Medium: Digital Spieldauer: 23:01 Minuten VÖ: 26.03.2026 |
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