Neurosis - An Undying Love For A Burning World | |
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| Review von Damage Case vom 31.03.2026 (571 mal gelesen) | |
NEUROSIS - eine Band wie ein Naturereignis. Mit einem Sound wie Feuerwalze, Regenguss, Wüstenwind, Sonnenfinsternis, Lavastrom und Erdbeben. Alles zugleich, versteht sich. Und jetzt kommen auch noch Blitze dazu. Denn wie aus dem Nichts und ohne Vorwarnung schlägt "An Undying Love For A Burning World" (vorerst ausschließlich digital) ein. Keine Vorabpromo. Kein Fan hatte damit gerechnet. Umso größer ist die Freude. Deshalb stellte sich auch niemand die Frage, wie sich der Bandsound und ihre Mitglieder vom Ausstieg/Rausschmiss ihres Sängers und Gitarristen Scott Kelly erholen würden. Doch die Antwort auf diese Nichtfrage ist eine gewaltige: Aaron Turner, sein Nachfolger, im Promoinfo als "wahrer Seelenverwandter" bezeichnet, ist schon wegen seiner Vergangenheit bei den verblichenen Brüdern im Geiste ISIS beinahe die erschreckend logische Lösung. Und er macht seine Sache hervorragend, denn sein Vorgänger wird zu keiner Zeit vermisst, auch weil sein Organ ähnlich raumeinnehmend klingt. Was es auch muss, um sich zu behaupten. Denn NEUROSIS besitzen noch immer ihre alles mit sich reißende Dynamik, das Fundament, auf dem alles unter diesem Bandnamen fußt. Der hypnotische, doch immer als Songs wahrnehmbare Malstrom aus Saiten, Tastenklängen, Schlagzeug und zweistimmigem Gesang beschleunigt willkürlich und bremst abrupt ab - gefühlt manchmal sogar zugleich. Inhaltlich setzt sich die Band mit der als leidvollen Wahnsinn empfundenen Isolation während und nach der Pandemie im Angesicht der Klimakrise und gleichzeitigem Artensterben auseinander. Und sicher verarbeiten die Musiker damit auch die schmerzhafte Trennung von ihrem Ex-Sänger. Harter Tobak für harte Töne. Die auch live aufgeführt werden sollen, denn nach sieben Jahren Pause startet die Band diesen Juli zunächst mit Festivalauftritten in den USA. Hoffen wir, dass dies nur der Auftakt für globale Live-Aktivitäten sein wird. Die Band brennt förmlich mit neuem Feuer in Herzen und Instrumenten. Was sich auch dadurch zeigt, dass das staubtrocken wie druckvoll klingend produzierte Album Mitte März digital erschienen ist - wohlgemerkt nur sechs Wochen, nachdem es von Produzent Scott Evans final abgemischt wurde. Zu den anstehenden Konzerten werden ab 8. Mai CDs, Tapes und diverse LP-Formate in den Regalen stehen.Fazit: "An Undying Love For A Burning World" knüpft qualitativ und stilistisch nahtlos dort an, wo das bisherige Bandschaffen seit beinahe zehn Jahren Studiopause ruhte. Einen halben Punkt Abzug gibt es dafür, dass es der Band einfach nicht gelingen mag, auch nach über einem Vierteljahrhundert ihr bis dato ergreifendstes Albumintro 'Suspended In Light' zu toppen oder ein gleichwertiges Stück zur Seite zu stellen. Anspieltipps: Keine. Jedes NEUROSIS-Werk ist ein Gesamtkunstwerk, in dem man zwar einzelne Songs hervorheben könnte. Das wäre allerdings komplett sinnlos, da (wie auf jedem Bandalbum seit weit über 30 Jahren) jedes Lied erst im Albumkontext und der dadurch erzeugten Stimmung seine wahre Pracht entfaltet. Nehmt euch also diese Stunde Zeit und taucht ein in die musikalisch interpretierte unsterbliche Liebe für eine sterbende Welt. Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. We Are Torn Wide Open 02. Mirror Deep 03. First Red Rays 04. Blind 05. Seething And Scattered 06. Untethered 07. In The Waiting Hours 08. Last Light | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 63:33 Minuten VÖ: 20.03.2026 |
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NEUROSIS - eine Band wie ein Naturereignis. Mit einem Sound wie Feuerwalze, Regenguss, Wüstenwind, Sonnenfinsternis, Lavastrom und Erdbeben. Alles zugleich, versteht sich. Und jetzt kommen auch noch Blitze dazu. Denn wie aus dem Nichts und ohne Vorwarnung schlägt "An Undying Love For A Burning World" (vorerst ausschließlich digital) ein. Keine Vorabpromo. Kein Fan hatte damit gerechnet. Umso größer ist die Freude. Deshalb stellte sich auch niemand die Frage, wie sich der Bandsound und ihre Mitglieder vom Ausstieg/Rausschmiss ihres Sängers und Gitarristen Scott Kelly erholen würden. Doch die Antwort auf diese Nichtfrage ist eine gewaltige: Aaron Turner, sein Nachfolger, im Promoinfo als "wahrer Seelenverwandter" bezeichnet, ist schon wegen seiner Vergangenheit bei den verblichenen Brüdern im Geiste ISIS beinahe die erschreckend logische Lösung. Und er macht seine Sache hervorragend, denn sein Vorgänger wird zu keiner Zeit vermisst, auch weil sein Organ ähnlich raumeinnehmend klingt. Was es auch muss, um sich zu behaupten. Denn NEUROSIS besitzen noch immer ihre alles mit sich reißende Dynamik, das Fundament, auf dem alles unter diesem Bandnamen fußt. Der hypnotische, doch immer als Songs wahrnehmbare Malstrom aus Saiten, Tastenklängen, Schlagzeug und zweistimmigem Gesang beschleunigt willkürlich und bremst abrupt ab - gefühlt manchmal sogar zugleich. Inhaltlich setzt sich die Band mit der als leidvollen Wahnsinn empfundenen Isolation während und nach der Pandemie im Angesicht der Klimakrise und gleichzeitigem Artensterben auseinander. Und sicher verarbeiten die Musiker damit auch die schmerzhafte Trennung von ihrem Ex-Sänger. Harter Tobak für harte Töne. Die auch live aufgeführt werden sollen, denn nach sieben Jahren Pause startet die Band diesen Juli zunächst mit Festivalauftritten in den USA. Hoffen wir, dass dies nur der Auftakt für globale Live-Aktivitäten sein wird. Die Band brennt förmlich mit neuem Feuer in Herzen und Instrumenten. Was sich auch dadurch zeigt, dass das staubtrocken wie druckvoll klingend produzierte Album Mitte März digital erschienen ist - wohlgemerkt nur sechs Wochen, nachdem es von Produzent Scott Evans final abgemischt wurde. Zu den anstehenden Konzerten werden ab 8. Mai CDs, Tapes und diverse LP-Formate in den Regalen stehen.
