Rozario - Northern Crusaders | |
|---|---|
| Review von derkleinekolibri vom 19.02.2026 (2404 mal gelesen) | |
Aus dem Land der Fjorde kommt eine fünfköpfige Truppe namens ROZARIO, die im Oktober 2023 ihr Debütalbum "To The Gods We Swear" veröffentlichten. Die Band erhielt eine sehr wohlwollende Beurteilung von mir: "Diesem Quintett aus Norwegen prophezeie ich eine erfolgreiche Zukunft. Es wird nicht allzu lange im Untergrund rumdümpeln müssen." Eines ist schon mal sicher, auf ihren Vorschusslorbeeren haben sie sich nicht ausgeruht. Ab dem 20. Februar 2026 steht ihr zweites Machwerk "Northern Crusaders" als CD im Jewel Case oder als Vinyl in den Verkaufsregalen der wenigen noch existierenden Plattengeschäfte. Wie beim Debüt sperrt man die Lauscher für ein Dutzend Songs auf, die diesmal insgesamt sogar die 50-Minuten-Grenze überschreiten.Ungehemmt und ungebremst legen die Jungs los, als würde sie eine Gottheit aus Asgard vor sich hertreiben, um den europäischen Hauptkontinent zu erobern. Thor, der Gott des Donners, hat den Körper des Schlagzeugers Per Helge Bruvoll sowie den des Bassisten Anders Halsam Engum übernommen. Er drischt mit seinem berühmten Hammer ohne mit der Wimper zu zucken volle Kanne auf das Schlagzeug ein. Etwas weniger brutal widmet er sich den vier Saiten des Basses und schafft wundervolle Klangwände. Odin haucht den beiden Gitarristen Stein Hjertholm und Taran Lister seinen Odem ein, auf dass diese mit ihrer Fingerfertigkeit fantastische Riffs und Soli zum Wohlklang des Longplayers beitragen. Freyja, die Göttin der Fruchtbarkeit, hat sich Sänger David Rosario zur Brust genommen und ihm sein Kehlchen vergoldet. Was der Kerl zutage bringt ist makelloser Metalgesang der allerfeinsten Sorte. Derart göttlich aufgestachelt können die fünf Norweger getrost ihren Kreuzzug als nordische Kämpfer antreten: "Europa, wir kommen!" Sie selbst sehen ihr Album "Northern Crusaders" als Absichtserklärung, die Fahne des klassischen, melodischen Heavy Metals in eine neue Ära zu tragen. Ohne Wenn und Aber, es ist ihnen perfekt gelungen. Besonders grandios macht sich das bei 'Until The Gods Are Calling' bemerkbar, denn hier hämmert, dröhnt und rifft alles zu Kleinholz und erreicht echten Hymnenstatus - die Haarlosen (wie ich) zünden ihre Feuerzeuge an und die Langhaarigen (wie viele von euch) headbangen sich das Gehirn aus dem Schädel. Ähnliche Holzhackerqualität entwickelt 'The Warning'. Beim robusten Abschluss 'Betrayed' fällt man fast in Trance und genießt das mit einem extravaganten Solo versehene Stück mit geschlossenen Augen - ein Mitmachsong für jedes von ROZARIOs Livekonzerten. Auch bestens live geeignet, stellt man sich bei 'Free Forever' vor, dass einer der Gitarristen hoch oben auf einem Lautsprecherturm steht und seine Riffs ins Publikum feuert. Nach knapp 51 Minuten muss man sich leider damit abfinden, dass die heiße Musik der kühlen Nordländer ein Ende hat. Und um nicht immer wieder "Northern Crusaders" neu ein- beziehungsweise auflegen zu müssen, sollten sich ROZARIO irgendwann in Bälde daran machen, ein drittes Meisterwerk zu kreieren und einzuspielen. Als Aufputschmittel serviere ich ihnen neuneinhalb Blutstropfen aus meinem privaten Vorrat ... Gesamtwertung: 9.5 Punkte
| |
| Trackliste | Album-Info |
| 01. Fire And Ice 02. We Are One 03. Down Low 04. Free Forever 05. Crusader 06. Coming Home 07. Die Like Warriors 08. Until The Gods Are Calling 09. Sleepless 10. The Warning 11. Haunted By The Past 12. Betrayed | Band Website: www.facebook.com/rozarioband Medium: CD, LP Spieldauer: 50:49 Minuten VÖ: 20.02.2026 |
Alle Artikel
Aus dem Land der Fjorde kommt eine fünfköpfige Truppe namens ROZARIO, die im Oktober 2023 ihr Debütalbum "To The Gods We Swear" veröffentlichten. Die Band erhielt eine sehr wohlwollende
