Olhava - Memorial

Review von Froosti vom 04.03.2026 (539 mal gelesen)
Olhava - Memorial Vor kurzem war ich auf der Tour von ELDAMAR, CÂN BARDD und ELDERWIND. Es war ein Abend voller atmosphärischem Black Metal in Perfektion. Aus dem selben Land wie der Headliner stammen auch OLHAVA, die heute ihr neues Album "Memorial" präsentieren. Seit der Gründung 2016 hat das umtriebige Duo bereits sieben Alben veröffentlicht. Auf dem Plan steht Atmospheric Black Metal mit einer Ladung Post Metal und einer Prise Shoegaze. Warum OLHAVA zur Tour perfekt gepasst hätten, erfahrt ihr hier.

Schaut man sich die Platte erst mal von außen an, bekommt man direkt einen Vorgeschmack, wie der Sound klingen wird. Allein das Artwork von Margot Makletsova wirkt schaurig schön und lädt uns ein, uns im Wald zu verlieren. Bei einer Spielzeit von weit über einer Stunde und langen, ausgedehnten Songs kann ich euch nur empfehlen, es euch gemütlich zu machen und dem Album eure volle Aufmerksamkeit zu schenken. Die Weichen sind perfekt gestellt.

Fast schon klassisch eröffnen dicke, prasselnde Regentropfen und ein paar Dungeon Synth-Klänge die lange Reise. Wabernde Klänge ziehen uns langsam zu sich, bevor das Gewitter mit 'After I'm Gone' über uns hereinbricht. Innerhalb weniger Sekunden fährt die Band eine Soundwand auf, die ich so nicht erwartet hatte. Die Gitarren sind mehr eine wutentbrannte Naturgewalt als ein Instrument und peitschen uns verhallt und schrammelnd um die Ohren. Einzelne Noten gehen dabei in der Soundgewalt unter und verbinden sich zu einer rohen Kraft. Dazwischen wabern aber immer wieder feine Melodielinien, die das Ganze in eine Form gießen und es nicht im Chaos versinken lassen.

Nachdem der Sturm etwas gewütet hat, zeigt das Duo seine ruhigeren Seiten. Im Gegenpol zu den Gitarren steht das Schlagzeug, das etwas die Geschwindigkeit herausnimmt und einen Hauch von Groove hineinstreut. In der Mitte des Songs wird das Tempo komplett gedrosselt und OLHAVA erlauben uns eine Atempause. Genau mit diesem Zusammenspiel aus Raserei, Melodie und ruhigen Passagen erzeugen sie eine packende, immersive Atmosphäre, die mich von Anfang an fesselt.

Die Liebe zum Hall macht sich auch bei den Vocals bemerkbar. Weit in den Hintergrund gerückt werden sie so stark verhallt und verzerrt, dass man kein Wort mehr verstehen kann. Darauf kommt es der Band aber nicht an. Der Gesang ist ein weiteres Instrument und krächzt uns geisterhaft, ja fast schon ätherisch aus den Boxen entgegen. Das verbindet sich hervorragend mit der Soundwand und unterstreicht die Grundstimmung der Platte enorm.

Dieses Konzept zieht sich dann wie ein roter Faden durch das gesamte Album und kann bei der Spielzeit sicher einige von euch ermüden. Auch wenn die atmosphärische Bandbreite voll ausgenutzt wird, bieten OLHAVA nicht viel Abwechslung. Allerdings bin ich auch ein absoluter Liebhaber solcher Musik und kann einfach nicht genug davon bekommen. Die Band packt mich mit Leichtigkeit und ich versinke nur so in der Musik. Wer auf atmosphärischen, dichten Black Metal steht, sollte OLHAVA auf seinen Plattenteller legen.




Gesamtwertung: 8.0 Punkte
blood blood blood blood blood blood blood blood dry dry
Trackliste Album-Info
01. Ageless River X
02. After I'm Gone
03. When The Ashes Grow Cold
04. Ageless River XI
05. Memorial
06. Ageless River XII
07. The River Wakes
08. Ageless River XIII
Band Website: olhava.bandcamp.com
Medium: CD
Spieldauer: 78:18 Minuten
VÖ: 27.02.2026

Besucher-Interaktion

Name:
Kommentar:
(optional)
Meine Bewertung:
(optional)
(Hinweis: IP-Adresse wird intern mitgespeichert; Spam und Verlinkungen sind nicht gestattet)

Artikel über soziale Netzwerke verbreiten