Green Desert Water - Eerie Meadows

Review von derkleinekolibri vom 14.06.2026 (660 mal gelesen)
Green Desert Water - Eerie Meadows Wenn ihr euch im Sommer auf eine Wiese legt, um mit Hilfe der Sonne euren Körper leicht zu bräunen, denkt unbedingt daran, dass es unheimliche, schaurige Wiesen gibt, die euch zugleich musikalisch in eine andere Welt entführen können. Ich sehe förmlich die Fragezeichen auf eurer Stirn, was durchaus verständlich ist. Des Rätsels Lösung liegt verborgen im neuen Album von GREEN DESERT WATER, welches den Titel "Eerie Meadows" (übersetzt: "Schaurige Wiesen") trägt. Es ist der dritte Longplayer, den die Spanier veröffentlichen. Erhältlich ist das gute Stück ab dem 19. Juni 2026 als Download, Compact Disc und auf einer geschmackvoll gestalteten, vielfarbigen, auf 200 Stück limitierten Langspielplatte, die bei Kozmik Artifactz in Deutschland produziert wurde.

Das spanische Psychedelic-Stoner-Trio präsentiert uns acht Songs, die knapp 38 Minuten lang mit stoischer Gelassenheit die Gefühlswelt der Hörerschaft in Wallung bringen. Der singende Gitarrist Kike Sanchis bringt eine gewisse Spannung ins musikalische Geschehen, denn je nachdem wie er das Timbre seiner Stimme ändert, gibt er Einblick in irgendjemandes Psyche. So könnte man meinen, 'The Blacksmith' beschreibt eine vor Ängstlichkeit dahin vegetierende Kreatur, während 'Bos Primigenius' eine forsche, sich im Aufbruch befindliche Person darstellt und 'Woodcutter' düsteres Gedankengut zur Schau stellt. Unterstützung findet Kike im Bassisten Juan Arias García, dem es mit seinem Viersaiter gelingt, die geheiligten Klänge früher BLACK SABBATH-Alben makellos wiederauferstehen zu lassen sowie dem famosen Schlagzeuger und Percussionisten Dani Barcena, der Tempowechsel vehement forciert und eine grundsolide Basis für sämtliche Songs liefert.

Das sonst doch eher typische, fast schon einschläfernde Stonergetöse wird durch psychedelische und leicht doomige Elemente aufgelockert. Dadurch steigt der Spaßfaktor immens. Im Titelsong 'Eerie Meadows' gelingt es den Dreien besonders gut, BLACK SABBATH sehr nahe zu kommen, auch deswegen, weil es der Sänger hinbekommt, fast so wie Ozzy zu tönen. Die drei Südeuropäer holen den Charme der 70er zurück auf die Bühne und fügen den Geist der 2020er Jahre hinzu. Das gilt es zu feiern, denn viele "Retro-Bands" kopieren nur ihre Vorbilder, hauchen der Musik aber nur selten etwas Eigenständiges ein. GREEN DESERT WATER können mit "Eerie Meadows" durchgängig überzeugen. Um ihr Werk genießen zu können, muss man keine psychedelischen Mittel einnehmen und gar nicht stoned sein.

Das Coverartwork schreit schon alleine wegen der optischen Feinheiten förmlich danach, sich die Vinylvariante zuzulegen. Die auf die Wiese drapierte Glaskugel gibt dem Ganzen etwas Geheimnisvolles, Zauberhaftes. Ein Motiv, das eine Wohnzimmerwand wundervoll verschönern würde ...

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Northern Lights
02. The Blacksmith
03. Eerie Meadows
04. Woodcutter
05. Holy Ground
06. Wolfhound
07. Bos Primigenius
08. Meteora
Band Website: www.facebook.com/greendesertrock
Medium: CD, LP, Digital
Spieldauer: 37:57 Minuten
VÖ: 19.06.2026

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