Dusk - Bunker | |
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| Review von Zephir vom 21.02.2026 (2169 mal gelesen) | |
Industrial Black Metal? Was für eine extreme Gemengelage! Wenn das neue Album dann auch noch "Bunker" heißt, müssen Freunde des Modern-Martialisch-Metallischen einfach hellhörig werden. Umso interessanter ist die Sache, als sich herausstellt, dass die Urheber DUSK keine Mitteleuropäer sind, sondern aus Mittelamerika stammen, genau genommen aus Costa Rica.Hinter dem Bandnamen DUSK stecken vier Musiker namens Shaman (Vocals), Implacable (Gitarre), Pàlak (Bass) und Dusk (unerlässlich in diesem Genre: Synthesizer und Effekte). Offenbar begann das Ganze 2016 als Soloprojekt des letztgenannten Masterminds, der mit bürgerlichem Namen Enrique Valverde heißt; die anderen Musiker stießen nach meinen Recherchen 2019 dazu. Dass DUSK ihre Releases - seit 2016 immerhin sechs LPs und drei EPs - teils mit den Attributen Ambient, Raw und sogar Cosmic beschreiben, fördert die Interpretationsfreude der Hörerin ungemein. "Bunker" ist jedenfalls von ganz anderer Natur, als ich mir unbedarft ein paradiesisches Costa Rica vorstelle. Der bedrohlich brachiale Soundtrack, der hier gemischt mit Black Metal-Elementen die Abrissbirne schwingt, klingt nach ölverschmierten, abgewrackten Industriehallen und endzeitdramatischer Post-Apokalypse. Noise-Elemente, die Funkstörungen und kaputte Lautsprecher suggerieren, legen sich zwischen und über zornige, rasende Gitarrenriffs. Wo schwarzmetallische Screams zu hören sind, werden auch diese mit Industrial-Charme verzerrt; die Drums donnern zuweilen wie die Schläge wütender Maschinen. Passagenweise verbleibt die Soundkulisse auf wenige repetitive Elemente reduziert, die gemeinsam mit drohend-dämonischen Vocals eine furchteinflößende Alptraum-Atmosphäre generieren. Dass das Album mit einer Spielzeit von einer guten halben Stunde recht kurz ausgefallen ist, liegt wohl im Wesen des Genres begründet. Dafür ist diese halbe Stunde ein ausgesprochen intensives Erlebnis - die Mixtur aus Industrial-Elektronik, Schwarzmetall, Noise und (atmosphärisch betrachtet) Doom lässt garantiert niemanden kalt. Die sieben neuen Tracks auf "Bunker" sind betitelt mit 'BUNKER' I bis VI plus 'DUNKELHEIT' - und in mir verbleibt der Eindruck, dass apokalyptischer Industrial doch immer wieder als ... nun ja, deutsche Angelegenheit verstanden wird. Ob man hierzulande darauf stolz sein kann? Wenn "Bunker" das musikalische Output ist - auf jeden Fall. Die Platte ist einfach sehr geil und kriegt von mir sieben Blutstropfen zuzüglich einen für die kongeniale Covergestaltung. Gesamtwertung: 8.0 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. BUNKER I 02. BUNKER II 03. BUNKER III 04. BUNKER IV 05. BUNKER V 06. BUNKER VI 07. DUNKELHEIT (RMX) | Band Website: Medium: LP Spieldauer: 30:52 Minuten VÖ: 20.02.2026 |
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Industrial Black Metal? Was für eine extreme Gemengelage! Wenn das neue Album dann auch noch "Bunker" heißt, müssen Freunde des Modern-Martialisch-Metallischen einfach hellhörig werden. Umso interessanter ist die Sache, als sich herausstellt, dass die Urheber DUSK keine Mitteleuropäer sind, sondern aus Mittelamerika stammen, genau genommen aus Costa Rica.
