Teutonic Slaughter - Cheap Food | |
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| Review von derkleinekolibri vom 30.01.2026 (631 mal gelesen) | |
Der einzige von neun aktiven europäischen Vulkanen, der sich auf dem europäischen Festland befindet, ist der Vesuv, welcher einst vor 1.947 Jahren Pompeji und herumliegende Orte dem Erdboden gleichmachte und sie unter meterhoher Asche und Gestein begrub. Die meisten Menschen erstickten damals oder wurden Opfer der pyroklastischen Ströme. Erst zehn Jahre ist es her, dass in meinen vier Wänden eine klitzekleine Eruption in Form des Debütalbums "Witches Rock'n'Roll" der Gladbecker Thrash-Formation TEUTONIC SLAUGHTER stattfand - ohne Zerstörung und Tod mit sich zu bringen. Nun steht ab sofort das dritte Album "Cheap Food" in den Verkaufsregalen guter Plattengeschäfte.Die 2012 aus einem Schülerprojekt entstandene Band spielt kompromisslosen teutonischen Thrash Metal. Geändert hat sich seit ihrer Gründung nur, dass sie qualitativ noch eine Schippe draufgelegt haben. Die sieben Titel zünden allesamt beim ersten Durchlauf, man muss sich nirgendwo erst einhören. Aber warum spreche ich nur von sieben Titeln, wenn sich doch acht Tracks auf dem als CD und LP erhältlichen Album befinden? Nun, das liegt daran, dass TEUTONIC SLAUGHTERs 'Intro' alles andere als ein normales Intro ist. Die Jungs haben sich dazu entschlossen, das 1988 in ihrer Heimatstadt beginnende Geiseldrama in Worten zu beschreiben. Nichts mit Kuhglocken, Vogelgezwitscher oder Wellenrauschen wie bei so vielen anderen Bands. Schon dadurch nimmt "Cheap Food" eine Ausnahmestellung ein. Der Longplayer rauscht an einem wie ein Schnellzug vorbei, im Nu sind die 36 Minuten und 26 Sekunden vorbei. Jene drei Songs, die die Sechs-Minuten-Marke übertreffen, strotzen nur so vor Energie und zeichnen sich durch ihre Wechselhaftigkeit aus. Am drastischsten ist der Effekt bei 'Eviscerating Surgery' zu erkennen: Tempowechsel par excellence. Philip Krisch, einst Mitbegründer der Formation, hat genau die richtige Kodderschnauze für den TEUTONIC SLAUGHTER-Thrash. Das Schlussstück 'Give Em Hell' ist schließlich der letzte hochenergetische Ausbruch des Quartetts. Es dauert eine Weile, bis die Walze aus heißglühendem Magma erloschen ist und man sich den Schweiß aus dem Gesicht wischen kann. Auf TEUTONIC SLAUGHTER trifft das von REINHARD MEY im Jahre 1988 vertonte Sprichwort 'Aller Guten Dinge Sind Drei' wie die Faust aufs Auge zu. "Cheap Food" ist im Gegensatz zur eigentlichen Bedeutung weder billiges noch günstiges Essen, sondern eine opulente Mahlzeit, die Appetit auf mehr macht. Als Appetitanreger fungieren unter anderem Marius Wegener (SMORRAH), Robert Gonnella (ex-ASSASSIN und RAGING ROB) und Jörg Juraschek (WARRANT) mit ihren Stimmen im Hintergrund. Das Coverartwork entspricht dem üblichen, sehr feinen, effekthaschenden Stil der Ruhrpottler. TEUTONIC SLAUGHTER sind ein Vulkan, der weitaus ungefährlicher ist als jene kleinen Vulkane, die man als Tischfeuerwerk nutzt und die nur Rauch und Gestank in der Wohnung verbreiten. Außerdem verbraucht sich die Musik der Gladbecker nicht - das nennt man Nachhaltigkeit ... Gesamtwertung: 9.5 Punkte
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| Trackliste | Album-Info |
| 01. Intro 02. Hostage 03. Cheap Food 04. Redistribution 05. Witches Rock'n'Roll 06. Eviscerating Surgery 07. Fight The Reaper 08. Give Em Hell | Band Website: Medium: CD, LP Spieldauer: 36:26 Minuten VÖ: 30.01.2026 |
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Der einzige von neun aktiven europäischen Vulkanen, der sich auf dem europäischen Festland befindet, ist der Vesuv, welcher einst vor 1.947 Jahren Pompeji und herumliegende Orte dem Erdboden gleichmachte und sie unter meterhoher Asche und Gestein begrub. Die meisten Menschen erstickten damals oder wurden Opfer der pyroklastischen Ströme. Erst zehn Jahre ist es her, dass in meinen vier Wänden eine klitzekleine Eruption in Form des Debütalbums "Witches Rock'n'Roll" der Gladbecker Thrash-Formation TEUTONIC SLAUGHTER stattfand - ohne Zerstörung und Tod mit sich zu bringen. Nun steht ab sofort das dritte Album "Cheap Food" in den Verkaufsregalen guter Plattengeschäfte.
