Gladenfold - Soulbound | |
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| Review von ReviewRalle vom 26.02.2026 (919 mal gelesen) | |
GLADENFOLD ist eine finnische Melodic Death/Power Metal-Band, die bereits seit 2003 aktiv ist, von der ursprünglichen Inkarnation sind jedoch nur noch zwei Mitglieder übrig, Sänger Esko und Bassist Lauri. Dennoch, das Sextett ist in der jetzigen Konstellation auch schon einige Zeit zusammen aktiv und veröffentlichte im Jahr 2022 mit "Nemesis" ein fantastisches Album. Vier Jahre später steht mit "Soulbound" am 27.02.2026 Album Nummer vier in den Startlöchern.Wer bei einer finnischen Band der Gattung Melodeath/Power Metal direkt an Bands wie CHILDREN OF BODOM oder WINTERSUN denkt liegt nicht ganz falsch, doch "Soulbound" ist - und das möchte ich an dieser Stelle unbedingt betonen, bevor sich Enttäuschung breit macht - deutlich mehr dem Power als dem Melodic Death Metal zuzuordnen. Selbst im Kontext der eigenen Diskografie ist das hier definitiv das Power Metal-lastigste Album geworden. Wer bei dem Blick auf das futuristische, aber mittelalterliche Artwork auch etwas anderes erwartet hat, ist irgendwo selber Schuld. Wenn man in Finnland bleiben möchte, stellt euch SONATA ARCTICA vor, nur mit einer Prise Melodic Death Metal angereichert. Das trifft es zwar nicht ganz, aber kommt nah genug hin. Mit neun Songs ausgestattet und einer Spielzeit von guten 41 Minuten fällt "Soulbound" zwar knapp aus, verzichtet aber auf sämtlichen unnötigen Ballast. Lieber habe ich keine Intros/Outros/Zwischenspiele als welche, die fehl am Platz sind. Dass es hier so etwas nicht gibt, fällt nicht negativ auf. Stattdessen gibt es mit 'Fire Wind' als Eröffnungssong direkt einen solchen um die Ohren. Futuristisch anmutende Keyboardklänge bauen den Song vorsichtig auf, bis sich dezent die Gitarren und das Schlagzeug anbahnen, um das Zepter zu übernehmen. Ab dann gibt es hymnischen, flotten Power Metal auf die Ohren. Der Refrain ist groß und brennt sich sofort in das Ohr, das Schlagzeug galoppiert ordentlich daher, die Gitarren liefern coole Riffs und tolle Melodien. Ein technisch anspruchsvolles Gitarren- und Keyboard-Battle darf natürlich auch nicht fehlen. Die Riffs sind es auch, die die Band aus der Menge hervorheben, denn hier merkt man definitiv die Melodic Death Metal-Wurzeln der Band und das über das gesamte Album hinweg. Mit schönen Riffs und wunderbar eingängigen Melodien geht es dann mit 'Wardens Of Time' auch gleich weiter. Eine melodische Midtempo-Nummer. Der Refrain ist nicht ganz so inbrünstig, dafür aber komplexer als 'Fire Wind'. Im letzten Drittel legt der Song aber noch mal nach und packt eine gute Schippe an Epicness drauf. 'For My Queen' wird dann garantiert jeden Highspeed Power Metal-Fan abholen. Was ein furioser Einstieg. Spätestens beim Refrain wird jeder die Faust in den Himmel recken. Einem tollen Solo folgt eine schmissige und für so einen Song eine doch recht harte Bridge, hier ist Headbangen definitiv erwünscht. Hört gerne selbst: Der Melodic Death Metal-Teil der Band wird dann bei 'Helix Of Hate' endlich rausgeholt. Deswegen ist der Song immer noch keine waschechte Melodeath-Nummer, aber die Growls sind ein schöner Akzent zum sonst so angenehm warmen Gesang. Auch das Instrumental ist weniger melodisch und agiert entsprechend schwerer. Besonders zum Mittelteil hin punkten die Gitarren mit amtlichen Riffs und auch das Schlagzeug stampft entsprechend passend dazu. 'Mercy' dreht die Härte dann wieder zurück, kommt überraschend als Duett mit zusätzlichem weiblichem Gesang daher. Auch der gut zu vernehmende Bass ist eine angenehme Bereicherung. Der spacige Mittelteil wirkt anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber gegen Ende wirklich toll. 'Ghostlike' und 'Chaos Waltz' fügen sich ebenfalls gut in den bisher etablierten Sound der Band ein, sind aber die schwächsten Songs des Albums. Dennoch, andere Bands wären froh über zwei Songs dieser Qualität, hier fühlen sie sich im Albumkontext leider trotzdem wie Füller an. Mit 'Anthem Of The Broken' gibt es hinten raus noch einen Midtempo-Stampfer mit starkem Refrain, ehe 'Soulbound Parallax' den Reigen beendet. Der Song ist im Kern eine sanfte Ballade, bekommt aber immer wieder einen metallischen Anstrich. Gerade die hochmelodischen Gitarren setzen sich wieder im Gehör fest. "Soulbound" ist mit einer modernen, aber knackigen Produktion ausgestattet und klingt genau richtig. Das sehr hohe Niveau der ersten fünf Songs kann bis auf 'Soulbound Parallax' am Ende leider nicht gehalten werden, dennoch ist "Soulbound" ein mehr als gelungenes Power Metal-Album mit sehr guter Gitarrenarbeit, tollem Gesang und sollte jeden, der auf hymnischen und melodischen, aber dennoch kernigen Metal steht, mehr als zufriedenstellen. 8/10 Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Fire Wind 02. Wardens of Time 03. For My Queen 04. Helix of Hate 05. Mercy 06. Ghostlike 07. Chaos Waltz 08. Anthem of the Broken 09. Soulbound Parallax | Band Website: www.gladenfold.net/ Medium: CD Spieldauer: 41:12 Minuten VÖ: 27.02.2026 |
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GLADENFOLD ist eine finnische Melodic Death/Power Metal-Band, die bereits seit 2003 aktiv ist, von der ursprünglichen Inkarnation sind jedoch nur noch zwei Mitglieder übrig, Sänger Esko und Bassist Lauri. Dennoch, das Sextett ist in der jetzigen Konstellation auch schon einige Zeit zusammen aktiv und veröffentlichte im Jahr 2022 mit "Nemesis" ein fantastisches Album. Vier Jahre später steht mit "Soulbound" am 27.02.2026 Album Nummer vier in den Startlöchern.
