Lion's Share - Inferno

Review von Stormrider vom 01.04.2026 (365 mal gelesen)
Lion's Share - Inferno Zarte 17 Jahre sind vergangen, seit LION'S SHARE ihr letztes Album veröffentlich haben. Man kann also fast vom GUNS N' ROSES-Syndrom sprechen. Aber das Schöne an unserer Szene ist ja, dass Metalfans unfassbar loyal sind und auch eine solche Zeitspanne als Kleinigkeit abtun können. Da sich die Schweden aber in der letzten Zeit mit einigen Singles wieder zurückgemeldet haben, war die Überraschung dann doch nicht ganz so groß, als das "Inferno" hereinbrach.

Musikalisch knüpft die Band um Mastermind und Bandgründer Lars Chriss (Gitarre) und Sänger Nils Patrik Johansson genau dort an, wo man es erwarten konnte. Ziemlich genau im Spannungsfeld zwischen melodischem Heavy Metal und kernigem Heavy Rock gibt es vor allem jede Menge coole, schnörkellose Riffs, eine spielfreudige und gut eingespielte Band und die sehr prägnanten Vocals von Nils Patrik. Böse Zungen könnten nun sagen, dass der Mann durch seine Omnipräsenz dafür sorgt, dass man kein echtes Alleinstellungsmerkmal hat. Ähnlich wie es aktuell allen Bands geht, in denen RONNIE ROMERO singt. Und das ist durchaus eine legitime Assoziation. Denn auch beim ausdrucksstarken Chilenen ist alles qualitativ hochwertig und doch sind die Banner, unter denen es läuft, irgendwie austauschbar geworden. Und genau so geht es mir mittlerweile mit Alben, auf denen Nils Patrik singt. Man hört ihn unter hunderten heraus und er hat eine sehr eigene Art zu singen. Mittlerweile fühlt sie sich etwas gepresst an und hat nicht mehr ganz das DIO-eske wie früher, aber sie kann auch ins Kreischende kippen und irgendwann nerven.

Davon abgesehen liefert "Inferno" aber exakt das, was man von LION'S SHARE, auch nach so vielen Jahren, erwarten konnte. Ein solides Album, das seine wirklich starken Momente hat und für die Traditionalisten bestens geeignet ist. Die Refrains sind oft kurz gehalten und wirken teilweise etwas zu simpel, wie zum Beispiel im Opener 'Pentagram'. Hier wäre ein wenig mehr Opulenz gar nicht schädlich. Insgesamt hat man aber zu Recht auf den Einsatz von zu viel Orchestrierung und Epik verzichtet und sortiert sich im treibenden, druckvollen Nackenbrechersound ein. Hier hat Lars Chriss, der auch für die Produktion verantwortlich zeichnet, sehr ordentlich an den Knöpfchen gedreht.

"Inferno" ist im besten Sinne ein solides Metalalbum, dass durch wenige echte Überraschungen vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer sicher geht. Auf der anderen Seite ist die Zielgruppe auch nicht gerade dafür bekannt, dass sie größere Änderungen im Sound einer Band besonders abfeiern würde. So kann man LION'S SHARE am Ende ein gelungenes, wenn auch nicht überragendes Comeback attestieren.

Gesamtwertung: 7.5 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Pentagram
02. We Are What We Are
03. We Will Rock
04. The Lion's Trial
05. Baptized In Blood
06. Live Forever
07. Chain Child
08. Another Desire
09. Run For Your Life
Band Website: www.lionsshare.org/
Medium: CD
Spieldauer: 42:17 Minuten
VÖ: 27.03.2026

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