Evoked Eclipse - The Cries Of Evil

Review von Froosti vom 07.04.2026 (330 mal gelesen)
Evoked Eclipse - The Cries Of Evil Wer erinnert sich nicht an jene ersten Alben, die das Tor zu einem Genre aufgerissen haben? Gerade im extremen Metal haben solche Gateway-Bands Kultstatus erreicht und sind bis heute für junge Metalheads noch von Bedeutung. DIMMU BORGIR eröffneten mir die Welt des Black Metals, während INSOMNIUM mich in den Death Metal holten. Was beide Bands gemeinsam haben, ist eine starke melodische Ausrichtung, die es neuen Hörern erleichtert, Zugang zu finden. Genau dort setzen auch EVOKED ECLIPSE an. Mit ihrem Debüt "The Cries Of Evil" verbinden sie beide Welten auf melodische Art und Weise. Doch taugen EVOKED ECLIPSE selbst zum Wegweiser oder bleiben sie lediglich ein Echo der großen Namen?

Im Grunde trifft der Gateway-Faktor den Nagel auf den Kopf. Alles, was man von einer Band dieser Genres erwartet, liefern sie ab. Im Vordergrund stehen dabei melodische Gitarrenleads, die sich über ein Fundament aus harschen Riffs legen. Dazu treibt das Schlagzeug druckvoll nach vorn, ohne jemals ins Geballer oder in eine Raserei zu verfallen. Über das Midtempo kommen die meisten Songs auch nicht hinaus. Das bietet den melodischen Leads ausreichend Raum, um eine gewisse Atmosphäre zu erzeugen. Mit einer leicht düsteren Epik ist das zwar nicht packend, aber unterm Strich stimmig. Um das zu unterstreichen, haben sie zwei der acht Songs als Intro und Interlude verwendet. Normalerweise unterstütze ich so etwas immer, aber bei einer knappen Spielzeit von einer guten halben Stunde hätte ein weiterer Song mehr Sinn gemacht.

Auch bei den Vocals befindet sich alles im entspannten Bereich der beiden Genres. Größtenteils im Black Metal angesiedelt bekommen wir harsches Gekeife mit einigen Growls geboten, die aber nie in extreme Gefilde abrutschen. Mag man es räudig, ranzig, roh und giftig, ist man hier an der falschen Stelle. Im Song 'Land Of The White Spirit Lady' übernimmt Gastsängerin Kyrah Aylin und veredelt den Titel mit ihrem verträumten Klargesang. Leider ist das die einzige Abwechslung, die wir auf "The Cries Of Evil" angeboten bekommen.

Ein weiteres Merkmal, das sich alle Gateway-Bands teilen, ist eine saubere, moderne und druckvolle Produktion. Das Master wurde von Jens Bogren durchgeführt, der schon mit Bands wie DIMMU BORGIR, ARCH ENEMY oder OPETH gearbeitet hat. Das sorgt zwar für einen glasklaren Sound, verliert aber auch jedwede Ecke und Kante. Einer polierten Perfektion fehlt es an einer "Band-Seele".

EVOKED ECLIPSE reihen sich mit "The Cries Of Evil" ohne Probleme in die Riege der Gateway-Bands ein und könnten jungen Metalheads den Einstieg in den Black Metal und Death Metal erleichtern. Die melodische Schlagseite, die stimmige Atmosphäre und das handwerkliche Können machen es einem leicht, Zugang zur Musik zu finden. Treibt man sich allerdings schon eine ganze Weile in beiden Bereichen herum, kann das Album einem nur wenig bieten. Mir fehlen die Eiseskälte des Black Metals, die rohe Brutalität des Death Metals sowie eine packende Atmosphäre. Die zu glatte Produktion sorgt dann für den Rest, und für mich bleibt es bei diesem einen Durchgang.



Gesamtwertung: 6.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Enchantment
02. The Cries Of Evil
03. Land Of The White Spirit Lady
04. Mournishments
05. The Watch Of Spirits
06. Drops Of Blood
07. Illusions Of The Life
08. Ascension
Band Website: facebook.com/evokedeclipse
Medium: CD, digital
Spieldauer: 33:12 Minuten
VÖ: 06.02.2026

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