Hyperion - Cybergenesis | |
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| Review von derkleinekolibri vom 01.02.2026 (792 mal gelesen) | |
Die Titanen waren die erste Generation der Götter in der griechischen Mythologie. Sohn des Uranos (Himmel) und der Gaia (Erde) war Hyperion (auf Deutsch: der Höhere), der Titan des Lichtes. Wie schon viele Musiker vor ihnen, bedienten sich auch Schlagzeuger Jason Beghelli und Gitarrist Davide Cotti bei der Jahrtausende alten Kultur Griechenlands und formierten eine Heavy Metal-Band, der sie den Namen HYPERION verliehen. Das war im Jahre 2015. Bereits zwei Jahre später erzielten sie mit ihrem Debütalbum "Dangerous Days" einen Achtungserfolg, der sie weit über die Grenzen Italiens bekannt machte. Das nächste Album, "Into The Maelstrom", wurde 2020 veröffentlicht und war ein Beweis dafür, wie sich die Band in den vergangenen Jahren gemausert hatte - europaweit wurden sie exzellent bewertet. Zwischen 2021 und 2023 kam es zu mehreren Umbesetzungen und die Produktion eines weiteren Albums geriet ins Stocken, zusätzlich noch durch das die Welt in Angst und Schrecken versetzende Virus. Nun aber, Mitte Januar 2026, lassen die Jungs ordentlich was von sich hören. Schon alleine das Coverartwork ist noch einen Ticken besser als das des Vorgängers, und das, obwohl dieses schon extraordinär war. Man darf gespannt sein, ob mehr Schein als Sein zutrifft oder ob die Akustik weder der Optik noch der Haptik nachsteht.Das Quintett, jetzt aus dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied Davide Cotti (Gitarre), Francesco Madonna (Schlagzeug), Francis Dipasquale (Gitarre), Max Morelli (Gesang) und Simone Cauli (Bass) bestehend, hat acht Metal-Songs eingespielt, die es in sich haben. Egal in welches Stück man hineinhört, krachende Riffs, ein treibendes Schlagzeug, fulminante Basslinien und ein sehr ansprechender Gesang schallen einem entgegen. Die eingepflanzten Soli sind die perfekte Abrundung der energiegeladenen Songs. 'Blood Over Chrome' zeigt die wohlfeile Kunst der Gitarristen ganz besonders. Im antiken Griechenland hätte dieses Stück große Heere in Marsch gesetzt und die Kampfeslust durch Ho-Ho-Ho-Rufe immens gesteigert. Die Fußarbeit des Drummers ist nicht nur in diesem ersten Höhepunkt des Longplayers ausgezeichnet, die Bassdrum geht ständig durch Mark und Bein und lässt den Hörer mit einem Hungergefühl zurück, so stark dringen die tiefen Töne in die Magengegend vor. Schon beim Opener 'Deafening' wurde einem schnell klar, dass die Italiener dem traditionellen, klassischen Heavy Metal ihren eigenen Stempel aufdrücken, ihn also auf eine neue Stufe hieven. Immer wieder brillieren die beiden Gitarristen mit ihren Instrumenten und lassen keine Langeweile aufkommen. Für schnörkellose Melodien ist man sich nicht zu schade. Die Jungs verkörpern ihren eigenen Stil und äffen gottlob nicht irgendwelchen Retrogedanken nach, auch wenn sie natürlich Vorbilder wie JUDAS PRIEST, METAL CHURCH und die frühen QUEENSRŸCHE angeben. Bis zum Ende lassen hammerharte Attacken die Gläser im Wohnzimmer klirren. Max Morellis Gesang ist das i-Tüpfelchen jedes einzelnen Tracks. Seiner Kehle entfleuchen Töne, als hätte er jahrzehntelang nichts anderes gemacht, als am Klang seiner Stimme rumzufeilen. Beim letzten Stück 'The Whole Of Time' agiert er eine Nuance tiefer als bei den vorhergehenden Stücken. Dank seiner Spielgefährten erwächst aus diesem Song ein richtiges Monster, martialisch ausgedrückt wird es zur hammerharten Granate, das eine wüste Klanglandschaft hinterlässt, durch die ein Sturm gezogen ist und alles niedergemäht hat, was sich ihm in den Weg stellte. Schade, dass "Cybergenesis" bereits nach etwas mehr als 39 Minuten verklingt. Der positive Nachhall allerdings vergeht nicht so schnell in unseren Köpfen und die Herzschlagfrequenz sinkt auch nur langsam auf normales Niveau. HYPERION haben ein bemerkenswertes Zeugnis ihres Könnens abgelegt, auf welchem sie sich bestimmt nicht ausruhen werden. Hoffentlich wird ihnen in Zukunft die Möglichkeit zu weltweiten Liveauftritten gegeben und mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Gesamtwertung: 8.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Deafening 02. Rewire, Rebuild 03. Yet We Still Fight 04. The Shackles Of Chronitus 05. Blood Over Chrome 06. Grain Of Sand 07. Rhizome Rider 08. The Whole Of Time | Band Website: www.facebook.com/hyperionbandheavy Medium: CD Spieldauer: 39:19 Minuten VÖ: 15.01.2026 |
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Die Titanen waren die erste Generation der Götter in der griechischen Mythologie. Sohn des Uranos (Himmel) und der Gaia (Erde) war Hyperion (auf Deutsch: der Höhere), der Titan des Lichtes. Wie schon viele Musiker vor ihnen, bedienten sich auch Schlagzeuger Jason Beghelli und Gitarrist Davide Cotti bei der Jahrtausende alten Kultur Griechenlands und formierten eine Heavy Metal-Band, der sie den Namen HYPERION verliehen. Das war im Jahre 2015. Bereits zwei Jahre später erzielten sie mit ihrem Debütalbum "Dangerous Days" einen Achtungserfolg, der sie weit über die Grenzen Italiens bekannt machte. Das nächste Album, "Into The Maelstrom", wurde 2020 veröffentlicht und war ein Beweis dafür, wie sich die Band in den vergangenen Jahren gemausert hatte - europaweit wurden sie exzellent bewertet. Zwischen 2021 und 2023 kam es zu mehreren Umbesetzungen und die Produktion eines weiteren Albums geriet ins Stocken, zusätzlich noch durch das die Welt in Angst und Schrecken versetzende Virus. Nun aber, Mitte Januar 2026, lassen die Jungs ordentlich was von sich hören. Schon alleine das Coverartwork ist noch einen Ticken besser als das des Vorgängers, und das, obwohl dieses schon extraordinär war. Man darf gespannt sein, ob mehr Schein als Sein zutrifft oder ob die Akustik weder der Optik noch der Haptik nachsteht.
