Corrosive Agent - Vastator Mundi

Review von Froosti vom 02.05.2026 (784 mal gelesen)
Corrosive Agent - Vastator Mundi Haben wir uns bei meinem letzten Review noch tief im Oldschool Death Metal befunden, gehen wir heute einen großen Schritt in Richtung Moderne. CORROSIVE AGENT legen mit "Vastator Mundi" ihr Debütalbum vor und schaffen etwas, woran eine Menge Bands scheitern: einen Sound, der sowohl alteingesessene Death Metal-Fans als auch Liebhaber moderner Gewalt überzeugt. Die Band aus Karlsruhe liefert eine technische Präzision ab, die man bei einem Debüt in dieser Form nur selten findet. Fans des brachialen Geknüppels sollten genau hinhören.

Die Stärke von CORROSIVE AGENT liegt im Zusammenspiel vieler Unterarten des Death Metals, die mit einer Prise Thrash Metal verfeinert werden. Die Basis bildet ein gesunder Mix aus der kompromisslosen Gewalt der alten Schule und der filigranen, modernen Ausrichtung. Die Riffs sägen sich wie eine Urgewalt durch unsere Gehörgänge und verfallen immer wieder in ungemein groovende Passagen. Die stetigen Wechsel zwischen schleppenden Parts und Geballer unterstreichen den Groove immens. Die tiefen, kehligen und modrigen Vocals geben mir ein wohltuendes Oldschool-Feeling, und ich erwische mich dabei, direkt beim ersten Durchlauf anerkennend mitzuwippen.

Der moderne Death Metal hat seinen Einfluss auf zwei essenzielle Bereiche im Sound der Band ausgedehnt. Auf der einen Seite haben wir die Produktion der Platte. Hier schaffen CORROSIVE AGENT den Spagat zwischen dreckiger Atmosphäre und druckvoller, differenzierter Kraft. Besonders das Schlagzeug entwickelt sich zu einem ordentlichen Schlag in die Magengrube. Auch die Gitarren und der Bass wirken ungemein wuchtig. Dabei verlieren sie nie ihre Ecken und Kanten und wirken zu keiner Zeit glattpoliert.

Auf der anderen Seite haben wir die technische Finesse der Band. Das Zusammenspiel wirkt tight, und mit ihren Breaks und Tempowechseln passen sie auch gut zum Tech Death Metal, ohne sich dabei allerdings im technischen Gefrickel zu verlieren. Die Drums donnern präzise aus den Boxen, anstatt massiv im Hintergrund zu rumpeln. So wählt die Band aus beiden Bereichen das Beste für sich heraus und verbindet diese Elemente ohne Probleme.

Um dem Gesamtbild den letzten Schliff zu verleihen, bedienen sich CORROSIVE AGENT noch einiger Details. Beim Songaufbau greifen sie immer wieder einen melodischen roten Faden auf und bauen teils cineastische Momente auf. Das erinnert stellenweise an manche Bands aus dem Deathcore-Bereich, wirkt aber nicht aufgesetzt oder drängt sich dem Zuhörer auf. Damit brechen sie aus der üblichen "Strophe-Refrain-Geknüppel"-Struktur aus, verlieren sich aber nicht im Kitsch des melodischen Death Metals. Durch das atmosphärische Intro 'A Mere Footnote' und diverse dezente Einspieler gewinnt die Musik an Tiefe, wobei diese Elemente dezent an die Sample-Kultur des Grindcore erinnern.

Mit ihrem Debüt "Vastator Mundi" haben CORROSIVE AGENT einen echten Brocken vor die Tür eines jeden Death Metal-Fans geworfen. Die Verbindung aus moderner und alter Schule gelingt ihnen mühelos. Technische Raffinesse trifft auf feinstes Oldschool-Geballer, und die druckvolle, aber rohe Produktion zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Die viele Abwechslung sorgt für bleibenden Spaß, und ich erwische mich dabei, direkt einen zweiten Durchlauf zu starten. Wer Death Metal mag, muss CORROSIVE AGENT auf seiner Landkarte haben.



Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. A Mere Footnote
02. Carcass Country
03. Key Values
04. Hubris
05. Rhizome
06. Plague Raiser
07. Ng
08. Full Mental Package
09. Vastator Mundi
Band Website: facebook.com/CorrosiveAgentBand
Medium: CD
Spieldauer: 47:33 Minuten
VÖ: 24.04.2026

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