Riket - 2026 | |
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| Review von Opa Steve vom 07.04.2026 (279 mal gelesen) | |
Für ihren Debüt-Longplayer haben sich RIKET ein ganz besonderes Konzept ausgedacht. Nicht nur der Albumtitel "2026" ist eine Jahreszahl, sondern auch die einzelnen Tracks besingen Geschehnisse in unterschiedlichen Epochen. So erstrecken sich die Songs (in nicht chronologischer Reihenfolge) durch die Jahre 1867 bis 2009. Warum das Album nicht mit 2026 endet, ist mir persönlich ein Rätsel - hat doch die Welt in diesem jungen Jahr (oder seinen unmittelbaren Vorgängern) schon genug Irrsinn gezeigt, den man in den Lyrics behandeln kann. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass 2026 speziell in Schweden nichts Aufregendes passiert ist. Denn die ausnahmslos schwedischen Lyrics legen nahe, dass man die inhaltliche Verbundenheit mit dem Land in den Fokus rückt.Neben dem ausufernden Konzept gibt es musikalisch eine Mischung aus Death Metal und klassischem Heavy Metal, was erst mal recht bodenständig anmutet. Die Songs haben auch insgesamt einen eher inhomogenen Charakter, was man dahingehend interpretieren könnte, als solle jeder Song auch musikalisch ein Statement zum behandelten Thema setzen. Dies ist aber eine höchst indivduelle Interpretation des Rezensenten, denn die Infos zur Scheibe halten sich diesbezüglich recht weit hinterm Berg. Wenn man von der etwas mysteriösen Beschreibung absieht "... it is a vessel of memory, a grim messenger bridging today's world with the chilling truths of yesteryears. 2026 unfolds as a sonic time machine, pulling listeners through nine harrowing tales of human error and misfortune, wrapped in a wall of sound that is both punishing and thought-provoking." So weit, so undurchsichtig. Jetzt kommen wir aber noch zum eigentlichen Schwachpunkt der Scheibe: Durch die relativ unterschiedlich arrangierten Titel fehlt mir persönlich etwas der rote Faden in diesem Album. Vor allem geht es ungeschickterweise zu Beginn recht eindimensional vor. '1868: Sommar Vid Vinterviken' und '1867: Storsvagåret' kommen extrem stumpf daher und riffen mehr oder weniger uninspiriert stampfend um einen Grundton herum. Und das zieht sich, sodass man beim Hören schon während der ersten acht Minuten keine wirliche Hook hat, die aufhorchen lässt. Es wird dann tatsächlich etwas besser, wenn '1965: Höghus Och Kultur' wie eine Kreuzung aus JUDAS PRIEST und AMON AMARTH abwechselnd rollt und rifft. Den Hang zu schwedischem Death Metal im Wikinger-Stil kann die Band auch bei '1885: Dödsdansen (I Månskensnatten)' keineswegs verbergen, welches der härteste Titel auf "2026" ist. Auch '1991: 2000 År (Saliga Äro De Tålmodiga)' kann die Einflüsse von Johan Hegg & Co. nicht verleugnen. Weitere Zutaten sind gelegentliche schwarzmetallische Epik oder die Coverversion von Stefan Sundström, einem schwedischen Liedermacher, die an das Ende der Scheibe platziert wurde. Die Jahreszahl 2009 passt hier insoweit, als dass das Original in diesem Jahr veröffentlicht wurde. Fazit: Gemessen am Anspruch des Gesamtkonzepts kommt mir das musikalische Engagement etwas zu kurz. Es gibt unglücklicherweise direkt zu Beginn Filler, es fehlen echte Killer und die meisten Songs tun zwar nicht weh und laufen gefällig rein, aber die Genres, an denen man sich orientiert, werden hier recht simpel rezitiert. Ich hatte keinen Moment, an dem mich die CD richtig packte und meine Aufmerksamkeit einforderte. Beim ersten Durchgang hatte ich sogar vergessen, dass Musik läuft, bis sie irgendwann aufhörte. Gesamtwertung: 5.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. 1868: Sommar Vid Vinterviken 02. 1867: Storsvagåret 03. 1965: Höghus Och Kultur 04. 1948: Att Döda Ett Barn 05. 1885: Dödsdansen (I Månskensnatten) 06. 1897: Mot Polen 07. 1991: 2000 År (Saliga Äro De Tålmodiga) 08. 1937: Lågor Vid Portarna 09. 2009: Alla Ska I Jorden (Stefan Sundström Cover) | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 38:57 Minuten VÖ: 10.04.2026 |
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