Yeast Machine - Bad Milk | |
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| Review von derkleinekolibri vom 26.03.2026 (481 mal gelesen) | |
Milch! Ein tierisches Produkt, das ich nicht trinke, aber in verarbeiteter Form zu mir nehme. Ein Widerspruch? Mag sein. Aber sind es nicht gerade die Widersprüche, die jeden von uns zu einer einzigartigen Persönlichkeit machen? Und nun erdreisten sich fünf Freunde, die sogar in einem Haus zusammenleben, ein Glas Milch als Coverartwork ihres aktuellen Albums zu verwenden. Die Tübinger Band YEAST MACHINE gibt zugleich Entwarnung (jedenfalls für mich) und nennt ihr 34 Minuten und 16 Sekunden langes Album "Bad Milk". Die zehn Stücke sind aus vielen Genres bunt zusammengewürfelt: Alternative, Grunge, Psychedelic, Punk und Stoner. Diese Vielschichtigkeit gibt der schlechten Milch einen angenehmen, leicht verdaulichen Geschmack.Seit fünf Jahren bespaßt die Tübinger Rock-Kommune eine ständig wachsende Fangemeinde. Die Release-Party zu "Bad Milk" sollte am 21. März 2026 in der Tübinger Shedhalle stattfinden. Acht weitere Stationen werden bis Ende Mai abgeklappert ... nein ... abgerockt. Bei den allermeisten Bands erkennt man schnell, ob sie ihren Longplayer mit einem Intro oder einem normalen Song starten. YEAST MACHINE sind da eine Ausnahme, denn 'Globalized Condolences' erhebt den Anspruch, beides zu sein - man weiß es nicht so recht. Alleine dieser Umstand macht "Bad Milk" so interessant. 'Falling Rocks' wird von mächtigen Drums und heftigen Riffs bestimmt, eine klare Ansage an Fans echten und rohen, nicht nobel aufgemotzten Punks. Der Titelsong selbst beginnt, als hätten P.O.D. zumindest den Anfang zur Verfügung gestellt. Die Riffs gehen unter die Haut, das einsetzende Schlagzeug erhöht den Blutdruck und der Gesang erinnert an den psychedelischen Underground der Achtziger. Den Staub vom Radio bläst 'Dust On The Radio' gekonnt mit einer Punk-Attitüde weg. Glanzvoll wird das Stück durch ein tolles Gitarrensolo. Starke Basslines kennzeichnen 'Feeding Poison To The Spiders Was Never Really May Thing', bei dem man eventuell in JOY DIVISIONs Werken gewildert hat, natürlich ohne sie zu kopieren. Eine depressive Grundstimmung verbreitet 'Karthago'. Live dürfte 'Honey & Sweat' die Stimmung besonders anheizen, das Riffing reizt jeden Luftgitarrenspieler mitzumachen, der Sänger steht dabei wie einst Jim Morrison auf der Bühne. Mit 'Wobbly Wizard' wird ein Alternative Stoner-Stück ins Rennen geschickt, dem wieder ganz besondere Basslinien spendiert wurden. Auch wenn die Jungs mal weniger heftig zu Werke gehen, kommt etwas Tolles dabei heraus: 'The Golden Cage' hat das Zeug zu einem rockigen Liebeslied, das höchst emotionellen Charakter zeigt. Der Song durchdringt die Synapsen des Gehirns und will nicht wieder fort. Und was bleibt dem Hörer nach einem solchen Schlussakkord? Einzig und allein die erneute Betätigung der Starttaste ... Wer das Quintett live erleben möchte, hat hier die Chance (alle Angaben unter Vorbehalt): 11.04.2026 DE - Köln - Carlswerk Club Volta - Sonic Ride 16.04.2026 DE - Stuttgart - Live Club 17.04.2026 DE - Bochum Theater Rottstrasse 18.04.2026 DE - Siegen - Vortex 29.04.2026 DE - Köln - MTC 30.04.2026 DE - Dortmund - Subrosa 01.05.2026 DE - Saarbrücken - Die Wand 02.05.2026 CH - St. Gallen - Lucas Bar 03.05.2026 DE - Freiburg - Slow Club 13.05.2026 DE - Nürnberg - Z-Bau 14.05.2026 DE - Dresden - Zilles Anker 15.05.2026 DE - Räbel - Rock im Räbel 22.05.2026 DE - Heidenheim - Friday 23.05.2026 DE - Erfurt - Klanggerüst 12.06.2026 DE - Tübingen - Ract 13.06.2026 DE - Obernzenn - Wasted Open Air Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Globalized Condolences 02. Falling Rocks 03. Bad Milk 04. Foreshadowing 05. Dust On The Radio 06. Feeding Poison To The Spiders Was Never Really May Thing 07. Karthago 08. Honey & Sweat 09. Wobbly Wizard 10. The Golden Cage | Band Website: Medium: CD Spieldauer: 34:16 Minuten VÖ: 20.03.2026 |
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Milch! Ein tierisches Produkt, das ich nicht trinke, aber in verarbeiteter Form zu mir nehme. Ein Widerspruch? Mag sein. Aber sind es nicht gerade die Widersprüche, die jeden von uns zu einer einzigartigen Persönlichkeit machen? Und nun erdreisten sich fünf Freunde, die sogar in einem Haus zusammenleben, ein Glas Milch als Coverartwork ihres aktuellen Albums zu verwenden. Die Tübinger Band YEAST MACHINE gibt zugleich Entwarnung (jedenfalls für mich) und nennt ihr 34 Minuten und 16 Sekunden langes Album "Bad Milk". Die zehn Stücke sind aus vielen Genres bunt zusammengewürfelt: Alternative, Grunge, Psychedelic, Punk und Stoner. Diese Vielschichtigkeit gibt der schlechten Milch einen angenehmen, leicht verdaulichen Geschmack.
