Sagenbringer - Zwischen den Welten

Review von ReviewRalle vom 11.02.2026 (3786 mal gelesen)
Sagenbringer - Zwischen den Welten SAGENBRINGER sind eine sehr fleißige und noch knackfrische Folk- und Pagan Metal-Band aus Sylt. Wo sonst eher Schlager ertönt und sich die Schickeria und Neureiche herumtreiben, tanzen SAGENBRINGER erfreulich aus der Reihe, denn die schöne Natur und auch die Geschichte rund um Sylt bieten sich durchaus als Inspirationsquelle für ordentliche, handgemachte Musik an. Die Band entstand im Sommer 2021 ursprünglich als Idee des Gitarristen Skjomi, hinzu gesellten sich dann nach und nach die drei restlichen Kumpanen, Haldruhir am Gesang, Azaril am Bass und Trygve an der Schießbude. Seitdem hat die Band drei Alben, eine EP und ein Livealbum veröffentlicht und in dieser Zeit auch ihren komplett eigenen Sound gefunden und gefestigt. Das aktuelle Album "Zwischen Den Welten" nehmen wir uns jetzt zur Brust.

Den Bands, die diese Musik frönen, wird oft vorgeworfen, dass sie allesamt gleich klingen und die Musik wenig innovativ ist und auf Nummer sicher geht. Bei SAGENBRINGER kann man das auf keinen Fall sagen, sicherlich spürt man den Einfluss von den Frühwerken EQUILIBRIUMs, aber wo diese irgendwann den paganen Pfad verlassen und in moderne Gefilde aufgebrochen sind, beschreiten SAGENBRINGER diesen Weg gekonnt weiter. Während Bands wie THORONDIR heutzutage zeigen, wie angeschwärzter Pagan Metal zu klingen hat, machen es sich SAGENBRINGER zur Aufgabe den etwas fröhlicher gestimmten, klanglichen Bruder, den folkigen Pagan Metal, im neuen Glanze erstrahlen zu lassen. Von einer kleinen Pagan Metal-Renaissance zu sprechen ist daher gar nicht so weit hergeholt.

Mit 12 Songs und einer Länge von über 52 Minuten wollen SAGENBRINGER uns unterhalten und in ihren Bann ziehen. Das gelingt auch auf Grund des Artworks schon ganz gut, das ist zwar durchaus etwas kitschig, aber definitiv - und das ist viel wichtiger - schön und detailverliebt, wie auch die Musik von SAGENBRINGER. Wie schon auf den ersten beiden Alben wird auch "Zwischen Den Welten" durch ein sehr atmosphärisches und professionell eingesprochenes Intro eingeleitet. Oftmals nutzen sich diese Art Intros ab, aber SAGENBRINGER beherrschen sie wie kaum ein anderer, sodass man sich 'Feuer Und Eis' gut und gerne bei jedem Durchlauf anhören möchte.

So richtig los geht's dann mit 'Valkyrensturm', 'Berserker' und 'Freie Vögel', allesamt Songs, die schon als Vorboten vorab veröffentlicht worden sind. Dieses Eröffnungstrio ist gut gewählt und platziert, da sie die Trademarks des ureigenen SAGENBRINGER-Sounds hervorragend zur Show stellen. Hymnisch, kraftvoll, einprägsam und unterhaltsam. Alleine die ersten Keyboard-Töne von 'Valkyrensturm' lassen aufhorchen, denn so prägnant, einprägsam und eigenständig im Klang kommen nur wenige Bands mit diesem Instrument um die Ecke. Klar, Keyboard-Allergiker werden direkt aussteigen, andererseits stellt sich hier dann auch die Frage, warum man sich dann eine Folk/Pagan Metal-Platte einlegt.

Die Mitte des Albums hält das Niveau des Beginns, ohne nennenswerte Ausreißer nach oben oder unten, einzig 'Zwielichtkarneval' ist etwas zu viel des Guten und das Keyboard überbordet hier dann doch auf Dauer. Dieser Song, da bin ich mir sicher, wird polarisieren, die einen werden ihn lieben, die anderen hassen. Mit 'Der Stete Tropfen', 'In Odins Goldener Hall' und 'Götterdämmerung' wartet am Ende aber noch mal ein richtiges Feuerwerk auf die Zuhörer. Wer dachte, das Anfangs-Trio sei fantastisch, wird hier komplett umgeblasen. Diese drei Songs verinnerlichen die Quintessenz des Pagan Metals und zeigen, warum das Genre in der Mitte der 2000er so groß geworden ist.

"Zwischen Den Welten" ist ein erneut sagenhaftes Album, das die vier eingeschweißten Freunde in Topform präsentiert. Das zeigt sich sowohl im Sound, der noch runder, gefestigter und eigenständiger als auf den Vorgängern klingt, als auch in der Performance der einzelnen Musiker. Man erkennt das Wachstum der Band zu jeder Sekunde, aber vor allem Haldruhirs Gesang bläst einen komplett vom Hocker. Wer der härteren Spielweise des Folk Metals zugetan ist, kommt um SAGENBRINGER nicht herum, viel besser geht es kaum.

9/10

Gesamtwertung: 9.0 Punkte
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Trackliste Album-Info
01. Feuer Und Eis
02. Valkyrensturm
03. Berserker (Feat. ASENBLUT)
04. Freie Vögel
05. Bei Vollmond
06. Zwielichtkarneval
07. Walpurgisnacht
08. Freya (Feat. Nissara)
09. Der Stete Tropfen
10. In Odins Goldener Hall
11. Götterdämmerung
12. Ein Goldener Morgen
Band Website: www.sagenbringer.com/
Medium: CD, Vinyl
Spieldauer: 52:45 Minuten
VÖ: 30.01.2026

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