Witch Ripper - Through The Hourglass

Review von derkleinekolibri vom 19.04.2026 (533 mal gelesen)
Witch Ripper - Through The Hourglass Seit dem 10. April 2026 ertönt in immer mehr Haushalten das dritte Album "Through The Hourglass" der US-Amerikaner WITCH RIPPER. Sieben Titel zieren das als CD und als Yellow with Black Splatter-Vinyl erhältliche Studioalbum. Musikalisch zu verorten sind die Amerikaner bei BARONESS, HIGH ON FIRE und MASTODON, die bombastischen Elemente ihrer Musik führen sie in Anlehnung an DAVID BOWIE und QUEEN fort, während das Blut von COHEED AND CAMBRIA und MUSE durch ihre progressiven Adern fließt. Diese geschickte Vermischung unterschiedlichster Einflüsse gibt "Through The Hourglass" eine Breite, die sich gewaschen hat und die Fangemeinde sicher weiter anwachsen lässt.

Zum Erfolg des Quartetts trägt mit bei, dass drei der vier Musiker durch ihren jeweils markanten Gesang auffallen, der unterschiedlicher nicht sein kann. Cleane, raue, krächzende und fast ins Growling gleitende Töne veredeln die Songs. Als i-Tüpfelchen fungiert Irene Barber beim Abgesang 'The Spiral Eye' mit ihrer Stimme. Sonst ein Freund smart einführender Intros, kann ich mit den ersten 50 Album-Sekunden 'Odyssey In Retrograde' nicht allzu viel anfangen. Der aktuelle Longplayer setzt die 2023 beim Vorgänger "The Flight After The Fall" begonnene Geschichte fort. In jenem suchte die Hauptperson nach dem Frieden im Tod, indem sie sich in ein schwarzes Loch stürzte. Doch es kommt anders als gewollt, nachdem 'The Portal' mit seinen mannigfaltigen Riffs und vielstimmigem Gesang durchschritten ist, wacht das sich den Tod wünschende Wesen in einer zeitlosen Welt auf und die Schatten seiner Vergangenheit werden zu seiner Präsenz in der Dunkelzone. Die nach 'The Portal' folgenden fünf Stücke zeigen meisterlich den Kampf des Wesens mit seiner so nicht gewollten Existenz. Gefühlsregungen kommen durch die Vielstimmigkeit gut zur Geltung, die flankierenden Gitarrenriffs und das ausgeklügelte Drumming lassen einen Bezug zu dieser Person entstehen - man wird förmlich mit in diese düstere Welt gesogen. 'The Clock Queen' startet mit zauberhaften Gitarrenlinien und erlangt durch aggressive Gesangselemente eine unbändige Kraft, gleichzeitig geht man unweigerlich mit und ballt die Hände zu Fäusten, um sie in den nicht vorhandenen Himmel zu recken. Der sonnennächste Zwergstern dringt als Titel 'Proxima Zentauri' mit seinen sphärischen Gitarrenklängen ganz stark in die Gehirnwindungen ein. Der wunderschöne balladeske Beginn ändert sich im Laufe der sechs Minuten zu einem gewaltigen infernalischen Ausbruch des musikalischen Repertoires der US-Amerikaner. Und als wenn nichts gewesen wäre, schicken die vier Burschen den letzten Titel 'The Spiral Eye' in unsere Hörmuscheln.

Man darf gespannt sein, ob das Thema beim nächsten Album fortgeführt wird, die Präsenz im schwarzen Loch doch den herbeigesehnten Tod findet oder eine Rückkehr in die Wirklichkeit menschlichen Seins erfolgt. Eines aber ist ziemlich sicher: Brad Kim (Bass, Gesang), Chad Fox (Gitarre, Gesang), Curtis Parker (Gitarre, Gesang) und Joe Eck (Schlagzeug) werden sich noch ein wenig steigern können. Die Voraussetzungen dazu haben sie allemal ...

Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Odyssey In Retrograde
02. The Portal
03. Symmetry Of The Hourglass
04. Echoes And Dust
05. The Clock Queen
06. Proxima Centauri
07. The Spiral Eye
Band Website:
Medium: CD, LP
Spieldauer: 44:10 Minuten
VÖ: 10.04.2026

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