Lone Wanderer - Exequiae | |
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| Review von Froosti vom 20.02.2026 (2239 mal gelesen) | |
Nebelschwaden hängen dicht über dem Boden, es riecht muffig und alt. Nur ein paar Meter weit kannst du deinen Blick über die trostlose Landschaft werfen. Irgendwo in der Ferne ertönen Glocken und eine Prozession verhüllter Menschen mit gesenktem Blick wandert wortlos an dir vorbei. Dazu erklingt ein tiefes Grollen in weiter Ferne. Willkommen in der Welt des Funeral Doom und von LONE WANDERER. "Exequiae" ist das dritte Album der Band aus Freiburg und öffnet die Tore zur Gruft für alle willigen Zuhörer.Der Funeral Doom ist die einzige Spielart des Dooms, der ich etwas abgewinnen kann, und die mich nicht mit Langeweile oder kauzigem Gesang vertreibt. Dabei hat es mir eine Gruppe besonders angetan. BELL WITCH sind schon lange kein Geheimtipp mehr und haben sich ihren Stand in der Szene zu Recht erspielt. Damit legen sie aber auch die Latte hoch, an der sich LONE WANDERER messen müssen. Schaut man sich das Paket von außen an, wirkt es schon vielversprechend. Ein melancholisches, düsteres Cover, ein passender Bandname und eine überlange Spielzeit gehören einfach dazu. Aber können sie sich mit den Großen messen? Den größten Brocken serviert die Band direkt zu Beginn der Platte. Der Opener 'To Rest Eternally' hat eine stattliche Spielzeit von guten 24 Minuten und zeigt, wo die Reise hingeht. Schwere, tiefe Gitarren hängen wabernd in der Luft, während das Schlagzeug wie von einem Riesen zum Donnern gebracht wird. Dazu bringt der Bass eine dröhnende Ladung Schwere mit hinein, bevor uns Sänger Bruno Schotten die Magengrube massiert. Ein so tiefes, sumpfiges Growlen bringen nur wenige zustande. Ich bekomme das Gefühl nicht los, dass er die letzten Jahre in einer alten Gruft verbracht haben muss, um diese Aufnahmen zu erledigen. Natürlich lassen sie sich viel Zeit beim Aufbau der Songs, allerdings ohne große Spannungskurve. Beim Funeral Doom ist dies aber auch nicht gewünscht und würde der Atmosphäre schaden. Damit haben sie die Grundlagen des Genres hervorragend umgesetzt. Was LONE WANDERER allerdings von anderen Truppen unterscheidet, ist die melodische Schlagseite der Gitarren. Immer wieder erzeugt die Band melodische Harmonien und ruhige, ja fast schon verträumte Klangteppiche, die einen ins Schwelgen bringen. Auch dezent eingesetzter, okkulter Klargesang verstärkt dieses Gefühl. Allerdings versinken diese Hoffnungsschimmer schnell wieder im Sog der Verzweiflung und Trauer. Damit unterstreichen sie die bedrückende, kompromisslose Atmosphäre eindrucksvoll und betonen zugleich den lyrischen roten Faden. Mit Leichtigkeit ziehen sie mich in ihren Bann und die 72 Minuten Spielzeit fühlen sich gar nicht so lang an. LONE WANDERER haben ihre Nische im Genre gefunden und sich mit ihrem dritten Album "Exequiae" in meine Plattensammlung gespielt. Auch wenn die Produktion für meinen Geschmack noch etwas roher hätte sein können, trifft die Platte ins Schwarze. Die erdrückende Atmosphäre, getragen von melodischen Gitarren, donnerndem Schlagzeug und tiefen Growls, zaubert jedem Fan des Genres ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Wer Funeral Doom hört, kommt an dieser Platte nicht vorbei. Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. To Rest Eternally 02. Existence Nullified 03. Life's Lost Vanity 04. Anhedonia 05. Epistemology Of The Passed | Band Website: facebook.com/lonewandererdoom Medium: CD, LP Spieldauer: 72:20 Minuten VÖ: 30.01.2026 |
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Nebelschwaden hängen dicht über dem Boden, es riecht muffig und alt. Nur ein paar Meter weit kannst du deinen Blick über die trostlose Landschaft werfen. Irgendwo in der Ferne ertönen Glocken und eine Prozession verhüllter Menschen mit gesenktem Blick wandert wortlos an dir vorbei. Dazu erklingt ein tiefes Grollen in weiter Ferne. Willkommen in der Welt des Funeral Doom und von LONE WANDERER. "Exequiae" ist das dritte Album der Band aus Freiburg und öffnet die Tore zur Gruft für alle willigen Zuhörer.
