Steamgenerator - Hopeless Romantic | |
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| Review von derkleinekolibri vom 16.04.2026 (930 mal gelesen) | |
"Ich lade Sie zu einer kleinen Unterhaltung ein. Eintritt nur für Verrückte. Eintritt kostet den Verstand. Sind Sie bereit?" Diese in wispernden Tönen gehaltene Einleitung ist die erste Besonderheit des am 25. März 2026 veröffentlichten Albums "Hopeless Romantic" der Wolfsburger Band STEAMGENERATOR, die hierfür mit dem Berliner Label Metalloscope zusammenarbeitete. In den vorangegangenen drei Jahren war das Werk zwar schon erhältlich, aber halt nur als CD-R für Besucher der STEAMGENERATOR-Liveauftritte. Der Kreis derjenigen, die also bisher in den Genuss dieses Kleinods kamen, ist somit äußerst klein. Nun hat man den genialen, weil richtigen Schritt gewagt, eine "waschechte" Compact Disc herauszubringen. Als kleines Schmankerl hat man den sieben Titeln noch jene Stücke als Bonus hinzugefügt, die 2019 auf der Debüt-EP "Black As Coal" zu finden waren. Somit versinkt man fast 70 Minuten lang in dunkler, schleppender Musik voller Melancholie und einer Eingängigkeit, die einzigartig ist.Die Wurzeln des Quintetts findet man am Anfang der 90er, als Marcus Milbrandt (Gitarre) und Christian Steffenhagen (Schlagzeug) in regionalen Formationen Erfahrung sammelten - die Doom Metaller GRIEF OF GOD wurden zu ihrer beständigen Größe. Um ihre Leidenschaften noch eindringlicher ausleben zu können, begannen die beiden Musiker vor elf Jahren mit der Erstellung eigenen Songmaterials. Dass sich die Jungs im Doom-Universum am wohlsten fühlen, beweisen sie sofort nach der geflüsterten Einleitung. Ein gehöriges Maß dazu tragen Tobias Gloge (Bass) und Oliver Korsten (Keyboards) bei. Erklingt schließlich Cesare Piseddus Gesang, wird man automatisch ins düstere Universum der Wolfsburger Band gesogen. Man kann sich nicht dagegen wehren. Aber keine Bange: Nach den insgesamt 12 Titeln ist aus der Hilflosigkeit längst Glückseligkeit geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen doomigen Bands gelingt es dem Quintett, von Song zu Song unterschiedliche Klanggebilde aufzubauen und niemals eintönig oder gar langweilig zu klingen. Zur Freude meiner Nachbarn entfaltet sich zeitweise ein gewaltiger Tiefbassbereich, der sogleich zu einer explosiven Aufstellung sämtlicher Körperhaare führt. Grandios! Das schwerlastige Fundament nimmt einen mit auf eine Reise durch die dunkelsten Tiefen des Seins. Freimütig verkünden die Jungs, dass sie sich als Nachbarn der Genre-Größen BLACK SABBATH, CATHEDRAL und TROUBLE besonders wohl fühlen. Und je länger man sich dem musikalischen Geschehen hingibt, desto intensiver spürt man die Zusammenhänge zwischen der Musik der alten Granden und STEAMGENERATORs taufrischem Doom. Gelegentlich flüstern uns die Jungs ein paar weise Sprüche ins Ohr. So zum Beispiel: "Computer sind doch lebenserleichternde Werkzeuge.", "Welcher Mensch ist ohne Fehler?", "Wenn es Gott nicht gäbe, müssten wir ihn erfinden!" und noch einiges mehr. Doch all das ist nichts im Vergleich zu den Klängen ihrer Instrumente, die sie meisterlich in Szene setzen. Besucht akustisch den 'Electric Temple' und schwebt auf den Basssaiten durch die Düsternis des Tempels. Nach knapp vier Minuten nimmt das Stück plötzlich Fahrt auf und zieht einen damit noch tiefer in seinen Bann. Diesem ersten Höhepunkt folgt noch ein weiterer, auch wenn dieser bereits auf der Debüt-EP erschienen ist: 'Through Stargates' zieht den Hörer durch Sternentore in fremde Welten und erweitert die Bewusstseinsebene. Mich hat dieser Song in den März 1970 katapultiert, als ich zum ersten Mal in meinem Leben BLACK SABBATH im Sender Freies Berlin hörte - und nie wieder von ihnen lassen konnte. Verdammt, es gibt an "Hopeless Romantic" überhaupt nichts zu meckern. Wenn alle Bands demnächst Meisterwerke wie dieses Album abliefern, werden wir Rezensenten überflüssig. STEAMGENERATOR zählen mit "Hopeless Romantic" zu meinen diesjährigen Top 10-Favoriten und ich belohne sie mit der höchstmöglichen Zahl an Blutstropfen. Gesamtwertung: 10.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Untertage 02. Age Of Transmission 03. Electric Temple 04. 1000 Flowers 05. Locomotive Rust 06. Solitude Traveller 07. Zuse 08. Kali Yuga (Bonus) 09. Black As Coal (Bonus) 10. Cosmic Trigger (Bonus) 11. Whisky Ritual (Bonus) 12. Through Stargates (Bonus) | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 69:03 Minuten VÖ: 25.03.2026 |
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"Ich lade Sie zu einer kleinen Unterhaltung ein. Eintritt nur für Verrückte. Eintritt kostet den Verstand. Sind Sie bereit?" Diese in wispernden Tönen gehaltene Einleitung ist die erste Besonderheit des am 25. März 2026 veröffentlichten Albums "Hopeless Romantic" der Wolfsburger Band STEAMGENERATOR, die hierfür mit dem Berliner Label Metalloscope zusammenarbeitete. In den vorangegangenen drei Jahren war das Werk zwar schon erhältlich, aber halt nur als CD-R für Besucher der STEAMGENERATOR-Liveauftritte. Der Kreis derjenigen, die also bisher in den Genuss dieses Kleinods kamen, ist somit äußerst klein. Nun hat man den genialen, weil richtigen Schritt gewagt, eine "waschechte" Compact Disc herauszubringen. Als kleines Schmankerl hat man den sieben Titeln noch jene Stücke als Bonus hinzugefügt, die 2019 auf der Debüt-EP "Black As Coal" zu finden waren. Somit versinkt man fast 70 Minuten lang in dunkler, schleppender Musik voller Melancholie und einer Eingängigkeit, die einzigartig ist.
